Orthodoxer Glaube braucht die Gemeinde: Priester Veselov warnt vor privatem Christentum

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Priester Alexej Veselov betonte in seinem Vortrag, dass orthodoxes Christsein untrennbar mit dem aktiven Leben in einer Pfarrgemeinde verbunden sei. Foto: Screenshot YouTube Priester Alexej Veselov betonte in seinem Vortrag, dass orthodoxes Christsein untrennbar mit dem aktiven Leben in einer Pfarrgemeinde verbunden sei. Foto: Screenshot YouTube

Vortrag in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche in Krefeld: Eucharistie, Gemeinschaft und aktive Mitarbeit seien unverzichtbar für das geistliche Leben

Der russisch-orthodoxe Priester Alexej Veselov von der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde der heiligen Barbara in Krefeld hat dazu aufgerufen, den christlichen Glauben nicht als Privatsache zu leben. In einem am 16. Juli 2026 auf dem YouTube-Kanal OrthMedien veröffentlichten Vortrag betonte er, dass sich orthodoxes Leben nur in der konkreten Pfarrgemeinde entfalten könne.

Priester Alexej Veselov stellte die Kirchengemeinde als natürlichen Lebensraum des orthodoxen Christen heraus. Neben dem Gottesdienst gehörten Katechesen, gemeinsame Mahlzeiten, Jugendtreffen, soziale Dienste und praktische Arbeiten in der Gemeinde zum kirchlichen Leben. Die Eucharistie bilde dabei das Zentrum des Glaubenslebens, da sich die Gläubigen in ihr mit Christus und zugleich untereinander vereinigten. Wer die Gemeinde lediglich als sozialen Treffpunkt verstehe oder ausschließlich privat bete, verfehle nach seinen Worten das eigentliche Ziel des kirchlichen Lebens.

Mit Sorge beobachte er, dass viele Menschen ihren Glauben auf den sonntäglichen Gottesdienst oder das persönliche Gebet beschränkten. Gerade unter jungen Orthodoxen sehe er einen wachsenden Wunsch nach Spiritualität, zugleich aber eine geringe Bereitschaft, sich in das Gemeindeleben einzubringen. Christen dürften Glauben und Alltag nicht voneinander trennen, sondern sollten ihren Lebensmittelpunkt bewusst in der Gemeinde suchen und dort Freundschaften aufbauen. Außerhalb einer tragenden Gemeinschaft könne das geistliche Leben kaum wachsen.

Als Vorbild nannte Veselov die apostolischen Gemeinden des Neuen Testaments. Die ersten Christen hätten gemeinsam gebetet, Eucharistie gefeiert, Mahlzeiten gehalten, Bedürftige unterstützt und Verantwortung füreinander übernommen. Dieses Miteinander solle auch heutige Gemeinden prägen. Jeder Gläubige sei aufgerufen, sich mit seinen Fähigkeiten einzubringen – sei es in der Katechese, der karitativen Arbeit oder schon dadurch, neue Gemeindemitglieder willkommen zu heißen und in die Gemeinschaft zu integrieren.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei von London am Gedenktag der heiligen Zarenfamilie deren bleibendes Glaubenszeugnis würdigte und zu einem kompromisslosen Leben in Christus aufrief.

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