Schweizer Kirchen kritisieren Abschaffung der Dienstbefreiung für Geistliche
Kirchliche Vertreter sehen die Seelsorge im Krisenfall gefährdet und werfen dem Bundesrat mangelnde Berücksichtigung religiöser Bedürfnisse vor.
Die Schweizer Bischöfe haben gemeinsam mit Vertretern der evangelisch-reformierten Kirche, der christkatholischen Kirche und der Freikirchen gegen die Abschaffung der gesetzlichen Dienstbefreiung für Geistliche protestiert. Nach ihrer Auffassung erschwert die Änderung des Militärgesetzes die seelsorgerische Versorgung der Bevölkerung in außergewöhnlichen Lagen. Die Kirchen kritisieren zudem, dass sie nicht ausreichend in die Gesetzesänderung einbezogen worden seien. Darüber berichtete Swiss Cath.
Der Bundesrat begründete die Streichung der bisherigen Regelung mit gesellschaftlichen Veränderungen und der sinkenden Zahl der Kirchenmitglieder. Nach Ansicht der Regierung könne heute nicht mehr von der generellen Unentbehrlichkeit von Geistlichen ausgegangen werden. Kritiker halten dem entgegen, dass gerade in Krisen- und Kriegszeiten der Bedarf an Gottesdiensten und seelsorgerlicher Begleitung deutlich zunehmen könne.
Die Gesetzesänderung wurde bereits Ende 2025 vom Schweizer Parlament beschlossen und ist Teil der Revision des Militärgesetzes. Kirchliche Vertreter hoffen nun, dass ihre Bedenken gegenüber dem Bundesrat dennoch Gehör finden und die Bedeutung der Seelsorge für die Bevölkerung künftig stärker berücksichtigt wird.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein österreichisches Hospiz in Jerusalem 15 Millionen für die Sanierung benötigt.