Jens Spahn trat als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion zurück
Spahn erklärte seinen Rücktritt mit dem Druck nach der Geburt eines Kindes durch Leihmutterschaft.
Der CDU-Politiker Jens Spahn hat am 18. Juli seinen Rücktritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag erklärt, berichtet die Tagesschau. In einem Schreiben an die Fraktion teilte er mit, dass er die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, über seine Entscheidung informiert habe.
Als Grund nannte Spahn den wachsenden Druck nach seiner privaten Entscheidung, gemeinsam mit seinem Ehemann durch Leihmutterschaft Vater zu werden. Der „Spagat“ zwischen dieser Entscheidung und den Erwartungen an ihn als Vorsitzenden der Unionsfraktion sei größer geworden, als er es erwartet habe.
Zugleich beklagte der Politiker eine zunehmende „Unerbittlichkeit“ in der öffentlichen Auseinandersetzung und rief dazu auf, trotz politischer Klarheit und Entschiedenheit menschlich im Ton zu bleiben.
Vorausgegangen war massive Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten; zugleich lehnt die CDU eine Legalisierung dieser Praxis programmatisch ab. Kritiker warfen Spahn deshalb vor, eine Praxis genutzt zu haben, die seine eigene Partei politisch ablehnt.
Wie die UOJ berichtete, hatte die Lebensrechtsorganisation ALfA Spahn zuvor aufgefordert, seine Ämter niederzulegen. Die Organisation verwies darauf, dass er eine in Deutschland verbotene und von der CDU abgelehnte Praxis in Anspruch genommen habe.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete Spahns Rücktritt als „richtig“ und „unvermeidlich“. Bis zur Wahl eines Nachfolgers übernimmt der bisherige Stellvertreter Alexander Hoffmann von der CSU kommissarisch die Amtsgeschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.
Zuvor berichtete die UOJ, dass eine Pastorin in den USA Abtreibung als „Segen“ und „Akt der Liebe“ bezeichnet hatte.