<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" version="2.0"><channel><title>Nachrichten und Artikel der UOJ</title><link>https://orthodoxnews.de/de/</link><description>Artikel und Nachrichten über die Orthodoxie, die UOK und das Christentum</description><language></language><lastBuildDate>Fri, 28 Aug 2026 17:06:59 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://orthodoxnews.de/de/rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><item><title><![CDATA[Angriff auf Ordensfrau: Israeli wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88682-angriff-auf-ordensfrau-israeli-wegen-unzurechnungsfaehigkeit-freigesprochen</link><description><![CDATA[Psychiatrische Unterbringung für bis zu sechs Jahre nach brutalem Angriff auf französische Nonne in Jerusalem.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 16:17:52 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Das Jerusalemer Amtsgericht hat einen 36-jährigen israelischen Siedler freigesprochen, der Ende April eine französische Ordensfrau auf dem Zionsberg brutal angegriffen und verletzt hatte. Das Gericht folgte damit der Einschätzung eines Bezirkspsychiaters, wonach sich der Mann zum Tatzeitpunkt in einem psychotischen Zustand befunden und deshalb nicht schuldfähig gewesen sei. Zugleich ordnete es seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik für die höchstmögliche Dauer von sechs Jahren an. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal domradio.de am 26. August 2026.Блок - по темі (Acht Staaten verurteilten Angriffe auf christliche und islamische Heiligtümer in Israel)Die Ordensfrau, eine Forscherin an der École biblique et archéologique française de Jérusalem, war in der Nähe des Abendmahlssaals von hinten umgestoßen worden und beim Sturz gegen einen Stein geschlagen. Der Angreifer trat anschließend auf sie ein und ließ erst ab, als Passanten einschritten.Der Mann war nach dem Angriff festgenommen worden. Die Polizei war zunächst von einem rassistisch beziehungsweise religiös motivierten Angriff ausgegangen. Der Tatverdächtige soll die Ordensfrau als Christin erkannt und deshalb angegriffen haben.Der Anwalt der Ordensfrau, Zaki Sahlia, erklärte, man hätte es vorgezogen, wenn der Angreifer strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und für seine Tat bestraft worden wäre. Der Freispruch und die psychiatrische Unterbringung änderten nichts an der Schwere des Angriffs und dem Leid des Opfers.Auch der Abt der Jerusalemer Dormitio-Abtei, Nikodemus Schnabel, äußerte sich besorgt über das Urteil. Im Mittelpunkt müsse die Unterstützung des Opfers stehen. Er frage sich zudem, warum aus dem Umfeld des Täters so wenig sichtbare Solidarität zu vernehmen sei.Mit Blick auf die psychische Erkrankung des Mannes betonte Schnabel, diese dürfe nicht zur Stigmatisierung psychisch kranker Menschen führen. Zugleich könne sie nicht als Erklärung für jeden Übergriff dienen. Die Erkrankung des Täters dürfe „aber auch nicht dazu führen, dass wir ein reales gesellschaftliches Problem aus dem Blick verlieren: Christenhass existiert“.Die sechsjährige Unterbringung ist laut Gericht die höchstmögliche Dauer und wird nur bei schwerwiegenden Taten angeordnet. Ein psychiatrisches Gremium kann die Dauer aufgrund fachlicher Erwägungen eigenständig verkürzen. Die Einweisung des Mannes erfolgte demnach bereits am Montag.Die UOJ berichtete zuvor, dass das Orthodoxe Theologische Saint-Serge-Institut in Paris sein Kursangebot für das erste Semester vorstellte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88682-angriff-auf-ordensfrau-israeli-wegen-unzurechnungsfaehigkeit-freigesprochen</guid></item><item><title><![CDATA[Eine Maske, die in theologischen Debatten zum Leben erwacht]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/geschichte-und-kultur/88678-eine-maske-die-in-theologischen-debatten-zum-leben-erwacht</link><description><![CDATA[Aus dem Ringen um das Jota zwischen „wesensgleich“ und „wesensähnlich“ entstand die Person als eine Wirklichkeit, die sich nicht auf die Summe ihrer Eigenschaften reduzieren lässt.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 15:00:00 +0200</pubDate><category>Geschichte und Kultur</category><content:encoded><![CDATA[Bis zum 4. Jahrhundert bedeutete das Wort „Person“ nichts. Genauer gesagt: Es bedeutete etwas – aber etwas völlig anderes als heute. Der griechische und der lateinische Begriff bezeichneten eine Theatermaske: eine hölzerne oder leinene Auflage mit Öffnungen für die Augen, die der Schauspieler vor dem Betreten der Bühne aufsetzte. Persona stammt von per-sonare – „hindurchtönen“: Die Maske war so gestaltet, dass sie die Stimme des Schauspielers verstärkte.
Jeder Schauspieler konnte die Maske aufsetzen. Dieselbe Rolle wurde in verschiedenen Aufführungen von unterschiedlichen Darstellern verkörpert. Die Person war im antiken Verständnis eine Rolle und nicht das Wesen derjenigen, die sie verkörperte.
Dann kam es zu einem Streit, den die Zeitgenossen für eine zweitrangige theologische Feinheit hielten und den einige Skeptiker später sogar als Zank um einen einzigen Buchstaben verspotteten. Dieser Streit brachte, von den Beteiligten selbst unbemerkt, eine philosophische Kategorie hervor, ohne die die moderne Psychologie undenkbar ist.
Der Streit um einen Buchstaben
Im Jahr 325 trat in Nicäa ein ökumenisches Konzil zusammen, um sich mit der Lehre des alexandrinischen Presbyters Arius auseinanderzusetzen. Arius behauptete, Gott der Sohn sei dem Vater nicht von Natur aus gleich, sondern erschaffen worden – das heißt, es habe eine Zeit gegeben, in der es ihn nicht gab. Das Konzil verurteilte diese Lehre und bestätigte das Wort „wesensgleich“. Die Gegner des Konzils von Nicäa wollten Christus nicht als dem Vater vollkommen gleich anerkennen, wagten es jedoch auch nicht, die Häresie Arius’ offen zu wiederholen. Deshalb schlugen sie als Kompromiss den Begriff „wesensähnlich“ vor. Der Unterschied zwischen den beiden Wörtern besteht in einem einzigen griechischen Buchstaben, dem Jota. Doch der Streit zog sich über Jahrzehnte hin und erfasste das gesamte Reich.
Блок - по темі (Wie ein Psalm mit Schreibfehlern einen Soldaten vor Dämonen schützte)Hinter dem äußerlich absurden Streit stand eine wirkliche theologische Katastrophe. Erkennt man die drei Personen der Dreifaltigkeit lediglich als drei Erscheinungsformen desselben Gottes, handelt es sich bereits um die Häresie des Sabellius, in der Vater, Sohn und Geist drei Masken sind, die der eine Gott nacheinander für verschiedene Rollen in der Heilsgeschichte aufsetzt. Erkennt man sie als drei voneinander getrennte Götter an, ist dies nicht mehr das Christentum, sondern Heidentum. Das philosophische Vokabular jener Zeit bot tatsächlich keine Möglichkeit, die Natur Gottes irgendwie zu beschreiben.
Ein Werkzeug zur Rettung des Dogmas
Die Lösung schlugen drei Theologen aus Kappadokien vor: der heilige Basilius der Große, sein Bruder Gregor von Nyssa und ihr Freund Gregor der Theologe. Vor den Kappadokiern wurden die Wörter „Ousia“ – Wesen – und „Hypostase“ – Person – als Synonyme verwendet. Beide bezeichneten lediglich das abstrakte „Sein“. Die Kappadokier trennten sie bewusst voneinander und beschrieben jedes für sich.
Das Wesen, erklärt Basilius, bezeichnet das Allgemeine. Das Wort „Mensch“ verweist nicht auf einen konkreten Menschen, sondern auf die Natur, die ausnahmslos alle Menschen besitzen. Die Hypostase hingegen bezeichnet etwas Konkretes und Einzelnes: nicht den „Menschen im Allgemeinen“, sondern genau Paulus oder genau Timotheus.
Darin liegt der entscheidende Gedankengang des Heiligen: Paulus und Timotheus besitzen dieselbe menschliche Natur – keiner von ihnen ist mehr oder weniger Mensch als der andere. Ihr Unterschied liegt nicht in der Natur, sondern in etwas anderem, Persönlichem.
Auf das Dogma der Dreifaltigkeit übertragen, funktionierte diese Überlegung einwandfrei. Vater, Sohn und Geist besitzen eine vollkommen identische, unteilbare göttliche Natur – ein und dasselbe Wesen. Gleichzeitig sind sie jedoch drei Hypostasen, die sich nicht durch Eigenschaften voneinander unterscheiden – der Sohn kann nicht „weniger“ göttlich sein als der Vater –, sondern durch ihre Seinsweise. So ist der Vater ungezeugt, der Sohn gezeugt und der Geist geht hervor. Es zeigte sich, dass die Person nicht auf die Summe ihrer Eigenschaften reduziert werden lässt. Die Person bleibt einzigartig, selbst wenn bereits alle Eigenschaften des Ganzen benannt sind.
Eine philosophische Bombe innerhalb einer theologischen Formel
Genau an dieser Stelle vollzog sich eine philosophische Revolution. Das antike Denken kannte das Individuum als eine Einheit, die man zählen, vergleichen und durch eine andere Einheit ersetzen konnte. Die Person im neuen, kappadokischen Sinne ließ sich nicht zählen.
Inwieweit diese theologische Entdeckung in die spätere Vorstellung von der Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen überging, ist bis heute eine offene Frage.
Die einen meinen: Da der Mensch nach dem Bild des dreieinigen Gottes geschaffen wurde, ist er nicht lediglich ein Homo sapiens, sondern eine einzigartige Person. Andere halten diese Auffassung für zu geradlinig und finden bei den Kappadokiern selbst wesentlich mehr Interesse an der Entfaltung der gemeinsamen Natur als an der einzelnen Person. Der einzigartige Streit, der mit einer Diskussion um einen einzigen Buchstaben begann, ist bis heute nicht beendet.
Die Maske, die aufhörte, eine Maske zu sein
Unbestreitbar ist, welch dornigen Weg das Wort „Person“ zurückgelegt hat. Von der Maske eines Schauspielers, die man abnehmen und einem anderen Darsteller übergeben kann, bis hin zu einem Begriff, der etwas bezeichnet, das weder abgenommen noch weitergegeben werden kann.
Wenn der moderne Mensch die abgedroschenen Worte „Jede Person ist auf ihre Weise einzigartig“ ausspricht, erinnert er sich nur selten daran, dass hinter diesem Satz jahrhundertelange Debatten darüber stehen, ob Christus gezeugt oder erschaffen wurde.
Doch gerade in diesem Streit konnte die Philosophie erstmals bekräftigen: Hinter einer einfachen Gesamtheit von Eigenschaften steht jemand, der sich durch diese Eigenschaften nicht vollständig erfassen lässt, denn er wurde nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen.
]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/geschichte-und-kultur/88678-eine-maske-die-in-theologischen-debatten-zum-leben-erwacht</guid></item><item><title><![CDATA[Arbeitstreffen über geplantes russischsprachiges Priesterseminar in Europa]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88681-arbeitstreffen-ueber-geplantes-russischsprachiges-priesterseminar-in-europa</link><description><![CDATA[Bischof Hiob von Stuttgart und Erzpriester Maxim Kozlov berieten in Moskau über die Umsetzung des Beschlusses der Bischofssynode der ROKA.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 14:06:05 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Am 21. August trafen sich Bischof Hiob von Stuttgart, Vikar der deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, und Erzpriester Maxim Kozlov, Vorsitzender des Bildungskomitees der Russisch-Orthodoxen Kirche, in Moskau zu einem Arbeitsgespräch. Darüber berichtete der Bildungsausschuss auf seiner Webseite.Блок - по темі (ROKA gründet theologisches Institut in Europa und startet Russischkurse)Im Mittelpunkt des Treffens stand der Beschluss der Bischofssynode der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA), ein russischsprachiges Priesterseminar in Europa zu eröffnen. Die Gesprächspartner erörterten verschiedene Aspekte des geplanten Seminars und verständigten sich auf einen Fahrplan für die weiteren Arbeiten. Am 25. August traf Bischof Hiob zudem mit Metropolit Antonius von Wolokolamsk, dem Vorsitzenden des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, zu einem Gespräch zusammen. Die Termine fanden im Rahmen einer Pilgerreise des Bischofs in Russland statt.Die UOJ berichtete zuvor, dass das Orthodoxe Theologische Saint-Serge-Institut in Paris sein Kursangebot für das erste Semester vorstellte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88681-arbeitstreffen-ueber-geplantes-russischsprachiges-priesterseminar-in-europa</guid></item><item><title><![CDATA[Bischof Irenei leitete Ritus der Grablegung der Gottesmutter in London]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88680-bischof-irenei-leitete-ritus-der-grablegung-der-gottesmutter-in-london</link><description><![CDATA[Klerus und Gläubige begingen den Vorabend zum Feste der Entschlafung Mariens in der Londoner Kathedrale.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 13:00:29 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Bischof Irenei von der Diözese Großbritannien und Westeuropa der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland feierte am Vorabend des Fests der Entschlafung Mariens gemeinsam mit den Geistlichen der Londoner Kathedrale den besonderen Ritus der Grablegung der Theotokos. Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.Блок - по темі (Orthodoxe Kirche feiert die Entschlafung der Gottesgebärerin)Am Donnerstagabend, dem 27. August 2026, wurde während der festlichen Vigil in der Londoner Kathedrale der besondere Ritus der Grablegung der Gottesmutter gefeiert. Ein Leichentuch wurde in die Mitte der Kathedrale zu einem geschmückten Grab getragen, vor dem die Klagelieder der Grablegung gesungen wurden. Der Ritus ähnelt der Grablegung Christi während der Karwoche. Bischof Irenei zelebrierte gemeinsam mit den Geistlichen der Kathedrale.Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde das Leichentuch in einer Trauerprozession um die Kathedrale getragen. Die Gläubigen hielten brennende Kerzen und sangen gemeinsam mit dem Chor Hymnen zum Entschlafen der Gottesmutter.Am Morgen des Festtages wurde die Göttliche Liturgie gefeiert. Dabei gedachten die Gläubigen des Entschlafens der immerwährenden Jungfrau und Gottesgebärerin sowie ihres leiblichen Übergangs in die himmlischen Wohnungen.Die UOJ berichtete zuvor, dass das Orthodoxe Theologische Saint-Serge-Institut in Paris sein Kursangebot für das erste Semester vorstellte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88680-bischof-irenei-leitete-ritus-der-grablegung-der-gottesmutter-in-london</guid></item><item><title><![CDATA[Orthodoxe Kirche feiert die Entschlafung der Gottesgebärerin]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88679-orthodoxe-kirche-feiert-die-entschlafung-der-gottesgebaererin</link><description><![CDATA[Das als kleines Pascha bezeichnete Fest beendet das zweiwöchige Entschlafungsfasten und erinnert daran, dass der Tod für den Christen ein Übergang zum ewigen Leben ist.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 11:58:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Am 28. August – dem 15. August nach dem julianischen Kalender – feiert die Orthodoxe Kirche die Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin, eines der bedeutendsten Feste des Kirchenjahres, das als kleines Pascha bezeichnet wird. Dieser Tag beendet das zweiwöchige Entschlafungsfasten und erinnert die Gläubigen daran, dass der Tod für einen Christen nicht das Ende, sondern der Übergang zum ewigen Leben ist.
Nach der kirchlichen Überlieferung erhielt die Allheilige Jungfrau Maria vom Erzengel Gabriel die Nachricht von ihrem bevorstehenden Heimgang und entschlief in Jerusalem im Kreis der Apostel. Als der Apostel Thomas am dritten Tag zum Grab kam und die Apostel es öffneten, erwies sich der Leib der Mutter Gottes als unverwest – sie war mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.
Блок - по темі (Entschlafung oder Himmelfahrt)
Für einen Menschen, der der Kirche fernsteht, kann eine Feier anlässlich des Todes eines Menschen seltsam erscheinen. Der Apostel Paulus schrieb jedoch, dass die Christen „Christus als den Gekreuzigten verkündigen, für die Juden ein Ärgernis und für die Griechen eine Torheit“ (1 Kor 1,23), und gerade diese scheinbare Torheit erweist sich als höchste Weisheit über den Sieg über den Tod. Das Wort „Entschlafung“ selbst geht auf die kirchenslawische Bezeichnung für einen friedlichen, dem Schlaf ähnlichen Tod zurück und gibt den griechischen Begriff „Ruhe“, „Erwachen zum Schlaf“ wieder. Deshalb verbindet das Fest die natürliche menschliche Trauer über den Abschied mit Freude: Die Gottesgebärerin starb nicht, sondern schlief gleichsam ein, um zur ewigen Herrlichkeit zu erwachen.
Theologen erklären die besondere Verehrung der Jungfrau Maria damit, dass sich in ihrer Person die geschaffene und die ungeschaffene Natur vereinigten: Indem sie die Fleischwerdung Gottes, des Wortes, annahm, wurde sie zum Ort der Begegnung des Schöpfers mit der gesamten Schöpfung. Nach kirchlicher Überlieferung wandte sich Christus am Kreuz mit den Worten „Siehe, dein Sohn“ und „Siehe, deine Mutter“ an seine Mutter und den Apostel Johannes den Theologen. Auf dieser Grundlage lehrt die Kirche, dass die Gottesgebärerin in der Person des Apostels Johannes alle Christen als ihre Kinder annahm. Ihr Heimgang war ebenso wie die Geburt des Erlösers schmerzlos, und ihr Leib erfuhr nach dem Zeugnis der Apostel keine Verwesung. Der heilige Gregor Palamas bezeichnete die Gottesgebärerin als über die gesamte Schöpfung Erhabene – als diejenige, durch die Gott Mensch wurde und das Menschengeschlecht die Gotteskindschaft erlangte.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Psalm mit Schreibfehlern einen Soldaten vor Dämonen geschützt hatte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88679-orthodoxe-kirche-feiert-die-entschlafung-der-gottesgebaererin</guid></item><item><title><![CDATA[Entschlafung oder Himmelfahrt]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/verteidigung-glaubens/88675-entschlafung-oder-himmelfahrt</link><description><![CDATA[Das Mysterium der Gottesgebärerin und ihre Verehrung]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 11:35:00 +0200</pubDate><category>Verteidigung des Glaubens</category><content:encoded><![CDATA[Am 15. August, der nach dem julianischen Kalender auf den 28. fällt, feiert die Orthodoxe Kirche das Fest des Entschlafens der Gottesgebärerin: ein Feiertag, der hierzulande als „Mariä Himmelfahrt“ bekannt ist. Beide Namen beziehen sich auf dasselbe Ereignis, und trotzdem suggerieren sie Unterschiedliches: Das Entschlafen deutet auf den Tod als Ruhe des Leibes, die Himmelfahrt auf eine leibliche Entrückung der Gottesmutter.
Sowohl orthodoxe als auch römisch-katholische Christen glauben, dass die Mutter Jesu am Ende ihres Lebens vom Herrn zu sich genommen wurde. In der westlichen Tradition spricht man von der „Aufnahme“ (assumptio) Marias in den Himmel. Doch die Voraussetzungen dafür wie auch die Art und Weise, in der dies geschehen konnte, bleiben meist unklar. Dabei sind sie von entscheidender Bedeutung dafür, wie wir die Beziehung der Gottesgebärerin zu ihrem Sohn und ihre rechtmäßige Verehrung verstehen.
Aber fangen wir von vorne an: Was ist der Anlass und Gegenstand dieses Festes? Warum musste die Gottesgebärerin sterben? Und was bedeutet der Hinübergang ins andere Leben für ihre Verehrung und die künftige Auferstehung aller Erlösten?
Ursprung und Gehalt des Festes
Der liturgische Festtag des Entschlafens der Gottesmutter geht zurück auf den heiligen Kyrill von Alexandria, der die im 5. Jh. n. Chr. die Feier auf das Datum des 15. August festsetzte. Derselbe Bischof der ägyptischen Metropole Alexandria war es auch, der auf dem 4. Ökumenischen Konzil in Ephesos 451 die Anrede der Jungfrau Maria als Gottesgebärerin verteidigte. Vom 7. Jahrhundert an wurde das Fest ihrer Entschlafung auch von den Kirchen in Rom und Konstantinopel gefeiert und verbreitete sich so in Ost und West, wo es noch von Luther und zumindest eine Zeit lang auch von seinen Anhängern beibehalten wurde. Älter als das Fest jedoch ist die christliche Überlieferung, die dem liturgischen Gedenktag zugrunde liegt und nach einigen Forschern bis ins 3. oder sogar 2. Jahrhundert nach Christus zurückreicht.

Der Heilige Kyrill von Alexandria (Foto: Reddit/r/Christianity)
Die kirchliche Überlieferung
Der Kern dieser Überlieferung ist der: Nach der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu blieb die Gottesmutter beim heiligen Apostel Johannes, dessen Obhut sie vom Herrn anvertraut worden war (Joh 19,27). Als sich der Tag ihres Todes nahte, wurden die in alle Himmelsrichtungen zerstreuten Apostel auf wundersame Weise von Engeln zu ihrem Sterbelager gebrach, um von ihr Abschied zu nehmen. Nur Thomas kam durch Gottes Vorsehung drei Tage zu spät. Im Moment von Marias Tod erschien Christus, begleitet von Engeln, um ihre Seele in Empfang zu nehmen. Es ist dieser Augenblick, der in der kanonisch gewordenen Festikone der Entschlafung dargestellt wird. Anschließend trugen die Apostel die Gottesmutter zu Grabe. Der drei Tage später kommende Thomas öffnete ihr Grab, fand jedoch den Leichnam nicht mehr vor. Daraufhin erschien sie den Jünger selbst in himmlischer Glorie, von Engeln umgeben, und versicherte sie ihres bleibenden Beistands.
Die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel wurde in der Orthodoxie nie formal dogmatisiert, sie ist aber unverrückbarer Bestandteil der kirchlichen Überlieferung und des liturgischen Brauchtums. Dementsprechend sind von der Gottesgebärerin – anders als von anderen großen Heiligen – auch keine leiblichen Überreste erhalten. Die einzigen Reliquien sind ein paar Gewänder und ihr Gürtel, von dem ein Teil im Kloster Vatopedi auf dem Athos aufbewahrt wird.
Der heilige Ignatij (Briantschaninow) fasst den Inhalt des Festes wiefolgt zusammen:
„Die Gottesmutter ist am dritten Tage nach ihrem Entschlafen auferstanden und wohnt seitdem im Geist und Körper in den Himmeln. Sie wohnt nicht nur in den Himmeln, sondern herrscht im Himmel. Sie ist als Mutter des Königs der Himmel zur himmlischen Königin erklärt, zur Königin der heiligen Engel und der Heiligen. Ihr ist besondere Macht und ein besonderer Zugang gegeben, um Fürsprache für die Menschheit vor Gott einzulegen. Wenn sich die Heilige Kirche in Bitten an die großartigsten Gerechten Gottes, an die Engel und Erzengel wendet, dann sagt sie: „Betet zu Gott für uns“, und nur zur Gottesgebärerin wird gesagt: „Rette uns.“ (Vgl. 1Kor 9,22)
– Hl. Ignatij Briantschaninow, Auslegung der Lehre der Kirche über die Gottesmutter, Edition Hagia Sophia 2018.

Biblische Anknüpfungspunkte
Die Auffassung, dass die Gottesmutter leiblich im Himmel bei ihrem Sohn weilt und an seiner Herrschaft teilhat, findet einen biblischen Anknüpfungspunkt in der Gestalt der Frau himmlischen Frau aus der Johannesoffenbarung, die von den Vätern sowohl mit der Kirche als auch mit der Mutter des Herrn identifiziert wird:„Und ein großes Zeichen wurde geschaut im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.“ (Offb 12,1)Die zwölf Sterne erinnern einerseits an die zwölf Stämme Israels, aus deren herrschendem Stamm Juda die Gottesmutter stammte, andererseits an die zwölf Apostel. Auch zu ihnen sagt Christus im Evangelium, dass sie auch sie sich nach der Wiederkunft „auf zwölf Throne setzen und die zwölf Stämme Israels richten“ würden (Mt 19,28). Er gibt ihnen Anteil an seiner Herrschaft mit den Worten: „Und ich verfüge euch, gleichwie mein Vater mir verfügt hat, ein Königtum“ (Lk 22,29).
Nach den Worten des heiligen Augustinus gebührt es deswegen gerade der Mutter des Königs, an seiner Seite zu sitzen und mit ihm zu herrschen, wie es im Alten Testament am Beispiel der Mutter Salomons sichtbar sichtbar wird: „Und es wurde ein Thron für die Königinmutter aufgestellt und sie setzte sich zu seiner Rechten“ (3 Könige 2,19).

Moses und Aaron werfen sich vor der Bundeslade nieder, Gemälde von Jacques Joseph Tissot (19. Jh.) (Jewish Museum NY/Wikimedia Commons)
So finden sich im Alten Testament Prophetien, Muster und Vorbilder, die auf Christus und sein Heilswerk hindeuten, und mit ihm auch auf seine Mutter. So etwa im Psalm 131,8, der nach Augustinus auf die Himmelfahrt Jesu und die Aufnahme der Gottesgebärerin hindeutet: „Stehe auf, Herr, zu Deiner Ruhe, Du und die Lade Deiner Heiligung“ – oder im Psalm 44, der als Prophetie des Messias zu verstehen ist: „Es steht die Königin zu Deiner Rechten, mit goldgewirkter Gewandung bekleidet und mannigfach geschmückt“ (Psalm 44,10).
Die biblische Typologie spiegelt sich auch in den liturgischen Festgesängen wider:
„Die Bestattungsgesänge lasst uns anstimmen wohlgemut. Denn die Lade ganz aus Gold, die Mutter Gottes, bereitet sich nun, von der Erde nach oben zu gehn und hinübergenommen zu werden zum göttlichen Glanz neuen Lebens.“
– 1. Sticheron zum „Herr ich rief zu Dir“ in der Vesper von der Vorfeier der Entschlafung, 4. Ton 

Auch der 44. Psalm wird in seinem gesamten Kontext aufgegriffen:
„Das Davidslied, ihr Völker, lasst Christus Gott uns heute singen: Es werden zugeführt werden, so sagt er, dem König Jungfrauen hinter ihr [d.h. der Königin] drein, die ihr nahe stehn werden zugeführt werden in Freude und Frohlocken. Denn sie aus dem Samen Davids, durch die wir wurden vergöttlicht, wird hinüberversetzt in den Händen ihres eigenen Sohnes und Gebieters glorreich und über dem Verstehn.“
– 3. Sticheron zum Stichos in der Vesper vom Fest der Entschlafung, 4. Ton 

Musste die Gottesgebärerin sterben?
Der Tod wird an zahlreichen Stellen des Alten und Neuen Testaments als eine Art Schlaf verstanden. So zuerst im 5. Buch Mose: „Und der Herr sagte zu Mose: Siehe, du wirst bei deinen Vätern schlafen“ (Deuteronomium 31,16). Ähnlich heißt es von Salomon im 1. Buch der Könige: „Und Salomon entschlief zu seinen Vätern“ (1 Könige 11,43).
Mit dieser Redeweise setzen die biblischen Autoren im Grunde schon den Glauben an die Auferstehung voraus; denn wer schläft, der kann auch wieder aufwachen. Ausgesprochen wird das z.B. beim Propheten Daniel: „Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande“ (Daniel 12,2).
Vor der Erweckung des verstorbenen Lazarus erklärt Jesus seinen Jüngern: „Lazarus, unser Freund, ist eingeschlummert; aber ich gehe hin, damit ich ihn aus dem Schlaf erwecke“ (Joh 11,11). Das griechische Wort an dieser Stelle ist dasselbe wie jenes, mit dem wir auf Griechisch die Entschlafung (Koímesis) der Gottesmutter bezeichnen: kekoímetai, „er ist eingeschlummert“.
Der Tod ist, wie der heilige Paulus klarstellt, eine Folge der Ursünde Adams: „Deshalb, gleich wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt eingedrungen ist und durch die Sünde der Tod, so ist auch der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, zumal alle gesündigt haben“ (Röm 5,12)
Wenn wir also von Entschlafung sprechen, erkennen wir damit an, dass die Mutter Jesu – trotz ihrer hohen Würde, die darin besteht, den menschgewordenen Gott geboren zu haben – dem allgemeinen Gesetz des Todes unterworfen war. Das unterscheidet sie von Christus, der „Vollmacht besaß“, seine Seele „hinzugeben und Vollmacht, sie wieder zu empfangen“ (Joh 10,18). Der heilige Ignatij fasst die Lehre der orthodoxen Väter so zusammen:
Allerdings war die Gottesmutter trotz ihres gerechten und reinen Lebens, welches sie führte, bis zum Empfang des Heiligen Geistes zusammen mit den Aposteln, der Sünde und dem ewigen Tod, welcher auch in ihr anwesend war und Herrschaft ausübte, unterworfen.
Genau in diesem essenziellen Punkt widerspricht die römisch-katholische Auffassung der orthodoxen Lehre. Papst Pius XII., der das Dogma der leiblichen Himmelfahrt Marias verkündete, sieht nämlich in dieser Himmelfahrt einen Beweis dafür, dass die Gottesgebärerin aufgrund ihrer von der Sünde unbefleckten Empfängnis von Anbeginn ihres Lebens dem Gesetz des Todes nicht unterlag:
„Nun wollte aber Gott, dass die selige Jungfrau Maria von diesem allgemeinen Gesetz ausgenommen sei. Sie überwand nämlich, durch ein „einzigartiges Privileg, kraft ihrer unbefleckten Empfängnis die Sünde, und eben deshalb war sie der Verwesung im Grab nicht unterworfen und musste für die Erlösung ihres Leibes nicht das Ende der Zeit abwarten.“
– Papst Pius XII., Apostolische Konstitution Munificentissimus Deus, Abs. 5 

Nach römisch-katholischem Dogma ist also die leibliche Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel ein Resultat ihrer unbefleckten Empfängnis, d.h. ihrer Freiheit vom Gesetz der Sünde und des Todes. Sie ist Ausdruck für ein „einzigartiges Privileg“, das sie von allen anderen Menschen unterscheidet. Dieses Dogma der unbefleckten Empfängnis war im Jahr 1854 durch Pius IX. verkündet worden. Da die Gottesmutter nach dieser Auffassung nicht sterben musste, gibt es im Westen sogar die (jedoch auch nach katholischem Dogma nicht verpflichtende) Meinung, sie sei ohne vorige Trennung von Seele und Leib in den Himmel aufgefahren. Andere deuten ihren Tod als Ausdruck der freiwilligen Nachahmung ihres Sohnes.

Pius XII. verkündet das Dogma der Aufnahme Marias in den Himmel am 1. November 1950 (Catholic Magazine/Wikimedia Commons)
Nach orthodoxer Auffassung verhält es sich genau umgekehrt: Hier resultiert die Befreiung von Sünde und Tod nicht aus der Unberührtheit der Gottesmutter von den Folgen der Sünde Adams, sondern aus dem rettenden Wirken des Heiligen Geistes, der am Pfingsttag auch über die Apostel kam, als sie sich „samt Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und samt seinen Brüdern“ im Abendmahlssaal dem Gebet hingaben (s. Apg 1,14).
Die leibliche Aufnahme der Gottesgebärerin zu Christus ist deshalb nicht Ergebnis eines Privilegs, sondern die Vollendung ihrer Reinigung und Heiligung durch den Heiligen Geist, die allen Gläubigen zuteilwerden soll. So hat die Gottesmutter ihren noch nicht auferstandenen Brüdern und Schwestern vielleicht zeitlich etwas „voraus“, aber sie ist ebenso wie ihre Geschwister der Reinigung und Heiligung bedürftig.
Die Reinigung der Gottesmutter
Die Väter sprechen in diesem Sinne von einer zweifachen Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Gottesgebärerin, die erste bei der Verkündigung und Menschwerdung Gottes in ihrem Schoß, die zweite beim Herabkommen des Geistes an Pfingsten. Der heilige Ignatij schreibt:
„Die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Gottesgebärerin vollzog sich zweimal. Das erste Mal kam der Heilige Geist nach der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel auf sie herab und reinigte sie, die bereits nach menschlichem Verständnis rein war, durch Gnade, um fähig zu sein, Gott, das Wort, in sich aufzunehmen und Seine Mutter zu werden. Ihre Jungfräulichkeit wurde vom Heiligen Geist besiegelt und sie, die sich bis dahin jeglichen leidenschaftlichen Gedanken und Gefühlen enthalten hatte, wurde für solche Gedanken und Gefühle unerreichbar.“
Das ist die Bedeutung der Worte des Lukasevangeliums: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Lk 1,35). Dem entspricht die Auslegung des heiligen Johannes von Damaskus:
„Es kam der Heilige Geist über sie, reinigte sie und gab ihr die zur Aufnahme Gottes, des Wortes und auch die zu Dessen Geburt notwendige Kraft. Und dann kam wie ein göttlicher Samen der Sohn Gottes über sie.“
– Genaue Auslegung des Orthodoxen Glaubens, Buch III Kap. 2 

Durch das Wirken des Heiligen Geistes, schreibt der heilige Papst Gregor der Große, „wird der Geist eines jeden der Auserwählten gekühlt, wenn darin die Hitze der bösen Neigungen ausgelöscht und die Flamme der fleischlichen Begierden zu Eis wird“. Der Heilige fährt fort: „In Bezug auf diese vom Himmel geschenkte Erfrischung der Seele wird auch zu Maria gesagt: „Die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Moralia in Job, XVIII 32-33).
Die Reinigung der Gottesgebärerin bezieht sich demnach auf die der gefallenen Natur eigenen Leidenschaften und sündhaften Neigungen – unabhängig von der persönlichen Sündlosigkeit in Gedanken und Taten, die der Gottesmutter nicht abgesprochen wird.
Diese persönliche Sündlosigkeit ist aber nicht das Ergebnis einer „unbefleckten Empfängnis“, sondern des Zusammenwirkens mit der göttlichen Gnade. Der heilige Erzbischof Johannes (Maximowitsch) schreibt deshalb zu Recht, dass die römisch-katholische Lehre nur „zum Schein die Jungfrau Maria lobpries, doch in Wahrheit all ihre Tugend leugnete“. Und zwar aus dem einfachen Grund: „Wenn Maria vom Mutterleibe an […] und ebenfalls durch Gnade von jeder Sünde auch nach ihrer Geburt bewahrt wurde, worin bestand dann ihr Verdienst?“ Der Heilige nennt daher den marianischen Eifer der Katholiken einen „Eifer nicht nach Erkenntnis“ (vgl. Röm 10,2).

Der Heilige Johannes von Shanghai und San Francisco, Ikone aus der Kirche zum Eintritt der Gottesgebärerin in Zakynthos, Aigina (Orthochristian.com)
Die orthodoxen Väter verstehen die Reinheit und Heiligkeit der Jungfrau nicht als eine ontologisches Privileg, sondern als eine zugleich gnadenhaften und asketische Verfassung, die auch nicht in einem einzigen Augenblick, sondern nur durch einen kontinuierlichen geistlichen Kampf erworben werden kann. Deshalb heiligte der göttliche Geist am Pfingsttag, an dem er das gesamte Erlösungswerk Christi zu krönen gekommen war, auch die Gottesgebärerin und befreite sie mit allen Gläubigen endgültig von der Herrschaft der Sünde und des Todes. Um wiederum den hl. Ignatij zu zitieren:
„Beim zweitem Mal erfüllte sie der Heilige Geist am Pfingstfest, als Er auf die Apostel herabkam, mit denen die Gottesmutter seit der Himmelfahrt des Herrn unzertrennlich beisammen war. Und da zerstörte der Heilige Geist die Herrschaft des Todes und der Sünde der Voreltern über sie, erhob sie auf die hohe Stufe der christlichen Vollkommenheit und machte sie nach dem Abbild Jesu Christi zu einem neuen Menschen.“
Fazit
Die Gottesgebärerin ist damit nicht in dem Sinn eine von Gott privilegierte Gestalt, dass ihr das Ringen um ihre persönliche Errettung von der Sünde erspart geblieben wäre. Im Gegenteil: So sehr sie sich auch durch ihr übernatürliches und göttliches Gebären von allen Menschen unterscheidet, ist sie doch ein allgemeines Vorbild in ihrer Zusammenarbeit mit der reinigenden und heiligenden Gnade. Ihre Vollendung und Aufnahme in den Himmel ist deshalb ein Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung und die ewige Herrlichkeit, die alle Christus liebenden Menschen erwartet.
Wir verehren Maria als erste unter den Erlösten, durch und durch eine Tochter Adams, die jedoch nach ihren eigenen Worten „von allen Generationen selig gepriesen“ wird (Lk 1,48) als einzigartig „begnadete“ (Lk 1,28) – als jene, die den menschgewordenen Gott geboren hat und damit zur Ursache des Heils aller Menschen wurde. Ihr Entschlafen und ihr Heimgang zum Herrn sind Ausdruck beider Tatsachen: der Unterworfenheit unter das Gesetz der Sünde und des Todes einerseits und ihrer vollständigen Heiligung und Errettung in Jesus Christus andererseits.
„Samt und sonders nun tanze die Natur der Erdgeborenen, denn siehe, die Jungfrau, die Tochter des Adam, geht hinüber zum Himmel.“
– 2. Sticheron zum Stichos in der Vesper von der Vorfeier der Entschlafung, 2. Ton 

 
Festikone der Entschlafung der Gottesgebärerin (Kloster der hl. Elisabeth Minsk)]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/verteidigung-glaubens/88675-entschlafung-oder-himmelfahrt</guid></item><item><title><![CDATA[Neuerscheinung untersucht Wulfila und die Christianisierung der Goten]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88677-neuerscheinung-untersucht-wulfila-und-die-christianisierung-der-goten</link><description><![CDATA[Studie von Archimandrit Johannes von Buchhagen stellt den Gotenbischof und „Germanenapostel“ in den Kontext der theologischen Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 11:00:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Archimandrit Johannes von Buchhagen legt im Verlag des bulgarisch-orthodoxen Klosters Buchhagen eine Studie über den Gotenbischof und „Germanenapostel“ Wulfila vor. Das unter dem Titel „Wulfila von Gothien. Glaube und Werk des Germanenapostels“ erschienene Buch untersucht dessen Wirken als Bischof, geistlicher Lehrer und Ethnarch sowie als Schöpfer der gotischen Schrift und Übersetzer der Bibel und der Liturgie, wie der Verlag auf seiner Webseite mitteilte.
Блок - по темі (Abt Johannes: „Wir alle leben von der Barmherzigkeit Gottes“)
Der Autor und Abt des Klosters betrachtet Wulfila im Licht der Heiligen Überlieferung und stellt sein Wirken in den Zusammenhang der theologischen Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung der christologischen und trinitätstheologischen Begrifflichkeit zwischen den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381), die verschiedenen dogmatischen Positionen dieser Zeit sowie die Frage nach Wulfilas Glaubensüberzeugungen. Untersucht werden außerdem die Christianisierung und christliche Volkwerdung der Goten, ihre Neuordnung nach 376 und das Verhältnis von Goten und Römern sowie von Orthodoxie und Arianismus.
Ein weiterer Schwerpunkt des Buchs liegt auf der gotischen Bibelübersetzung und der Skeireins, die einer dogmatischen Untersuchung unterzogen werden. Die interdisziplinäre Studie verbindet historische, philosophische und sprachwissenschaftliche Zugänge und will dadurch eine neue Sicht auf Glaube und Werk Wulfilas sowie auf die theologischen und anthropologischen Grundlagen des orthodoxen Christentums eröffnen.
Das Buch umfasst 320 Seiten, ist fadengeheftet und fest gebunden und erscheint im Format 15 × 21 Zentimeter. Der Preis beträgt 30 Euro.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das Orthodoxe Theologische Saint-Serge-Institut in Paris sein Kursangebot für das erste Semester vorstellte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88677-neuerscheinung-untersucht-wulfila-und-die-christianisierung-der-goten</guid></item><item><title><![CDATA[Eine Osterpredigt über den Streit im Weinberg]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/mensch-und-kirche/88676-eine-osterpredigt-ueber-den-streit-im-weinberg</link><description><![CDATA[Der Weinbergbesitzer zahlte dem Zuspätgekommenen denselben Lohn wie dem Arbeiter der ersten Stunde und zerschlug damit das menschliche Gerechtigkeitsgefühl zugunsten der göttlichen Barmherzigkeit.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 10:49:30 +0200</pubDate><category>Mensch und Kirche</category><content:encoded><![CDATA[Stellen Sie sich den Marktplatz Jerusalems bei Tagesanbruch vor. Dort stehen diejenigen, die niemand zur Arbeit gerufen hat. Im alten Palästina war ein Tagelöhner ein Mensch ohne jegliche Lebensmittelvorräte. Wurdest du heute nicht eingestellt, bedeutet das, dass deine Kinder hungern bleiben? Der Besitzer des Weinbergs kommt früh am Morgen an diesen Ort, findet Menschen und vereinbart mit ihnen einen Denar als Bezahlung für den Tag. Das war der übliche Tageslohn, der ausreichte, um eine Familie zu ernähren.
Блок - по темі (Das Maß des Fastens ist wichtiger als seine Strenge)Doch dann verhält sich der Besitzer seltsam. Er kehrt um neun Uhr morgens auf den Platz zurück. Dann am Mittag. Dann um drei Uhr nachmittags. Jedes Mal findet er neue Menschen, die während dieser ganzen Zeit untätig herumgestanden haben, und schickt sie in den Weinberg. Um fünf Uhr abends, eine Stunde vor dem Ende des Arbeitstages, geht er erneut hinaus und findet wieder diejenigen, die noch immer niemand gerufen hat. „Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?“, fragt er. „Niemand hat uns eingestellt“, antworten sie. Und er schickt sie den übrigen Arbeitern zur Hilfe.
Der Skandal am Ende des Arbeitstages
Am Abend befiehlt der Besitzer dem Verwalter, den Lohn auszuzahlen und mit denjenigen zu beginnen, die zuletzt gekommen waren. Die Arbeiter der elften Stunde, die genau 60 Minuten gearbeitet hatten, erhielten einen ganzen Denar. Als Nächste in der Reihe stehen diejenigen, die bei Tagesanbruch aufs Feld gegangen waren. Sie sehen, wie viel die Zuspätgekommenen erhalten haben, und in ihnen erwacht eine durchaus verständliche Hoffnung: Wenn eine Stunde einen Denar wert ist, müsste für zwölf Stunden wesentlich mehr zusammenkommen. Doch sie erhalten denselben Denar und keinen Groschen mehr.
Sie beginnen, dem Besitzer ins Gesicht zu murren: „Diese Letzten haben eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, die wir die Last des Tages und die Hitze getragen haben.“ Darin liegt keinerlei Übertreibung. Vom Standpunkt des gesunden Menschenverstands aus ist das tatsächlich empörend. Keine Gewerkschaft würde eine solche Entlohnung gutheißen.
Der Besitzer rechtfertigt sich nicht
Die Antwort des Besitzers verdient besondere Aufmerksamkeit: „Freund! Ich tue dir nicht Unrecht. Hast du dich nicht mit mir auf einen Denar geeinigt? Nimm, was dir gehört, und geh. Ich aber will diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Darf ich nicht mit dem, was mir gehört, tun, was ich will? Oder ist dein Auge neidisch, weil ich gut bin?“
Der Besitzer entschuldigt sich nicht und geht keinen Kompromiss ein.
Er verweist auf eine einfache Tatsache: Mit den ersten Arbeitern wurde eine Vereinbarung getroffen, die genau eingehalten wurde. Die Verpflichtungen ihnen gegenüber wurden vollständig erfüllt, bis zur letzten Münze. Die Vorwürfe der Ungerechtigkeit sind unbegründet: Niemand hat sie benachteiligt. In Wirklichkeit ärgerte die murrenden Arbeiter nicht, dass sie weniger erhielten, als sie verdient hatten, sondern dass jemand anderes mehr erhielt, als sie erwartet hatten.
Das neidische Auge
An dieser Stelle verbirgt sich im Text ein interessantes Detail. Der Ausdruck „dein Auge ist neidisch“ lautet im Original „dein Auge ist böse“. Das war eine feste Redewendung, die jedem Zuhörer Christi bekannt war. Im Alten Testament bezeichnet das „böse Auge“ den Blick eines Menschen, der geizt, einem Bedürftigen zu helfen, obwohl er selbst alles im Überfluss besitzt (Dtn 15,9), oder einen neidischen Blick auf das Glück eines anderen (Spr 23,6). Christus selbst stellt etwas früher das „böse Auge“ dem „lauteren Auge“ gegenüber – dem Blick der Großzügigkeit, der den Gewinn eines anderen nicht als eigenen Verlust betrachtet (Mt 6,22–23).
Der Besitzer des Weinbergs stellt den Arbeitern also eine ehrliche Frage: Seid ihr auf das Glück eines anderen neidisch oder sorgt ihr euch um das euch selbst zugefügte Unrecht? Die Antwort ist offensichtlich. Ihr Denar ist ihnen nicht abhandengekommen. Ihr Lohn wurde durch die Einstellung neuer Arbeiter nicht beeinträchtigt; der Neid auf das Einkommen anderer hatte Besitz von ihnen ergriffen.
Gott schaut nicht auf die geleisteten Arbeitsstunden
Die alten Ausleger lasen dieses Gleichnis als eine vollständige Erzählung über das Schicksal des Menschen. Der heilige Johannes Chrysostomos verstand den Morgen sowie die dritte, sechste, neunte und elfte Stunde als unterschiedliche Lebensalter, in denen die Menschen zum Glauben kommen. Manche arbeiten seit Kindheit an im Weinberg. Manche kommen im Erwachsenenalter. Und manche gelangen erst kurz vor Sonnenuntergang dorthin – beispielsweise der einsichtige Schächer am Kreuz, der sein ganzes Leben ohne Gott verbracht hatte und für ein einziges Wort der Reue die Seligkeit des Paradieses erhielt.
Genau diesen Gedanken wiederholt die Osterpredigt desselben heiligen Johannes Chrysostomos, die in der Nacht der Auferstehung Christi in den Kirchen erklingt. Dort wird gerade das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg zitiert: „Der freigebige Gebieter nimmt den Letzten ebenso an wie den Ersten; Er gewährt demjenigen Ruhe, der in der elften Stunde gekommen ist, ebenso wie demjenigen, der seit der ersten Stunde gearbeitet hat; des Letzten erbarmt Er sich und für den Ersten sorgt Er; jenem gibt Er und diesen beschenkt Er.“ Jedes Jahr erinnert die Kirche in der feierlichsten Nacht erneut daran: Die Eintrittskarte ins Paradies wird nicht nach der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden vergeben.
Die Fürsorge des Besitzers
Dieses Gleichnis besitzt noch eine weitere Ebene. Der Denar der Arbeiter der elften Stunde ist kein großzügiger Bonus über das Übliche hinaus. Es ist genau die Summe, die der Arbeiter benötigte, um am Abend Brot für seine Familie zu kaufen. Bezahlt man ihn anteilig – ein Zwölftel eines Denars pro Stunde –, werden seine Kinder hungrig schlafen gehen, nur weil niemand ihren Vater früher eingestellt hat.
Der Besitzer des Weinbergs führt keine strenge Buchhaltung. Er rettet eine konkrete Familie vor dem Hunger.
Während wir das Einkommen anderer zählen, vernachlässigen wir unser eigenes, das schon lange in unserer Tasche liegt. Das Gleichnis endet mit einer Frage, die nicht mehr an die Weinbauern, sondern an den Leser gerichtet ist: Kannst du dich über das Einkommen eines anderen ebenso freuen wie über dein eigenes?
]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/mensch-und-kirche/88676-eine-osterpredigt-ueber-den-streit-im-weinberg</guid></item><item><title><![CDATA[Patriarch Porfirije erinnerte zum 35. Todestag an Patriarch German]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88674-patriarch-porfirije-erinnerte-zum-35-todestag-an-patriarch-german</link><description><![CDATA[Das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche würdigte das Wirken eines seiner Vorgänger, der sich für die Wiederaufnahme des Baus der Sava-Kirche eingesetzt hatte.]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 09:48:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije zelebrierte am 27. August 2026 in der Kirche des Heiligen Apostels Markus in Belgrad einen Gedenkgottesdienst für Patriarch German (1899–1991), der vor 35 Jahren verstorben war. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
In seiner Ansprache würdigte Patriarch Porfirije den Geistlichen als einen demütigen, ruhigen und gläubigen Kirchenführer, der sein persönliches Kreuz mit dem Kreuz Christi verbunden und die Serbisch-Orthodoxe Kirche durch eine schwierige Zeit geführt habe. Patriarch German habe seine Hoffnung in seiner 32-jährigen Amtszeit nicht auf die eigenen Fähigkeiten, sondern auf Gott gesetzt und trotz Kritik und Widerständen innerhalb und außerhalb der Kirche an deren Einheit und Bestand festgehalten.
Блок - по темі (Erzpriester Matthias Zierenberg: Habsucht kann alle Tugenden verderben)
Besonders hob der Patriarch den Einsatz für die Restaurierung von Kirchen und Klöstern sowie für die theologische Ausbildung hervor. Patriarch German habe die theologischen Hochschulen erneuert und großen Wert darauf gelegt, dass Theologie nicht nur auf wissenschaftlicher Bildung, sondern auf Gebet, geistlichem Leben, Askese, Buße, Demut und der Bereitschaft zur persönlichen Veränderung beruhe.
Als herausragendes Zeichen von Patriarch Germans Glauben und Beharrlichkeit bezeichnete Patriarch Porfirije seinen Einsatz für den Weiterbau der Kirche des Heiligen Sava in Belgrad. In einer Zeit, in der der Bau jahrzehntelang nicht fortgesetzt werden durfte und religiöses Leben erheblichen Einschränkungen unterlag, habe sich German wiederholt an die staatlichen Behörden gewandt. Nach Angaben Patriarch Porfirijes wurde sein Anliegen 88-mal abgewiesen. Erst 1984 wurde die Genehmigung zur Fortsetzung der Arbeiten erteilt; 1985 fand die Weihe statt und eine Urkunde zur Fortsetzung des Baus wurde in die Grundmauern gelegt.
Patriarch Porfirije bezeichnete die heutige Kirche des Heiligen Sava als sichtbares Zeichen für den Glauben und die Hoffnung seines Vorgängers und dankte Patriarch German für dessen Beitrag. Zugleich rief er zum Gebet für dessen Seelenheil auf und bat Gott, ihm die Sünden zu vergeben und ihm das Himmelreich zu schenken.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das Orthodoxe Theologische Saint-Serge-Institut in Paris sein Kursangebot für das erste Semester vorstellte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88674-patriarch-porfirije-erinnerte-zum-35-todestag-an-patriarch-german</guid></item><item><title><![CDATA[Saint-Serge-Institut veröffentlichte Kursangebot für das erste Semester]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88673-saint-serge-institut-veroeffentlichte-kursangebot-fuer-das-erste-semester</link><description><![CDATA[20 Bachelor-Kurse und sieben Master-Seminare werden online live und auf Abruf angeboten]]></description><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 08:42:45 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Das Orthodoxe Theologische Institut Saint-Serge in Paris hat sein Lehrangebot für das erste Semester des akademischen Jahres 2026/27 veröffentlicht. Die Online-Kurse und Seminare werden live und auf Abruf angeboten und richten sich auf Bachelor- und Master-Niveau an Studierende sowie freie Kandidaten und Zuhörer, wie das Institut am 25. August 2026 auf seiner Webseite mitteilte.Im Bachelor-Studiengang (BA) stehen 20 Lehrveranstaltungen auf dem Programm. Das Angebot umfasst Kurse zum Alten und Neuen Testament, zur Kirchengeschichte, Philosophie, Patrologie, Dogmatik, Liturgischen Theologie, Moraltheologie sowie Pastoraltheologie und Homiletik. Ergänzt wird das Programm durch Sprachkurse in biblischem Griechisch und biblischem Hebräisch sowie einen Lese- und Übersetzungsworkshop für biblisches und patristisches Griechisch.Блок - по темі (Christophe Levalois neuer Präsident des Orthodoxen Instituts St. Sergius)Behandelt werden unter anderem die Entstehung der christlichen Lehre auf den Ökumenischen Konzilien, die lokalen Kirchen in der Geschichte des orthodoxen Christentums, Platon und Aristoteles als Quellen der Theologie, die ersten Zeugen des christlichen Glaubens sowie das Geheimnis Christi und die Menschwerdung Gottes. Weitere Kurse widmen sich den eucharistischen Gebeten in der christlichen Tradition, christlicher Moral und Ethik, der liturgischen Praxis sowie der Seelsorge und christlichen Predigt.Auf Master-Niveau (ThM) bietet das Institut sieben Online-Seminare an. Themen sind unter anderem die Erneuerung der orthodoxen Theologie im 20. Jahrhundert, die Entwicklung der Hagiologie im Westen, die Konziliarität (Sobornost) im russisch-orthodoxen Denken, die Geschichte orthodoxer Missionen im hohen Norden und in Asien vom 11. bis zum 20. Jahrhundert, das Verhältnis von Kirche und Staat, die Ikonentheologie sowie die Interpretation des Neuen Testaments aus seinem ursprünglichen Kontext.Zum Auftakt des akademischen Jahres veranstaltet das Institut am Freitag, 11. September 2026, von 9.30 bis 18 Uhr in Paris und online seine traditionelle Eröffnungstagung zum Thema „Warum heute Theologie studieren?“. Die gemeinsam mit dem Dumitru-Stăniloae-Zentrum für orthodoxe Studien und Forschung in Paris sowie dem Orthodoxen Theologischen Institut Apostel Paulus in Brüssel organisierte internationale Studientagung fragt aus ökumenischer Perspektive nach der Bedeutung der Theologie in einer zunehmend säkularen Gesellschaft und ihrem Verhältnis zwischen akademischer Forschung und kirchlichem Leben.Das Institut Saint-Serge, 1925 gegründet und Teil der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, gilt als bedeutendste orthodoxe Bildungseinrichtung der Region. Unter der neuen Präsidentschaft von Christophe Levalois setzt es seine hundertjährige Tradition theologischer Forschung und ökumenischer Zusammenarbeit fort. Mit rund 250 Studierenden im Studienjahr 2025/26 bleibt das Institut ein wichtiger akademischer Bezugspunkt für die orthodoxe Theologie in Westeuropa.Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88673-saint-serge-institut-veroeffentlichte-kursangebot-fuer-das-erste-semester</guid></item><item><title><![CDATA[Was zum Mord in der Swjatogorsker Lawra bekannt wurde]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/verteidigung-glaubens/88672-was-zum-mord-in-der-swjatogorsker-lawra-bekannt-wurde</link><description><![CDATA[Mönch Warsonofij starb durch einen aufgesetzten Schuss, Mönchsbruder Grigorij und Novize Andrej überlebten die Messerstiche schwer verletzt; die Militärstaatsanwaltschaft führt die Ermittlungen.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 17:11:00 +0200</pubDate><category>Verteidigung des Glaubens</category><content:encoded><![CDATA[Am 23. August 2026 gegen elf Uhr vormittags griff eine Gruppe Unbekannter im oberen Teil der Heiligen-Entschlafens-Lawra von Swjatogorsk, unweit der Nikolauskirche, die Bewohner des Klosters an. Der Mönch Warsonofij Turjanski wurde getötet, der Mönchsbruder Grigorij und der im Kloster lebende Flüchtling Andrej Kirijenko wurden schwer verletzt.
Über das Geschehene berichtete am späten Abend desselben Tages zunächst die Website der UOJ, danach die offizielle Website der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche und anschließend der Pressedienst des Klosters. Innerhalb von vier Tagen kamen zu dieser Meldung viele weitere Informationen hinzu: die Aussage eines Überlebenden, das Gutachten des Rechtsmediziners und die Nummer des Strafverfahrens. Nur eines kam nicht hinzu – eine verständliche Reaktion des Staates.
Die ersten 15 Minuten
In der Lawra erfuhr man gegen 11:15 Uhr vom Angriff. Dem verletzten Mönchsbruder Grigorij gelang es, selbst von der Nikolauskirche zu den Gebäuden der Bruderschaft hinabzusteigen und vom Geschehenen zu berichten. Die Brüder riefen sofort die Polizei.
Блок - по темі (Verwundeter Novize schildert Angriff auf orthodoxes Kloster in der Ukraine)
Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus in Slowjansk gebracht. Bei dem Mönchsbruder Grigorij wurden etwa vier Messerstichverletzungen festgestellt, darunter eine penetrierende Lungenverletzung. Andrej Kirijenko befand sich in einem noch schwereren Zustand: Auch seine Lunge war durchstochen, und beide hatten sehr viel Blut verloren. Später wurden sie nach Charkiw verlegt, wo sie sich unter ärztlicher Beobachtung befinden.
Den Leichnam des Mönchs Warsonofij fanden die Brüder in einer Blutlache auf einem Absatz der Kyrill-und-Methodius-Treppe. Augenzeugen zufolge waren seine letzten Worte: „Ehre sei dem Herrn Jesus Christus! … Ich bin ein Mönch.“
Messer oder Kugel
In den ersten Meldungen, darunter auch in unserer, hieß es, der Mönch sei mit einem Messer getötet und sein Gesicht entstellt worden. Die rechtsmedizinische Untersuchung präzisierte das Bild.
Laut der vom Slowjansker Zweigbüro des Donezker Regionalbüros für Rechtsmedizin ausgestellten ärztlichen Todesbescheinigung trat der Tod infolge einer durchgehenden Schussverletzung am Kopf und am Hals mit Schädelbeschädigung ein. Als Todesumstand bezeichnete der Sachverständige einen mit einer Handfeuerwaffe ausgeführten Angriff mit dem Ziel der Tötung und der Körperverletzung.
Das heißt, der Mönch wurde aus unmittelbarer oder nahezu unmittelbarer Nähe erschossen, während auf die beiden anderen mit Messern eingestochen wurde und man sie zum Sterben zurückließ.
Was der Überlebende berichtete
Die Einzelheiten dessen, was auf dem oberen Gelände geschah, sind aus den Aussagen Andrej Kirijenkos selbst bekannt. Es handelt sich um die Aussage eines einzelnen Menschen. Sie wurde bislang nicht durch die Ermittlungen bestätigt, doch andere Zeugenaussagen liegen uns nicht vor.
Seiner Erzählung zufolge saß er allein auf einer Bank vor der Kirche – offenbar vor der Nikolauskirche am höchsten Punkt des Klosters. Drei Militärangehörige kamen auf ihn zu. Andrej betont ausdrücklich: Es waren nicht jene Soldaten, die er gewöhnlich oben sah. Die drei Männer trugen vollständige Ausrüstung und sahen seiner Einschätzung nach aus wie Kämpfer irgendeiner Spezialeinheit.
Sie sagten zu ihm: „Slava Ukraine.“ Er schwieg. Die Soldaten wiederholten den Gruß. Daraufhin antwortete Andrej so, wie jeder Christ geantwortet hätte: „Ehre sei unserem Herrn und Gott. Rette und bewahre.“ Das heißt, er verherrlichte in erster Linie Gott.
Danach begannen sie, ihn zu schlagen. In der Nähe lagen Holzbalken, aus denen das Geländer am Abstieg gefertigt worden war. Einer der Angreifer nahm einen solchen Balken und begann, auf ihn einzuschlagen. Andrej hielt den Balken mit beiden Händen fest und versuchte, die Schläge aufzuhalten. Daraufhin zog der Angreifer ein Messer und begann, ihm in die Hände zu schneiden, damit er den Balken losließ.
Andrej ließ ihn los und hielt sich gebeugt am Geländer fest. Ihm wurde befohlen aufzustehen. Er dachte, man würde ihn nun erschießen. Stattdessen versetzten sie ihm mehrere Messerstiche. Er fiel zu Boden. Die Militärangehörigen besprachen eine Zeit lang untereinander, was sie mit ihm tun sollten, und warfen ihn anschließend in eine Schlucht – offenbar in der Erwartung, dass er verbluten würde.
Vom Angriff bis zum Augenblick, in dem er gefunden wurde, vergingen etwa 40 Minuten. Während dieser gesamten Zeit verlor er wiederholt das Bewusstsein und kam anschließend wieder zu sich. Als er bereits in der Schlucht lag, hörte er Schüsse.
Dass zwei weitere Menschen zu Schaden gekommen waren, erfuhr Andrej erst im Krankenhaus. Zuvor hatte er geglaubt, dass nur er angegriffen worden sei. Er erinnert sich außerdem daran, dass sich bei der oberen Kirche ein Wachhäuschen mit einem Wachmann befand, und weiß nicht, was mit diesem Menschen geschah.
Was die Ermittlungen unternehmen
Am 23. August trug die Ermittlungsabteilung des Polizeireviers Nr. 2 der Kreispolizeidirektion Kramatorsk der Hauptverwaltung der Nationalpolizei in der Region Donezk die Angaben nach Teil 2 des Artikels 15 und Punkt 1 des Teils 2 des Artikels 115 des ukrainischen Strafgesetzbuches – beendeter Versuch der vorsätzlichen Tötung – sowie nach Teil 1 des Artikels 115 – vorsätzliche Tötung – in das Einheitliche Register vorgerichtlicher Ermittlungen ein. Die vorgerichtlichen Ermittlungen dauern an. Weitere Einzelheiten gibt die Polizei nicht bekannt.
Es gibt jedoch ein Detail, das mehr aussagt als alle offiziellen Stellungnahmen zusammengenommen. Die verfahrensrechtliche Leitung dieses Verfahrens obliegt der Spezialisierten Staatsanwaltschaft für den Verteidigungsbereich der östlichen Region. Dies ist eine Behörde, in deren Zuständigkeit Straftaten fallen, die von Militärangehörigen, Wehrpflichtigen und Reservisten begangen werden. Einfacher gesagt: Militärstaatsanwälte.
Es ist verständlich, dass dies noch kein Urteil und keine Beschuldigung ist. Doch die Wahl der Behörde, die den Fall führt, zeigt, wen die Ermittlungen als mögliche Täter betrachten.
Es sollte hinzugefügt werden, dass die Swjatogorsker Lawra in einem frontnahen Gebiet liegt, in dem ein strenges Militärregime gilt. Bewaffnete Personen stiegen nach oben, töteten einen Menschen, verletzten zwei weitere und gingen anschließend ruhig davon. Wie all dies geschehen konnte, ist eine Frage, die beantwortet werden muss. Und die Antwort könnte unangenehm ausfallen.
Die Beisetzung
Am 23. August wurde der Leichnam des Getöteten nach Abschluss der Ermittlungsmaßnahmen aus der Lawra gebracht und zur rechtsmedizinischen Untersuchung in die Leichenhalle überführt. Am selben Tag hielten die Brüder nach dem Ende der Vigil in der Entschlafens-Kathedrale eine Panichida für den Neuentschlafenen.
Am 25. August wurde der Leichnam aus der Leichenhalle gebracht und der Sarg in der Mitte der Entschlafenskathedrale aufgestellt. Die Brüder hielten gemeinsam den Begräbnisgottesdienst. Vor der Beisetzung sprach Archimandrit Feofan über den Neuentschlafenen.
Nach dem Ritus des letzten Kusses wurde der Mönch Warsonofij hinter dem Altar der Entschlafens-Kathedrale beigesetzt – neben den Gräbern des Archimandriten Galaktion Wuitschenko und des Mönchs Aristoklij Chaschtschina, die 2022 beim Beschuss der Lawra ums Leben kamen.
Wer war der Mönch Warsonofij?
Der Mönch Warsonofij, mit dem weltlichen Namen Wassilij Wjatscheslawowitsch Turjanski, wurde am 22. Juli 1973 geboren. Er besaß zwei Hochschulabschlüsse: 1996 schloss er die Staatliche Technische Universität Donezk in der Fachrichtung „Aufbereitung mineralischer Rohstoffe“ ab und 2005 die Internationale Universität für Finanzen in der Fachrichtung „Finanzen“.
Er arbeitete als Planungsingenieur am Institut „Norilskprojekt“, war im Handel tätig und in der Planungsabteilung des Flussmittel- und Dolomitkombinats in Dokutschajewsk. Eine gewöhnliche Biografie eines Menschen, der irgendwann beschloss, fortan anstelle irdischer Interessen die Interessen der Ewigkeit zu vertreten.
Im Sommer 2013 wurde Wassilij Turjanski in die Bruderschaft der Swjatogorsker Lawra aufgenommen. Am 1. Januar 2015 vollzog der Vorsteher des Klosters, Erzbischof Arsenij, an ihm die erste Mönchsweihe und gab ihm den Namen Eusebius – zu Ehren des heiligen Hieromärtyrers Eusebius von Samosata. Am 23. April 2019, am Großen Dienstag der Karwoche, vollzog Metropolit Arsenij an ihm die Mönchsweihe zur Mantija und gab ihm zu Ehren des heiligen Bischofs Warsonofij den Namen Warsonofij. Im Kloster erfüllte er die Gehorsamsdienste eines Refektoriumsgehilfen, Blumenzüchters und Gewächshausgärtners.
Am Tag seines Todes empfing Vater Warsonofij die heiligen Mysterien Christi. Der Priester der Eparchie Isjum und Kupjansk, Vater Jewgenij Greizar, der ihn kannte, berichtet, dass während genau dieses Gottesdienstes drei Tauben in die Kirche flogen und der Mönch sagte: „Der Herr verlässt uns nicht.“ Nach dem Gottesdienst stieg er die Treppe hinauf, um seine Mutter anzurufen.
Wie geht es weiter?
Der Mörder des Mönchs ist bis heute unbekannt. Doch wer immer er sein mag, handelte er nicht allein. Jahrelang wurde er darauf vorbereitet. Vorbereitet wurde er von Journalisten, die von „FSB-Angehörigen in den Kirchen“ sprachen, von Abgeordneten, die Priestern „Koffer – Bahnhof – Russland“ zuriefen, und von Geistlichen patriotischer Konfessionen, die den Klerus und die Gläubigen der UOK als „Volksfeinde“ bezeichneten.
Was in Swjatogorsk geschah, ist das folgerichtige Ergebnis dieses gesamten Hasses. Und wenn die Behörden die Ukraine, wie sie selbst sagen, für einen demokratischen Rechtsstaat halten, müssen die Ergreifung und die Bestrafung des Verbrechers für sie zu einer Frage der Ehre werden.
Bislang sehen wir jedoch keine Anzeichen dafür. Der Präsident hat den Mord am Mönch „nicht bemerkt“, obwohl er die Swjatogorsker Lawra in die Reihe der bedeutendsten ukrainischen Heiligtümer aufgenommen hat, die unter besonderem Schutz des Staates stehen. Auch beim Staatlichen Dienst für Ethnopolitik wurde er „nicht bemerkt“. Die Polizei schweigt, die Staatsanwaltschaft schweigt und auch die Medien schweigen. Es entsteht der Eindruck, dass von oben der Befehl erteilt wurde, diese Tragödie zu ignorieren.
Die Brüder des Klosters bitten um Gebete für die Seelenruhe des neu entschlafenen Mönchs Warsonofij sowie für die Gesundheit und die baldige Genesung der Mönchsbrüder Grigorij und Andrej Kirijenkos.
Ewiges Gedenken.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/verteidigung-glaubens/88672-was-zum-mord-in-der-swjatogorsker-lawra-bekannt-wurde</guid></item><item><title><![CDATA[Wie ein Psalm mit Schreibfehlern einen Soldaten vor Dämonen schützte]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/geschichte-und-kultur/88669-wie-ein-psalm-mit-schreibfehlern-einen-soldaten-vor-daemonen-schuetzte</link><description><![CDATA[Die Papyri der Garnison von Nessana zeigen, wie Grenzsoldaten Verträge im Namen Christi besiegelten und den 90. Psalm als abgenutztes Amulett bei sich trugen.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 15:30:00 +0200</pubDate><category>Geschichte und Kultur</category><content:encoded><![CDATA[Im Jahr 1937 führte der Archäologe Harris Dunscombe Colt Ausgrabungen in den Ruinen der kleinen Stadt Nessana im Süden der Negev-Wüste durch und stieß auf einen unerwarteten Fund. Unter den Trümmern einer der Kirchen lag ein Bündel von fast 200 Papyri.
Es handelte sich um das Geschäftsarchiv einer byzantinischen Garnison, das 13 Jahrhunderte lang in der Erde gelegen hatte. Die Dokumente umfassen den Zeitraum von 505 bis 689 – von der Blütezeit des Reiches unter Kaiser Justinian über die persische Invasion bis hinein in die Zeit der arabischen Herrschaft.
Jahrelang werteten Historiker diese Schriftstücke Stück für Stück aus. Das Ergebnis ist ein einzigartiges und detailliertes Bild vom Leben einfacher Soldaten am äußersten Rand der christlichen Welt.
Wer bewachte diese Grenze?
Nessana war ein Kastron – eine befestigte Siedlung mit einer Garnison von Kamelreitern. Diese bildeten eine örtliche Miliz im Dienst des Reiches und erhielten dafür Land zugeteilt. Die militärische Einheit wird in den Dokumenten als „Theodosianer“ bezeichnet – als treue Söhne Kaiser Theodosius’.
Der Militärdienst wurde innerhalb der Familien vererbt: Der Sohn trat an die Stelle seines Vaters, der Enkel an die seines Großvaters. Diese Männer waren keine Berufssoldaten, die aus der Hauptstadt entsandt worden waren. Sie waren inmitten dieser menschenleeren Sandlandschaft geboren worden, heirateten hier, handelten mit Kamelen und bewachten die Karawanenstraße, auf der die Pilger zum Berg Sinai zogen.
Блок - по темі (Der geheime Kampf des byzantinischen Untergrundes)Gerade deshalb unterscheidet sich ihr Archiv so stark von einer offiziellen Chronik. Es enthält keine heroischen Berichte über militärische Siege, sondern lediglich Schuldscheine, Eheverträge, Testamente und gerichtliche Auseinandersetzungen um Erbschaften. In nahezu jedem Dokument, für das ein Zeuge benötigt wurde, steht neben dem Namen auch ein militärischer Rang: Dromedarius, Dekurion oder Vorsteher des Kastrons.
Das Christentum erscheint in diesen Dokumenten nicht in einer nüchternen Zeile unter der Bezeichnung „Religionszugehörigkeit“, sondern durchdringt buchstäblich den gesamten Text.
Verträge werden im Namen Christi besiegelt, Geld wird für die Bedürfnisse der Kirche vermacht, und das gesamte Archiv wurde jahrzehntelang unter dem Dach eines Gotteshauses aufbewahrt – als wären die Dokumente gerade dort am sichersten gewesen.
Ein Schutzamulett mit Rechtschreibfehlern
Diese Soldaten besaßen jedoch noch einen anderen, wesentlich persönlicheren Glauben – einen Glauben, der nicht nur ihr Eigentum, sondern auch ihr Leben schützen sollte. Aus Ägypten und den angrenzenden Gebieten sind kleine Amulette mit dem Text des 90. Psalms bekannt: „Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt.“
Wissenschaftler bezeichnen ihn als den am häufigsten abgeschriebenen biblischen Text der Spätantike. Einen solchen Papyrus aus der Sammlung der Duke University, der auf das Ende des 6. Jahrhunderts datiert wird, ordnen die Fachleute eindeutig einem Soldaten zu.
Er sieht wie eine kleine Schriftrolle aus, auf deren einer Seite der Psalm und auf deren anderer das Vaterunser geschrieben steht – mit zahlreichen Rechtschreibfehlern. Verfasst wurde sie offenbar nicht von einem professionellen Schreiber aus einer städtischen Kanzlei, sondern vom Besitzer selbst oder von einem zufällig gefundenen Schreibkundigen gegen eine geringe Bezahlung.
Dieser Psalm verspricht Schutz vor dem „Pfeil, der am Tage fliegt“, und vor der „Seuche, die im Finstern schleicht“. Für einen Soldaten, der in der Wüste Wache hielt, wo nicht abstrakte Dämonen, sondern Räuber und Durst eine sehr reale Gefahr darstellten, waren dies keine entrückten poetischen Metaphern. Die Schriftrolle wurde in die Kleidung eingenäht, am Hals getragen oder neben die Waffe gelegt. Kirchliches Gebet und alltägliches Schutzamulett befanden sich in derselben Tasche.
Dokumente, die das Reich überdauerten
Die Kamelreitergarnison wurde etwa um das Jahr 600 aufgelöst, als das Reich seine Grenztruppen nicht länger unterhalten konnte. Einige Jahrzehnte später kamen die arabischen Eroberer. Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Dokumentation an dieser Stelle abbricht. Doch das Archiv wurde weitergeführt.
Unter den späteren Papyri befindet sich eine Anforderung von Weizen- und Öllieferungen aus dem Jahr 675. Das Dokument wurde im Namen des neuen Statthalters in zwei Sprachen verfasst – auf Griechisch und Arabisch. Die Stadt entrichtete ihre Steuern weiterhin an die neue Obrigkeit, so wie zuvor an die alte. Die Kirchen blieben geöffnet, und die Pilger zogen noch immer durch Nessana zum Sinai.
Die Soldaten, deren Namen durch diese Papyri überliefert wurden, hinterließen keine einzige Predigt und vollbrachten keine Heldentat, die eine eigene Chronik verdient hätte. Dennoch zeigt sich die Größe ihres Glaubens selbst in ihrer alltäglichen Lebensweise.
Sie bewahrten wichtige Schriftstücke in Kirchen auf, unterzeichneten fremde Verträge als Zeugen im Namen Christi und trugen abgenutzte Schriftrollen voller Rechtschreibfehler bei sich. Das Reich, das sie bewaffnet und in seinen Dienst genommen hatte, zerfiel vor ihren Augen. Doch das, woran sie glaubten, blieb ihnen bis zum Ende ihres irdischen Lebens und darüber hinaus im ewigen Leben erhalten.
]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/geschichte-und-kultur/88669-wie-ein-psalm-mit-schreibfehlern-einen-soldaten-vor-daemonen-schuetzte</guid></item><item><title><![CDATA[Der reiche Jüngling und die „eiserne Mauer“ des Eigenwillens]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88671-der-reiche-juengling-und-die-eiserne-mauer-des-eigenwillens</link><description><![CDATA[Priester Matthias Fröse deutete das Evangelium als Aufruf, die Bindungen des eigenen Herzens zu erkennen und sich von Christus verwandeln zu lassen.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 13:00:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Am Sonntag (23. August 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus in Mainz in der Außenstelle Meisenheim über das Evangelium vom reichen Jüngling (Mt 19,16-26) und die Frage nach dem ewigen Leben. Die Gemeinde veröffentlichte das Video der Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Der junge Mann fragt Christus, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen. Obwohl er die Gebote halte, spüre er, dass ihm etwas fehle. Christus fordert ihn auf, seinen Besitz zu verkaufen, den Erlös den Armen zu geben und ihm nachzufolgen. Der Jüngling geht traurig davon, weil er viele Güter besitzt. Der Geistliche betont in seiner Predigt, dass nicht der Besitz an sich das Problem sei, sondern die Frage, ob der Mensch über seinen Besitz verfüge oder dieser über ihn.
Блок - по темі (Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch)
Diese Frage überträgt der Priester auf das eigene Leben. Neben Geld könnten auch Bequemlichkeit, Ansehen, der Wunsch, Recht zu haben, Kränkungen oder Unversöhnlichkeit den Menschen binden. Der Wüstenvater Poimen habe den Eigenwillen als „eiserne Mauer“ zwischen Mensch und Gott bezeichnet. Dem „Mein Wille geschehe“ stellt Fröse den geheilten Willen gegenüber: „Dein Wille geschehe.“
Im Zusammenhang mit dem Nachfest der Verklärung des Herrn deutet der Priester das Taborlicht als Licht, das nicht nur Christus offenbare, sondern auch das Herz des Menschen. Es mache sichtbar, woran dieser gebunden sei. Als Gegenbild zum reichen Jüngling führt er den Apostel Paulus an: Während der Jüngling an seinem bisherigen Leben festhält, lässt Paulus zu, dass Gottes Gnade ihn verwandelt. Aus dem Verfolger wird ein Apostel.
Priester Matthias Fröse betont, dass diese Verwandlung nicht aus eigener Kraft möglich sei. Christus rufe den Menschen, zwinge ihn aber nicht. Entscheidend sei seine Antwort und die Bereitschaft zu einem konkreten Schritt des Vertrauens – etwa zu vergeben, um Entschuldigung zu bitten, etwas abzugeben oder eine Sorge Gott zu überlassen.
Christus wolle den Menschen nicht seines Besitzes berauben, sondern ihn von dem befreien, was ihn gefangen hält. Deshalb solle man nicht traurig von Christus fortgehen, wenn sein Wort einen schmerzhaften Punkt berühre, sondern um Befreiung und Verwandlung bitten. So könne das Licht des Tabor auch das eigene Leben durchdringen und verändern.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88671-der-reiche-juengling-und-die-eiserne-mauer-des-eigenwillens</guid></item><item><title><![CDATA[Erzbischof Tichon zelebrierte zum Festabschluss der Verklärung des Herrn]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88670-erzbischof-tichon-zelebrierte-zum-festabschluss-der-verklaerung-des-herrn</link><description><![CDATA[Der Administrator der Berliner Diözese feierte gemeinsam mit Geistlichen die Göttliche Liturgie und empfing eine Kindergartengruppe.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 11:57:23 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Am 26. August 2026, dem Tag des Abschieds vom Fest der Verklärung des Herrn und Gedenktag des heiligen Tichon, Bischof von Woronesch und Wundertäter von Sadonsk, zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.Блок - по темі (Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch)Konzelebriert wurde der Gottesdienst von Erzpriester Alexey Tomyuk aus Leipzig, Priester Maxim Yudakov und Protodiakon Archil Chkhikvadze. Unter den Gläubigen waren auch Kinder des russischen Kindergartens „Vergissmeinnicht“, die während der Liturgie die Heilige Kommunion empfingen.In der Litanei der inbrünstigen Bitte wurde insbesondere für den Frieden gebetet. Nach der Liturgie feierten Erzbischof Tichon und die Geistlichen das Fest der Verklärung des Herrn sowie den Gedenktag des heiligen Tichon von Woronesch. Der Diözesanadministrator sprach ein Gebet und brachte anschließend nach dem Weihrauchopfer die Ikone der Verklärung des Herrn zum Altar.Im Anschluss an den Gottesdienst führte Erzbischof Tichon ein Arbeitsgespräch mit Erzpriester Alexey Tomyuk, dem Rektor der Leipziger Pfarrei.Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88670-erzbischof-tichon-zelebrierte-zum-festabschluss-der-verklaerung-des-herrn</guid></item><item><title><![CDATA[Das Maß des Fastens ist wichtiger als seine Strenge]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/mensch-und-kirche/88668-das-mass-des-fastens-ist-wichtiger-als-seine-strenge</link><description><![CDATA[Das Typikon schreibt die klösterliche Ordnung vor, aber erst die geistliche Unterscheidung eines Laien macht aus strengen Regeln ein Werkzeug, das weder Herz noch Haus zerbricht.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 11:04:34 +0200</pubDate><category>Mensch und Kirche</category><content:encoded><![CDATA[Jeden August verbreitet sich in Chats und Rundschreiben mit dem Kirchenkalender dieselbe Tabelle: montags, mittwochs und freitags Trockenkost, dienstags und donnerstags gekochte Speisen ohne Öl – und nur samstags und sonntags ist eine gewisse Erleichterung vorgesehen. Anfangs flößt ein solcher Zeitplan Respekt ein: Die Regel ist streng, denn das Entschlafungsfasten gilt nach der Großen Fastenzeit als die zweitstrengste Fastenzeit, obwohl es lediglich zwei Wochen dauert. Doch schon bald kommt die erwartbare Panik auf: Wie soll man das mit Arbeit, Kindern und gewöhnlicher Erschöpfung überhaupt bewältigen?
Bevor man sich davon erschrecken lässt, sollte man fragen: Für wen wurde diese Regel überhaupt geschrieben?Блок - по темі (Demut beginnt mit geschlossenen Augen)Die Regel wurde nicht für uns geschrieben
Der strenge Kalender des Entschlafungsfastens beruht auf einer konkreten Klosterregel, die im Kloster des heiligen Sabbas des Geheiligten bei Jerusalem entstand und später in das allgemeine Typikon aufgenommen wurde. Eine eigene Fastenordnung für Laien gibt es in der Kirche schlichtweg nicht.
Das strenge Fasten wurde für einen Mönch bestimmt, dessen Tag vom Morgen bis zum Abend durch Gottesdienste und die Arbeit in der Gemeinschaft geprägt ist. Es war jedoch nicht für einen Menschen gedacht, der nach einer Mahlzeit aus Trockenkost noch acht Stunden am Steuer sitzen oder für eine Familie mit vier Kindern am Herd stehen muss.
Die Regel vollständig zu verwerfen, ist ebenfalls keine Lösung – schließlich hat sie eine tiefe Tradition und Bedeutung. Sie jedoch wörtlich und ohne Unterscheidungsvermögen auf das eigene Leben anzuwenden, ist ein Fehler, vor dem bereits die Kirchenväter, die diese Regeln verfassten, warnten.
Der heilige Johannes Cassianus ermahnte seine Schüler, nicht nur darauf zu achten, nicht übermäßig zu essen, sondern auch die Nahrung zur vorgesehenen Zeit zu sich zu nehmen – selbst dann, wenn man strenger fasten möchte. Maßlose Enthaltsamkeit, schrieb er, sei schädlicher als übermäßiges Essen.
Der heilige Ignatij Brjantschaninow warnte noch eindringlicher: Eine asketische Übung, für die die Seele noch nicht reif ist, stärkt den Menschen nicht. Sie bringt ihn aus dem Gleichgewicht und hinterlässt Niedergeschlagenheit statt Gnade.
Wer kann einem Laien als Vorbild dienen?
Hier zeigt sich die eigentliche Schwierigkeit. Man öffnet den Heiligenkalender auf der Suche nach einem Vorbild und findet vor allem Mönche, Einsiedler, Bischöfe und Märtyrer. Ihr Leben endete häufig heldenhaft, eindrucksvoll, aber früh. Beispiele dafür, wie ein Laie mit Haus, Ehepartner, Kindern und Haushalt fasten soll, sind dagegen erstaunlich selten.
Eines der eindrucksvollsten Vorbilder ist die heilige Juliana von Lasarewo, eine Adlige aus Murom, die im 16. Jahrhundert lebte. Mit 16 Jahren heiratete sie und übernahm die Leitung eines großen Haushalts. Sie stand vor allen anderen im Haus auf und ging als Letzte schlafen. Selbst in Hungerjahren versorgte sie die Armen und gab ihnen ihren letzten Bissen. Sie brachte 13 Kinder zur Welt, von denen die meisten bereits im Säuglingsalter starben. Zwei ihrer erwachsenen Söhne kamen im Dienst des Zaren ums Leben. Nach diesem Verlust bat Juliana ihren Mann um den Segen, in ein Kloster einzutreten. Ihr Mann antwortete jedoch, zunächst müssten die verbliebenen Kinder großgezogen werden.
Gehorsam blieb sie gegenüber ihrer Familie. Ihren geistlichen Kampf übertrug sie auf den häuslichen Alltag: Sie verstärkte ihr Fasten und ihr Gebet, schlief nur zwei Stunden täglich und legte sich statt eines Kissens ein Stück Holz unter den Kopf.
Dieses Detail sollte selbstverständlich nicht als Handlungsanweisung verstanden werden – das Holzstück ist hier nicht das Entscheidende. Viel wichtiger ist, was anschließend geschah. Als Krankheit und jahrelange Erschöpfung ihren Tribut forderten, besuchte Juliana die Gottesdienste seltener. Ihr häusliches Gebet wurde jedoch umso intensiver. Die Frau, die von der Kirche gerade wegen ihrer Askese als Heilige verherrlicht wurde, änderte selbst die Form dieser Strenge, als ihr Körper sie nicht mehr ertragen konnte. Für sie war die kirchliche Regel ein Werkzeug zur Läuterung der Seele. Wie jedes Werkzeug darf man es beiseitelegen oder durch ein anderes ersetzen, wenn es seinen Zweck nicht mehr erfüllt.
Das Maß des Fastens findet man nicht im Internet
Daraus ergibt sich auch eine praktische Antwort auf die Frage nach der Strenge des Fastens. Das Maß der Enthaltsamkeit eines Laien steht nicht in einer Tabelle, die aus dem Internet heruntergeladen wurde. Es liegt in einer besonnenen Entscheidung, die gemeinsam mit dem geistlichen Vater getroffen wird und den Gesundheitszustand, die Arbeitsbedingungen sowie die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt, die mit einem zusammenleben und auf die eigene Hilfe angewiesen sind. Ein Fasten, nach dem man aus Hunger und Gereiztheit seine Angehörigen anfährt, ist nicht besser als ein Fasten, das man überhaupt nicht eingehalten hat. Beide verfehlen ihr Ziel – nur von unterschiedlichen Seiten.
Das Entschlafungsfasten dient der Begegnung mit einem Geheimnis. Der Überlieferung zufolge verbrachte die Allheilige Gottesgebärerin ihre letzten Tage in Stille und verstärktem Gebet – ohne Zeugen und selbstverständlich ohne ihre geistliche Anstrengung zur Schau zu stellen.
Vielleicht ist es deshalb nicht die wichtigste Beschäftigung dieser beiden Wochen, die Tage zu zählen, die man mit Trockenkost verbracht hat. Viel wichtiger ist es, sich selbst zu fragen: Ist es während dieser Zeit im Haus etwas stiller und im Herzen etwas ruhiger geworden?
]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/mensch-und-kirche/88668-das-mass-des-fastens-ist-wichtiger-als-seine-strenge</guid></item><item><title><![CDATA[ Bischof Hiob von Stuttgart traf Metropolit Antonius in Moskau]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88667--bischof-hiob-von-stuttgart-traf-metropolit-antonius-in-moskau</link><description><![CDATA[Der Vorsitzende des Außenamtes des Moskauer Patriarchats empfing den Bischof der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland zu einem Gespräch.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:59:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Metropolit Antonius von Wolokolamsk, seit 2022 Vorsitzender der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen (DECR) der Russischen Orthodoxen Kirche, hat am 25. August 2026 in Moskau Bischof Hiob von Stuttgart, Vikar der deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA), getroffen. Darüber berichtete die DECR auf ihrer Webseite.
Блок - по темі (Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch)
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Eindrücke Bischof Hiobs von seiner jüngsten Pilgerreise durch Russland. Das Treffen fand im Außenamt des Moskauer Patriarchats statt.
An dem Gespräch nahmen seitens der DECR außerdem Erzpriester Nikolai Balaschow, Berater des Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus, Erzpriester Igor Wyschanow, stellvertretender Vorsitzender des DECR, sowie Michail Iljitschew, Leiter des Rechtsdienstes des DECR, teil.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88667--bischof-hiob-von-stuttgart-traf-metropolit-antonius-in-moskau</guid></item><item><title><![CDATA[Bauarbeiten für rumänisch-orthodoxe Kirche in Düsseldorf haben begonnen]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88666-bauarbeiten-fuer-rumaenisch-orthodoxe-kirche-in-duesseldorf-haben-begonnen</link><description><![CDATA[Nach der Weihe des Grundsteins im Mai starteten auf dem Grundstück am Werstener Feld nun die Fundamentarbeiten für den Kirchenneubau.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 10:38:36 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Düsseldorf hat mit dem Bau ihrer neuen Kirche begonnen. Das Projekt ist ein wichtiger Meilenstein in der rund 80-jährigen Geschichte der Gemeinde, die damit eine dauerhafte liturgische Heimat erhalten soll. Darüber berichtete die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite.Блок - по темі („Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche“)Am 25. August haben auf dem Grundstück Werstener Feld 63 in Düsseldorf die Fundamentarbeiten für die neue rumänisch-orthodoxe Kirche begonnen. Der Grundstein war bereits im Mai von Metropolit Serafim von Deutschland, Mittel- und Nordeuropa, geweiht worden.Die Bauarbeiten wurden von Architekt Bogdan Bărbulescu gemeinsam mit den beauftragten Firmen vorbereitet und erfolgen nach dem mit dem Gemeinderat abgestimmten Zeitplan. Nach der Fertigstellung des Fundaments soll die Firma General Construct den Rohbau des Kirchengebäudes errichten.Erzpriester Iosif-Cristian Rădulescu würdigte den Einsatz der Gemeindemitglieder bei der Verwirklichung des lang erwarteten Projekts. „Wo der Mensch dem Ruf Gottes aufmerksam folgt, geschehen Wunder“, erklärte der Geistliche. Es genüge, zu glauben und dem Glauben Taten folgen zu lassen, um Zeugnis von der Gnade Gottes abzulegen. Er sei tief bewegt von der Freude, mit der die Gläubigen ihrer „göttlichen Berufung“ folgten.Die rumänische Gemeinde in Düsseldorf wurde 1946 von Priester Emilian Vasiloschi gegründet und ließ sich 1951 dauerhaft in Düsseldorf nieder. Bis 1966 war sie ein zentrales Seelsorgezentrum der rumänisch-orthodoxen Kirche in Westdeutschland. Seit 1962 fanden die Gottesdienste im Orthodoxen Zentrum in Wersten statt.Die Gemeinde erwarb das Gebäude 2018. Gutachten stellten später gravierende statische Probleme an der dortigen Holzkapelle fest. Die Kapelle wurde 2021 abgerissen. Der Entwurf für die neue Kirche entstand 2022 nach Plänen des Architekten Nicolae Tulban.Seit 2010 wird die Düsseldorfer Gemeinde von Erzpriester Iosif-Cristian Rădulescu betreut. Mit dem nun begonnenen Neubau soll die traditionsreiche Gemeinde wieder ein eigenes Gotteshaus erhalten.Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Slobodan Tijanić in Frankfurt das Evangelium vom reichen Jüngling als Aufruf deutete, sich von dem zu lösen, was im eigenen Herzen den Platz Gottes einnimmt.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88666-bauarbeiten-fuer-rumaenisch-orthodoxe-kirche-in-duesseldorf-haben-begonnen</guid></item><item><title><![CDATA[Erzbischof Tichon würdigte Erzbischof Longin zum 12. Todestag]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88665-erzbischof-tichon-wuerdigte-erzbischof-longin-zum-12-todestag</link><description><![CDATA[Der Administrator der Berliner Diözese erinnerte an den langjährigen Leiter der russisch-orthodoxen Vertretung in Deutschland und dessen Aufruf zum Frieden.]]></description><pubDate>Thu, 27 Aug 2026 08:54:47 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, hat anlässlich des 12. Todestages von Erzbischof Longin (Talypin) an dessen Wirken in Deutschland erinnert. Am 25. August 2026 zelebrierte Erzbischof Tichon gemeinsam mit Priester Maxim Yudakov einen Gedenkgottesdienst in der Auferstehungskathedrale in Berlin, wie die Diözese berichtete.Erzbischof Longin habe durch seinen langjährigen Dienst, seine Arbeit und seine Nächstenliebe einen tiefen Eindruck im Leben der Kirche hinterlassen, so Erzbischof Tichon. Seit seiner Bischofsweihe 1981 bis zu seinem Tod im Jahr 2014 war er Rektor der Stawropegischen Fürbittkirche in Düsseldorf.Блок - по темі (Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch)Als geistliches Vermächtnis gilt eine Botschaft, die der Geistliche am 4. Mai 2014, wenige Monate vor seinem Tod, an die Gläubigen richtete. Darin warnte er angesichts des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine vor Hass und Spaltung. „Wir wagen es nicht, jemanden zu hassen, der eine andere Ansicht vertritt“, schrieb der Erzbischof. Die Gemeinde müsse als „multinationale Familie“ mit allen in Frieden und Liebe zusammenleben, unabhängig davon, welche Seite des Konflikts jemand unterstütze.Erzbischof Longin rief zugleich dazu auf, zuerst die eigenen Sünden zu erkennen und für die jeweils anderen zu beten. Er schloss seine Botschaft mit dem Appell: „Der Herr erlitt die Qualen des Kreuzes für jeden von uns, denn er ist die Liebe.“ Wer Christus nachfolge, müsse daher auch seinen Nächsten lieben.Erzbischof Longin wurde 1946 in Helsinki geboren und 1969 zum Mönch und Priester geweiht. 1979 übernahm er das Amt des Dekans der Kirchen der Diözese Düsseldorf des Mitteleuropäischen Exarchats des Moskauer Patriarchats. 1981 wurde er zum Bischof von Düsseldorf geweiht und 1989 zum Erzbischof erhoben.Von besonderer Bedeutung war sein Wirken in Deutschland. 1992 wurde er Erzbischof von Klin und Rektor der Fürbittkirche in Düsseldorf, 1995 übernahm er die Leitung der neu gegründeten Vertretung der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland. Zudem engagierte er sich in der ökumenischen Arbeit, unter anderem im Ökumenischen Rat der Kirchen und in der Konferenz Europäischer Kirchen. Von 1999 bis 2002 leitete er die Ständige Delegation der Russisch-Orthodoxen Kirche bei der Europäischen Ökumenischen Kommission. Erzbischof Longin starb am 25. August 2014 in Düsseldorf und wurde am 28. August auf dem Friedhof in Bonn beigesetzt.Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88665-erzbischof-tichon-wuerdigte-erzbischof-longin-zum-12-todestag</guid></item><item><title><![CDATA[Internationales Treffen der Orthodoxen Jugend kehrt nach Bukarest zurück]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88664-internationales-treffen-der-orthodoxen-jugend-kehrt-nach-bukarest-zurueck</link><description><![CDATA[Rund 2.400 junge Orthodoxe aus Rumänien und der Diaspora werden Ende August zum ITO 2026 in der rumänischen Hauptstadt erwartet.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 18:26:21 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Das Internationale Treffen der Orthodoxen Jugend (ITO), die größte Jugendveranstaltung der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, findet vom 31. August bis 3. September 2026 in Bukarest statt. Unter dem Motto „Jugend, Familie und Leben in Christus“ werden auf Einladung und mit dem Segen des rumänisch-orthodoxen Patriarchen Daniel rund 2.400 junge Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahren aus Rumänien, der Diaspora und weiteren Ländern erwartet. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaft, Gebet, Dialog und christliche Bildung, wie das Patriarchat berichtete.Блок - по темі (Patriarch Daniel: „Kinder und Jugendliche sind Gaben Gottes“)Die 2014 ins Leben gerufene Veranstaltung wird in diesem Jahr im Rahmen des „Jahres der Ehrung der Seelsorge an der christlichen Familie“ und des Gedenkjahres der heiligen Frauen des orthodoxen Kalenders ausgerichtet. Konferenzen, Workshops, Gebetszeiten und kulturelle Veranstaltungen widmen sich Themen wie Familie, Berufung und christlicher Identität. Zum Programm gehören unter anderem eine Konferenz über Jugend und Familie, eine geistliche Konferenz mit dem rumänisch-orthodoxen Bischof Macarie von Nordeuropa sowie eine Lichterprozession von der Nationalkathedrale zur historischen Patriarchalkathedrale. Den Abschluss bildet am 3. September eine von Hierarchen, Priestern und Diakonen zelebrierte Göttliche Liturgie in der Nationalkathedrale. Alle Infos finden sich auch auf der offiziellen Webseite.Die UOJ berichtete zuvor über den russisch-orthodoxen Bischof Aleksij von Wien, der über das orthodoxe Leben in der Diaspora, die Entwicklung seiner Diözese und den 2024 verstorbenen deutschen Abt Paisios sprach.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88664-internationales-treffen-der-orthodoxen-jugend-kehrt-nach-bukarest-zurueck</guid></item><item><title><![CDATA[Patriarch Daniel: „Kinder und Jugendliche sind Gaben Gottes“]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88663-patriarch-daniel-kinder-und-jugendliche-sind-gaben-gottes</link><description><![CDATA[Der rumänisch-orthodoxe Hierarch betonte zum Beginn des Schuljahres die Bedeutung christlicher Erziehung und des Religionsunterrichts.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 18:08:21 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 hat der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel von Rumänien Schüler, Eltern und Lehrkräfte gesegnet und zur Pflege der Werte des christlichen Glaubens in Familie, Kirche, Schule und Gesellschaft aufgerufen. Kinder und Jugendliche seien „Gaben Gottes für die Familie, die Kirche und die Menschen“, erklärte der Patriarch in seiner am 25. August veröffentlichten Botschaft.Блок - по темі (Das orthodoxe CRISIS-Journal beendet sein regelmäßiges Erscheinen)Christliche Erziehung könne dazu beitragen, dass junge Menschen nicht nur zu guten Bürgern ihres irdischen Vaterlandes, sondern auch zu „Bürgern des himmlischen Vaterlandes“ heranwüchsen. Als Beispiele verwies Patriarch Daniel auf heilige Familien wie die des heiligen Basilius des Großen und des heiligen Woiwoden Konstantin Brâncoveanu.Besondere Bedeutung misst der Patriarch dem Religionsunterricht bei. Dieser trage zur Entwicklung der persönlichen Identität bei, vermittle spirituelle und kulturelle Werte und fördere moralische Haltungen und Verhaltensweisen. Bildung dürfe sich daher nicht auf die Vermittlung von Wissen beschränken, sondern müsse auch Fähigkeiten, Einstellungen und Werte fördern.Zugleich hob Patriarch Daniel die Zusammenarbeit zwischen Pfarreien und Schulen hervor. Die rumänisch-orthodoxe Kirche werde auch im neuen Schuljahr Kinder aus benachteiligten Familien mit Schultaschen, Schulmaterialien und Kleidung unterstützen.Zum Abschluss seiner Botschaft bat der Patriarch Jesus Christus, die Gottesmutter und alle Heiligen um Frieden, Freude, Gesundheit und Beistand für Schüler, Eltern und Lehrkräfte im neuen Schuljahr.Die UOJ berichtete zuvor über den russisch-orthodoxen Bischof Aleksij von Wien, der über das orthodoxe Leben in der Diaspora, die Entwicklung seiner Diözese und den 2024 verstorbenen deutschen Abt Paisios sprach.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88663-patriarch-daniel-kinder-und-jugendliche-sind-gaben-gottes</guid></item><item><title><![CDATA[US-Anwalt R. Amsterdam verlangte Untersuchung des Mönchsmords in der Lawra]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88662-us-anwalt-r-amsterdam-verlangte-untersuchung-des-moenchsmords-in-der-lawra</link><description><![CDATA[Internationale Menschenrechtler fordern, die Verantwortlichen für die Ermordung des Mönchs Warsonofij Turjanski zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 18:04:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Robert Amsterdam veröffentlichte auf X eine Erklärung der international tätigen Anwaltskanzlei Amsterdam & Partners LLP. Darin fordert die Kanzlei eine unverzügliche, unabhängige und transparente Untersuchung der Ermordung eines Mönchs in der Swjatogorsker Lawra. Darüber berichtete die ukrainische Redaktion der UOJ.
Die Anwälte verlangten, die Verantwortlichen für die Ermordung des Mönchs Warsonofij Turjanski zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.
In seinem Kommentar wies Robert Amsterdam darauf hin, dass die politische Führung der Ukraine am Tag der Ermordung des Mönchs zu einem Gebetsfrühstück zusammengekommen sei – wie üblich ohne Vertreter der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK).
„Die Heuchelei der gegenwärtigen Regierung und ihrer Unterstützer ist erschütternd. Die Ermordung des Mönchs Warsonofij ist eine entsetzliche Folge der Atmosphäre, die sie selbst geschaffen haben“, erklärte der Rechtsanwalt.
Блок - по темі (Metropolit Feodossij: Mord an einem Mönch ist Ausdruck satanischen Hasses)
Amsterdam fügte hinzu, Gebetsfrühstücke dürften nicht als Deckmantel für religiöse Verfolgung dienen. Er rief die ausländischen politischen und religiösen Führungspersönlichkeiten, die an der Veranstaltung von Wolodymyr Selenskij teilgenommen hatten, dazu auf, darüber nachzudenken, ob ihre Anwesenheit nicht genau jene Politik legitimiere, der die Grundsätze der Religionsfreiheit entgegenstehen müssten.
In der Erklärung wird außerdem betont, der Angriff könne nicht losgelöst vom Kontext des systematischen staatlichen Drucks auf die UOK betrachtet werden. Dazu zähle auch das Vorgehen des Staatlichen Dienstes für Ethnopolitik und Gewissensfreiheit unter der Leitung von Wiktor Jelenskij.
Die Organisation rief die internationalen Partner der Ukraine dazu auf, die umfassendere Kampagne gegen die UOK sorgfältig zu untersuchen und von der ukrainischen Regierung die Achtung der Religionsfreiheit sowie der institutionellen Unabhängigkeit der Kirche zu verlangen.
„Gewalttätige Angriffe geschehen nicht in einem politischen Vakuum“, heißt es in der Erklärung.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Verwundeter Novize den Angriff auf orthodoxes Kloster in der Ukraine geschildert hatte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88662-us-anwalt-r-amsterdam-verlangte-untersuchung-des-moenchsmords-in-der-lawra</guid></item><item><title><![CDATA[Vom Suchenden zum Getauften: Daniel findet zur Orthodoxie]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88661-vom-suchenden-zum-getauften-daniel-findet-zur-orthodoxie</link><description><![CDATA[Ein 26-Jähriger wurde bei Karlsruhe in einem Baggersee orthodox getauft: Daniel hatte zuvor kaum Berührung mit dem christlichen Glauben.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 17:26:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[In der orthodoxen Gemeinde zu Ehren der Heiligen Apostel Petrus und Paulus in Karlsruhe, die zur Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa gehört, wurde ein 26-Jähriger in einem Baggersee bei Karlsruhe orthodox getauft. Priester Oleg Kuchta spendete Daniel am 21. August 2026 das Sakrament. Der 26-Jährige wurde durch vollständiges Untertauchen in den Tod und die Auferstehung Jesu Christi hineingenommen und damit in die orthodoxe Kirche aufgenommen, wie die Gemeinde berichtete.
Daniel stammt aus Landau in der Pfalz. In seiner Familie habe er viel Liebe und Wärme erfahren, der Glaube an Gott habe jedoch keine Rolle gespielt. Erst vor etwas mehr als einem Jahr begann seine intensive Suche nach Gott. Dabei beschäftigte er sich zunehmend mit Fragen nach Gott, dem ewigen Leben und dem Bösen.
Блок - по темі (Heilige Afra von Augsburg: ein Beispiel für radikale Umkehr)
Diese Suche führte ihn zeitweise in eine tiefe Niedergeschlagenheit, in der auch Suizidgedanken auftraten. Bei einem Spaziergang kam es nach seiner Schilderung zu einem entscheidenden Moment. Mitten in seinen dunklen Gedanken habe er plötzlich erkannt: „Wenn es all diese bösen und negativen Dinge gibt, die ich so stark in mir verspüre, dann muss es auch Gott geben.“
Er betete erstmals bewusst zu Gott und bat ihn, sich ihm zu zeigen. Daraufhin habe er „eine unglaubliche Ruhe und Stille“ empfunden. „Ich hatte keine Angst mehr“, berichtet Daniel. Sein Leben habe sich angefühlt, als liege es „in der Hand eines anderen“.
Auf der weiteren Suche stieß Daniel im Internet auf die Orthodoxie. Er begann, die Bibel intensiver zu lesen, und fragte sich, welche Kirche die Sakramente und die apostolische Überlieferung bewahrt. Schließlich fand er die Karlsruher Gemeinde und besuchte deren Gottesdienste.
Die Liturgie habe ihn von Anfang an tief angesprochen, obwohl er zunächst kaum etwas verstand. „Bei den ersten Gottesdiensten verstand ich kein Wort“, sagt Daniel. Dennoch sei er sofort sicher gewesen: „Das ist genau das, was ich gesucht habe.“ Die Gottesdienste und Gesänge seien für ihn gewesen, „als wäre ein fehlendes Puzzleteil genau an seinen Platz gerückt“.
Zur Taufe trug Daniel ein weißes Taufhemd mit einem Kreuz auf dem Rücken. Für ihn ist es ein Symbol seines neuen Lebens: „Dass mein ganzes Leben – vom heutigen Augenblick bis zum Tod – in Christus sein soll, ist für mich ein wunderbares Symbol.“
Daniel sieht die Taufe als Beginn eines langen Weges. „Ich bin noch auf einem langen Weg zu Gott“, sagt er. Er müsse noch viel über Gottesdienst, Heilige und orthodoxe Bräuche lernen. Zugleich blickt er zuversichtlich nach vorn: „Aber ich habe ja mein ganzes Leben lang Zeit.“
Besonders freut er sich darauf, die Klosterwelt kennenzulernen und am Fest der Taufe des Herrn an den See zurückzukehren, in dem er selbst getauft wurde. Dann werde dieser Ort für ihn „geistig zum Jordan“. Seinen Weg zur Orthodoxie fasst Daniel rückblickend so zusammen: „Es war, als hätte Gott mich durch alles geführt.“
Die UOJ berichtete zuvor über den russisch-orthodoxen Bischof Aleksij von Wien, der über das orthodoxe Leben in der Diaspora, die Entwicklung seiner Diözese und den 2024 verstorbenen deutschen Abt Paisios sprach.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88661-vom-suchenden-zum-getauften-daniel-findet-zur-orthodoxie</guid></item><item><title><![CDATA[Gott hörte Davids Schrei – und er wird auch unseren hören]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/mensch-und-kirche/88655-gott-hoerte-davids-schrei-und-er-wird-auch-unseren-hoeren</link><description><![CDATA[Ein Drittel der biblischen Psalmen besteht aus Schmerzensschreien, Vorwürfen und Zorn, die an Gott gerichtet sind. Die Kirche hat keine einzige Zeile daraus gestrichen – denn gerade darin kann der Mensch Halt finden.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 14:30:00 +0200</pubDate><category>Mensch und Kirche</category><content:encoded><![CDATA[Ein Mensch beerdigt einen Angehörigen, erhält eine erschütternde Nachricht von der Front oder wacht im fünften Jahr in Folge wegen des Luftalarms auf. Eines Tages ertappt er sich bei dem Gedanken: „Herr, wo bist Du?“ Unmittelbar darauf folgt ein weiterer Gedanke: „So darf ich wahrscheinlich nicht denken. Dafür bestraft mich Gott. Ich sündige.“ Dann öffnet er den Psalter – und findet darin denselben Hilferuf.
Ein Drittel des Psalters ist ein Schrei
Bibelwissenschaftler haben längst festgestellt, dass etwa ein Drittel aller Psalmen Klagepsalmen sind – voller Beschwerden, Vorwürfe und Hilferufe. In seiner Verzweiflung fragt der Psalmist Gott: „Wach auf! Warum schläfst Du, Herr? Erwache, verstoße uns nicht für immer!“ (Ps 43,24). König David ruft: „Wie lange, Herr, willst Du mich noch ganz vergessen? Wie lange verbirgst Du Dein Angesicht vor mir?“ (Ps 12,2). In nahezu jedem Satz steckt ein Vorwurf: „Herr, Du schläfst. Du hast mich vergessen. Du hast Dich von mir abgewandt.“
Die Kirche hätte diese Zeilen aus den gottesdienstlichen Lesungen streichen können – zu unbequem sind sie für einen Menschen, der in Gott ausschließlich eine Quelle des Trostes sehen möchte. Doch sie wurden nicht gestrichen.
Блок - по темі (Demut beginnt mit geschlossenen Augen)
Der heilige Johannes Chrysostomos bemerkt bei seiner Auslegung des 43. Psalms, dass gläubige Menschen, die dem Schöpfer Vorwürfe machen, ihm dennoch weiterhin vertrauen. Darin liegt der Kern der biblischen Vorwürfe: Klage und Aufbegehren schließen die Treue zu Gott nicht aus, sondern begleiten sie.
Das menschliche Gebet Gottes
Am Kreuz, in den letzten Stunden seines irdischen Lebens, ruft der Herr Jesus Christus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Was ist das? Es ist die erste Zeile des 21. Psalms – eines alten Klagepsalms, den jeder Jude auswendig kannte.
Christus schreit, während er in jenem Augenblick, in dem der körperliche Schmerz seinen Höhepunkt erreicht, die menschliche Erfahrung des Verlassenseins und das Schweigen des Himmels durchlebt.
Wenn der Sohn Gottes in seiner menschlichen Natur diese Worte ausgesprochen hat, wäre es seltsam, uns das Recht abzusprechen, Gott die Last unseres Lebenskreuzes zu klagen.
Ein Psalm ohne Trost
Die meisten Klagepsalmen besitzen dennoch einen hoffnungsvollen Unterton. Der Verfasser schreit und klagt, erinnert sich gegen Ende des Psalms jedoch wieder an Gott und beschließt seine anklagenden Worte mit einem Ausdruck der Hoffnung. Doch es gibt eine Ausnahme von dieser Regel. Der 87. Psalm beginnt mit einem Ruf zum Herrn, endet aber mit den Worten: „Du hast Freund und Gefährten von mir entfernt; meine Bekannten sind nicht mehr zu sehen“ (Ps 87,19). Das ist alles. Es gibt keine Wendung zum Licht und kein abschließendes: „Dennoch werde ich Dich weiterhin preisen.“ Die Finsternis in der Seele des Verfassers bleibt bis zur letzten Zeile bestehen.
Dieser Psalm beweist, dass Gott einem leidenden Menschen nicht verlangt, Zuversicht vorzuspielen. Ein Gebet darf in Dunkelheit enden – in einer Finsternis, in der kein Licht zu erkennen ist.
Schon die Tatsache, dass ein solcher Text in der Heiligen Schrift enthalten ist, spendet Trost. Sie bedeutet, dass auch dieser Schmerz seinen Platz haben darf und nicht verborgen werden muss.
Der Unterschied zwischen Klage und Verzagtheit
Dabei darf die Klage nicht mit Verzagtheit verwechselt werden. Die Klage ist ein Schmerz, der Gott entgegengeschleudert und an ihn gerichtet wird – ein Schmerz, der noch immer auf eine Antwort wartet. Verzagtheit dagegen ist ein Schmerz, der sich im Inneren des Menschen verschließt. Der Mensch hört auf, irgendjemandem sein Leid zu klagen, weil er nicht mehr daran glaubt, dass es einen Sinn haben könnte.
Der heilige Siluan vom Athos wurde 15 Jahre lang von Gedanken der Verzagtheit gequält, bis er eines Tages in seinem Herzen die Antwort vernahm: „Halte deinen Geist in der Hölle und verzweifle nicht.“ Das bedeutet: Halte ihn in der Finsternis der Unterwelt, damit du nicht sündigst. Doch verzweifle zugleich nicht.
Der Starez Siluan erklärte später, dass viele Asketen in einen Zustand der Gottverlassenheit und Verzweiflung verfallen und deshalb nicht weitergehen können. Wer sich jedoch daran erinnert, dass der Herr ihn trotz allem liebt, steht wie eine Festung inmitten wechselnder Winde.
Die Klagepsalmen ermöglichen es dem Menschen, unmittelbar am Rand der Finsternis zu stehen – doch mit dem Gesicht zu Gott.
Gott erlaubt uns, ihm Vorwürfe zu machen
König David, der Verfasser der schärfsten und kühnsten Psalmen, wird von der Heiligen Schrift als Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet (1 Sam 13,14). Gott wendet sich nicht von einem Menschen ab, der es gewagt hat, ihm sein Schweigen vorzuwerfen. Er hörte diesen Vorwurf an und ließ ihn für immer niederschreiben, damit jeder von uns ihn wiederholen kann.
Das bedeutet, dass wir unsere Wut, unser „Wie lange noch?“ und unser „Warum hast Du mich verlassen?“ vor Gott bringen dürfen – und er wird unsere Schreie annehmen.
Ein Gebet muss nicht mit Worten des Dankes beginnen. Manchmal beginnt es mit einem ehrlichen Vorwurf: „Wach auf, Herr! Warum schläfst Du?“ Und als Antwort werden wir die Worte des Erlösers aus dem Evangelium hören: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/mensch-und-kirche/88655-gott-hoerte-davids-schrei-und-er-wird-auch-unseren-hoeren</guid></item><item><title><![CDATA[Priester Daniel Schärer: „Die Mauer zwischen uns und Gott abreißen“]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88660-priester-daniel-schaerer-die-mauer-zwischen-uns-und-gott-abreissen</link><description><![CDATA[Der Geistliche sprach in Zürich über das Gleichnis vom reichen Jüngling und rief dazu auf, die asketische Tradition der Kirche zu pflegen.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 14:14:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[In seiner Predigt am Sonntag, dem 23. August 2026, hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich über das Gleichnis vom reichen Jüngling gesprochen und dazu aufgerufen, die asketische Tradition der Kirche bewusst zu pflegen und Hindernisse zwischen dem Menschen und Gott abzubauen. Die Gemeinde übertrug die Heilige Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal.
Priester Daniel Schärer betonte zunächst die tröstliche und hoffnungsvolle Botschaft des Evangeliums (Mt 19,16-26): Was dem Menschen unmöglich sei, sei bei Gott möglich. Zugleich gehe es in der Geschichte vom reichen Jüngling nicht allein um die Gnade und Allmacht Gottes, sondern auch um die „Symphonie“, also das Zusammenwirken von Gott und Mensch. Der Jüngling habe trotz seiner Erkenntnis und seines guten Willens die Vollendung nicht erreicht, weil sein Reichtum wie eine Mauer zwischen ihm und Gott gestanden habe.
Блок - по темі (Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch)
Als Beispiele für ein solches Zusammenwirken von Mensch und Gott verwies Schärer auf die Heiligen, deren gedacht wurde. Die Neumärtyrer und Bekenner von Solowki hätten selbst unter schwersten Bedingungen Gott über alles gestellt. Auch die Heiligen von Valaam hätten in großer Entbehrung ihr Leben Gott gewidmet. Von dort sei das geistliche Zeugnis bis nach Amerika gelangt, unter anderem durch den heiligen Herman von Alaska.
Auch der heilige Laurentius, ein Diakon und Märtyrer, habe seine Liebe zu Gott über alles gestellt. Als er vom Präfekten aufgefordert worden sei, die Reichtümer der Kirche auszuliefern, habe er die Armen versammelt und sie als die „Reichtümer der Kirche“ präsentiert. Sein Mut sei aus der Verbindung von menschlichem Handeln und Gottes Hilfe erwachsen.
Zugleich warnte Schärer vor einem modernen Missverständnis dieser „Symphonie“. Die bloße Entscheidung für Christus reiche nicht aus, um das eigene Leben grundlegend zu verändern. Der reiche Jüngling habe Jesus als den erkannt, der er ist, und seine Gebote beachtet, sei aber dennoch nicht bereit gewesen, auf seinen Reichtum zu verzichten.
Der Gesitliche bezog diese Aussage auch auf sich selbst und bekannte, dass die Erkenntnis Christi als Erlöser allein nur wenig bewirke, wenn der Mensch weiterhin Hindernisse zwischen sich und Gott aufbaue. Deshalb rief er dazu auf, die asketische Tradition der Kirche lebendig zu halten. Fasten und andere geistliche Mittel könnten helfen, Stolz, Reichtum und andere Bindungen abzubauen und so den Weg für die Zusammenarbeit mit Gott freizumachen.
Die lange Erfahrung der Kirche zeige, dass der menschliche Wille allein nicht ausreiche. Vielmehr müsse der Mensch an sich arbeiten und die ihm von der Kirche gegebenen Mittel nutzen, um sich Gott anzunähern. So könne er – anders als der reiche Jüngling – Christus nachfolgen und den Weg mit Gott gehen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88660-priester-daniel-schaerer-die-mauer-zwischen-uns-und-gott-abreissen</guid></item><item><title><![CDATA[Photisis TV stellt eines der ältesten Klöster Kretas vor]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88659-photisis-tv-stellt-eines-der-aeltesten-kloester-kretas-vor</link><description><![CDATA[Neues Video zeigt das Heilige Kloster Agarathos, seine Geschichte und die Reliquien des heiligen Kyrillos Loukaris.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 12:10:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Das Heilige Kloster Agarathos auf Kreta gehört zu den ältesten noch bestehenden orthodoxen Klöstern der griechischen Insel. Ein neues Video von Photisis TV stellt auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal seine Geschichte, seine geistlichen Schätze und den heiligen Hieromärtyrer Kyrillos Loukaris vor.Photisis TV hat ein neues Video über das Heilige Kloster Agarathos auf Kreta veröffentlicht. Die Aufnahmen entstanden nach Angaben des Kanals während eines persönlichen Besuchs von „JesusLiebtEuch33“, dem Gründer von Photisis TV und des Discord-Servers „Apostolische Kirche“, im Kloster.
Блок - по темі (Photisis TV stellt den heiligen Athanasius den Großen als Verteidiger des Glaubens vor)
Das rund sechseinhalbminütige Video führt durch die Geschichte des Klosters, das etwa 23 Kilometer südöstlich von Heraklion liegt. Das genaue Gründungsdatum ist nicht überliefert; Historiker datieren die Entstehung in die Zeit zwischen 961 und 1205. Damit zählt Agarathos zu den ältesten orthodoxen Klöstern Kretas. Der Überlieferung zufolge geht der Name auf einen Strauch zurück, unter dem eine wundertätige Ikone der Gottesmutter gefunden worden sein soll. Die Hauptkirche ist der Entschlafung der Allerheiligsten Gottesgebärerin geweiht. Während der venezianischen Herrschaft entwickelte sich Agarathos zu einem bedeutenden geistlichen und kulturellen Zentrum. In der osmanischen Zeit diente das Kloster auch als Zufluchtsort für Christen. Während des griechischen Freiheitskampfes von 1821 wurden zahlreiche Mönche getötet und Teile der Anlage zerstört. Später wurde das Kloster wieder aufgebaut; die Hauptkirche wurde 1894 umfassend erneuert. Heute lebt dort weiterhin eine Mönchsgemeinschaft. Das Video zeigt zudem das kirchliche Museum mit historischen Ikonen, liturgischen Gewändern, Handschriften und sakralen Gefäßen sowie die Klosterbibliothek. Ein Schwerpunkt liegt auf dem heiligen Hieromärtyrer Kyrillos Loukaris (1572–1638), dem späteren Patriarchen von Alexandria und ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel. Er wurde als junger Mann im Kloster Agarathos Mönch. Die UOJ berichtete zuvor über den russisch-orthodoxen Bischof Aleksij von Wien, der über das orthodoxe Leben in der Diaspora, die Entwicklung seiner Diözese und den 2024 verstorbenen deutschen Abt Paisios sprach.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88659-photisis-tv-stellt-eines-der-aeltesten-kloester-kretas-vor</guid></item><item><title><![CDATA[Metropolit Feodossij: Mord an einem Mönch ist Ausdruck satanischen Hasses]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88658-metropolit-feodossij-mord-an-einem-moench-ist-ausdruck-satanischen-hasses</link><description><![CDATA[Der Metropolit von Tscherkassy zog eine Parallele zum Martyrium der ehrwürdigen Märtyrernonne Rafaila, die vor hundert Jahren grausam gefoltert wurde.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 11:49:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Metropolit Feodossij von Tscherkassy und Kanew erklärte, die brutale Ermordung des Mönchs Warsonofij aus der Swjatogorsker Lawra sei Ausdruck desselben satanischen Hasses, mit dem vor 100 Jahren die heilige Märtyrernonne Rafaila Tertazkaja zu Tode gefoltert worden sei. Dies sagte er in seiner Predigt während der Feierlichkeiten im Frauenkloster der Heiligen Dreifaltigkeit in Tschyhyryn am 24. August 2026.
Nach den Worten des Hierarchen wurde Äbtissin Rafaila vor 100 Jahren aus dem Haus geführt, in dem sie nach der Schließung ihres Klosters lebte, und grausam gefoltert: Man fuhr mit einem Wagen über sie hinweg, brach ihr die Gliedmaßen und stach mit Bajonetten auf sie ein.
„Genau so hasst Satan Gott und die Wahrheit Gottes. Und Menschen, die sich Satan unterwerfen und zu seinem Werkzeug in dieser Welt geworden sind, hassen ebenso jene Menschen, die von Gott sind und ein heilig es Leben für Gott und seine Gnade führen“, sagte Metropolit Feodossij.
Er betonte, dass eine Gruppe von Menschen am Vorabend der Feierlichkeiten den Mönch Warsonofij in der Swjatogorsker Lawra zu Tode gequält und ihm mit einem Messer das Gesicht zerschnitten habe.
Блок - по темі (Angriff auf Mönche in der Swjatohirsker Lawra in der Ukraine)
Der Metropolit erklärte, dieser Fall erinnere jeden orthodoxen Gläubigen daran, dass auch er eines Tages vor die Wahl zwischen dem Verrat am Glauben und dem Tod gestellt werden könnte.
„Es wird allein davon abhängen, wie der Mensch bis zu diesem Augenblick gelebt und wie er sich zum orthodoxen Glauben bekannt hat: nur mit Worten, zum eigenen Nutzen, für sein inneres Wohlbefinden oder aus Mode – oder ob er die Grundsätze des Evangeliums tatsächlich in seinem Inneren gelebt hat“, sagte der Hierarch.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Verwundeter Novize den Angriff auf orthodoxes Kloster in der Ukraine geschildert hatte.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88658-metropolit-feodossij-mord-an-einem-moench-ist-ausdruck-satanischen-hasses</guid></item><item><title><![CDATA[Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88657-russischer-bischof-in-oesterreich-hat-grosses-lob-fuer-einen-deutschen-moench</link><description><![CDATA[Bischof Aleksij von Wien sprach über das orthodoxe Leben in der Diaspora, die Entwicklung seiner Diözese und den 2024 verstorbenen deutschen Abt Paisios.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 10:39:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Die Orthodoxie in Österreich wachse trotz ihrer vergleichsweise kleinen Zahl. Zugleich würdigte der russisch-orthodoxe Bischof Aleksij (Zanochkin) von Wien und Österreich den deutschen Mönch und Abt Paisios (Jung) als „einzigartige Persönlichkeit in Österreich“. Dies erklärte der Geistliche in einem Interview mit dem orthodoxen Nachrichtenportal pravoslavie.ru vom 17. August 2026. Abt Paisios war deutscher Katholik, konvertierte zur Orthodoxie, wurde Mönch in Griechenland und erster Abt des griechisch-orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee. Er starb 2024 in Belgrad.
Bischof Aleksij sieht die russisch-orthodoxe Diözese in Österreich trotz ihrer geringen Größe in einer positiven Entwicklung. Sie umfasst sieben Gemeinden und ist damit deutlich kleiner als die serbische und rumänische Orthodoxie. In den viereinhalb Jahren seines Dienstes in dem Alpenland sei jedoch keine Gemeinde geschlossen worden. Zwei Pfarreien erhielten die staatliche Anerkennung, außerdem gebe es inzwischen mehr Priester.
Блок - по темі (Das orthodoxe CRISIS-Journal beendet sein regelmäßiges Erscheinen)
Die wachsende Präsenz der Orthodoxie in Österreich führt Bischof Aleksij vor allem auf die Zuwanderung aus orthodox geprägten Ländern zurück. Nach den Serben in den 1990er-Jahren kamen insbesondere Rumänen und Bulgaren sowie seit 2022 Ukrainer. Konversionen einheimischer Österreicher zur Orthodoxie gebe es ebenfalls, sie seien jedoch eher selten.
Das orthodoxe Leben in Österreich erfordere nach Ansicht des Bischofs besondere Anstrengungen. Das gesellschaftliche Umfeld sei der Orthodoxie vielfach fremd. Dennoch seien die Gemeindemitglieder gewissenhaft und bemüht, selbst und mit ihren Kindern in der Kirche zu bleiben. „Wir sind noch klein, aber wir wachsen“, sagte der Bischof.
Eine wichtige Rolle bei der Weitergabe des Glaubens an Kinder und Jugendliche spielen für Bischof Aleksij orthodoxe Ferienlager. Das erste organisierte die Diözese 2024 in Österreich. Inzwischen nehmen etwa 50 Kinder und insgesamt rund 80 Personen teil. Die Kinder verbringen mehrere Tage in einer orthodoxen Gemeinschaft, ohne Internet und digitale Geräte.
Auch die Verbundenheit der Gemeinden hebt der Bischof hervor. Zu Ostern sei die Wiener St.-Nikolaus-Kathedrale in diesem Jahr so gut besucht gewesen wie vermutlich seit zehn Jahren nicht mehr. Die Mehrheit der Gläubigen sei bis zum Ende des Gottesdienstes geblieben und habe die Kommunion empfangen. Bischof Aleksij beschrieb die Atmosphäre als besonders andächtig und ruhig. Im Vergleich zu Russland sei die theologische Bildung der Gläubigen in Österreich zwar durchschnittlich geringer, die Gemeinden seien dafür stärker miteinander verbunden.
Besonders wohlwollend äußerte sich Bischof Aleksij über den deutschen Mönch und Abt Paisios (Jung), den er als „einzigartige Persönlichkeit in Österreich“ bezeichnete. Abt Paisios war ursprünglich katholisch, konvertierte zur Orthodoxie, wurde Mönch in Griechenland und war erster Abt des griechisch-orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee im Burgenland. Dort suchten zahlreiche Menschen seinen geistlichen Rat; nach den Worten des Bischofs kamen sogar Busladungen von Menschen zu ihm. Aufgrund einer schweren Erkrankung zog sich Archimandrit Paisios später vom Amt des Abtes zurück und ging in ein kleines Kloster nach Serbien. Dort starb er 2024 und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Bischof Aleksij betonte zudem, dass Abt Paisios großen Respekt vor der Russischen Orthodoxen Kirche gehabt und die heiligen königlichen Märtyrer verehrt habe. Der Archimandrit besuchte auch Gottesdienste in der Wiener St.-Nikolaus-Kathedrale, ohne dort als Priester tätig zu sein. Der Bischof äußerte den Wunsch, dass in Österreich auch einmal ein russisch-orthodoxes Kloster gegründet werde.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88657-russischer-bischof-in-oesterreich-hat-grosses-lob-fuer-einen-deutschen-moench</guid></item><item><title><![CDATA[„Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche“]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88656-die-hoechste-kultur-der-menschheit-ist-die-orthodoxe-liturgie-der-kirche</link><description><![CDATA[Metropolit Serafim predigte in seiner alten Pfarrei über den reichen Jüngling, die Bedeutung der Liturgie und den Umgang mit Leid und materiellen Gütern.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 09:21:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Metropolit Serafim von der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa hat am 23. August 2026 in der Pfarrei Pojorta im rumänischen Kreis Brașov gepredigt. Anlass war der 12. Sonntag nach Pfingsten mit dem Evangelium vom reichen Jüngling. Die Metropolie veröffentlichte dazu ein Video.
Zu Beginn erinnerte Metropolit Serafim an seine persönliche Verbindung zu Pojorta. Dort hatte er 1974/75 als junger Theologe ein Jahr lang als Pfarrer gewirkt. Er dankte der Gemeinde für den Empfang und betonte, dass er die Pfarrei und ihre Gläubigen weiterhin in seinen täglichen Gebeten einschließe.
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Bedeutung der Kirche und der Heiligen Liturgie für das geistliche Leben. Die Kirche sei das Leben und die Seele des Menschen. In der Liturgie könne der Gläubige bereits auf Erden die Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen erfahren. Der Geistliche bezeichnete den orthodoxen Gottesdienst als höchste Form menschlicher Kultur, durch die der Mensch seine Seele bilde, sich über das Weltliche erhebe und die Gemeinschaft mit Gott suche.
Блок - по темі (Metropolit Serafim predigte zum Fest Mariä Himmelfahrt in Rumänien)
Mit Blick auf das Evangelium vom reichen Jüngling (Mt 19,16-26) erinnerte der Metropolit daran, dass dessen Frage, was zu tun sei, um das ewige Leben zu erlangen, jeden Christen betreffe. Jesus verweise zunächst auf die Einhaltung der Gebote. Als der junge Mann erklärt, diese seit seiner Jugend zu befolgen, fordert Christus ihn auf, seinen Besitz zu verkaufen, den Erlös den Armen zu geben und ihm nachzufolgen. Der junge Mann scheitert an seiner Bindung an seinen Reichtum.
Dabei betonte der Metropolit, dass materieller Besitz an sich keine Sünde sei. Entscheidend sei vielmehr, dass der Mensch sein Herz nicht an Haus, Auto, Nahrung oder andere Güter binde und diese nicht höher stelle als Gott und das Gebet. Wer zuerst das Reich Gottes suche, dürfe auf Gottes Fürsorge vertrauen.
Einen weiteren Schwerpunkt legte der Hierarch auf den Glauben angesichts von Krankheit, Leid und persönlichen Prüfungen. Gerade in schwierigen Situationen dürfe der Mensch seine Hoffnung nicht verlieren, sondern müsse Gebet und Glauben verstärken. Gott sei dem leidenden und bedrängten Menschen besonders nahe. Er ermutigte dazu, auch im Alltag kurze Gebete zu sprechen und Gott um Hilfe, Vergebung und Kraft zu bitten.
Zum Abschluss rief der Metropolit dazu auf, die Liebe zur Kirche und zum Gebet zu vertiefen, einander Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu üben. Die Hilfe für Hungernde, Durstige, Kranke und Bedürftige stellte er in den Zusammenhang mit dem letzten Gericht: Christus identifiziere sich mit den Menschen in Not. Durch tätige Nächstenliebe erweise sich nach seiner Auslegung des Evangeliums der Weg zum Reich Gottes.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Slobodan Tijanić in Frankfurt das Evangelium vom reichen Jüngling als Aufruf deutete, sich von dem zu lösen, was im eigenen Herzen den Platz Gottes einnimmt.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88656-die-hoechste-kultur-der-menschheit-ist-die-orthodoxe-liturgie-der-kirche</guid></item><item><title><![CDATA[Die goldenen Nähte der Auferstehung]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/geschichte-und-kultur/88654-die-goldenen-naehte-der-auferstehung</link><description><![CDATA[Die japanische Tradition, zerbrochene Schalen mit Lack und kostbarem Metallpulver zusammenzufügen, weist bemerkenswerte Parallelen zu Bildern des Evangeliums auf.]]></description><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 07:43:00 +0200</pubDate><category>Geschichte und Kultur</category><content:encoded><![CDATA[In den Sälen eines Museums für ostasiatische Kunst kann man eine alte Schale für die traditionelle japanische Teezeremonie entdecken. Ihr tönerner Körper ist von einem Netz tiefer Risse überzogen. Die dunklen Bruchstellen wurden nicht unter Farbe verborgen, sondern durch Linien aus mit Goldpulver vermischtem Lack hervorgehoben. Diese Handwerkskunst heißt Kintsugi.
Der Meister versucht nicht, die ursprüngliche glatte Oberfläche der Keramik wiederherzustellen. Im Gegenteil: Der Bruch wird zum entscheidenden Bedeutungsträger des Gegenstands – zu seiner sichtbaren Biografie.
In der japanischen Ästhetik zeigt sich ein tiefer Respekt vor der Geschichte eines Gegenstands, seiner Unvollkommenheit und Vergänglichkeit.
Mit der Entstehung dieser ungewöhnlichen Tradition ist eine Legende verbunden. Im 15. Jahrhundert zerbrach der japanische Herrscher Ashikaga Yoshimasa versehentlich seine geliebte Schale aus chinesischem Seladon. Das Gefäß wurde nach China geschickt und kam mit Metallklammern zusammengeheftet zurück. Um den seltenen und wertvollen Gegenstand zu retten, entwickelten japanische Handwerker die Technik, Risse mit dem Saft des Lackbaums und hinzugefügtem Goldpulver auszufüllen.
Блок - по темі (Wie die Werktätigen den Ertrunkenen nicht bemerkten)
In der Sammlung des Nationalmuseums Tokio wird jene Longquan-Schale bis heute aufbewahrt. Wir treten an die Vitrine heran und stellen etwas Erstaunliches fest: Das legendäre Gefäß wurde nie mit der Kintsugi-Technik repariert. Auf seiner blassgrünen Glasur sind tatsächlich Metallklammern zu sehen, die an Heuschreckenbeine erinnern. Die Handwerker vergoldeten die Bruchstelle nicht.
Diese Entdeckung regt zum Nachdenken über die menschliche Natur an. Bereitwillig erschaffen wir ein schönes Märchen über die Verwandlung des Leidens in kostbaren Glanz, doch den tatsächlichen Spuren einer Katastrophe weichen wir lieber aus. Wir möchten die Erinnerung an die Zerstörung auslöschen, eine zufällige Absplitterung verbergen und so tun, als sei nichts Schlimmes geschehen. Unsere Kultur lehrt uns, uns für Wunden zu schämen, weil sie als Zeichen menschlicher Verletzlichkeit gelten. Im christlichen Verständnis hört eine Narbe jedoch auf, ein Zeichen der Niederlage zu sein.
Die leuchtende Wunde unter dem Purpurgewand
Wenden wir unseren Blick von der Vitrine mit ostasiatischen Altertümern der byzantinischen Ikone „Die Vergewisserung des Thomas“ zu. Vor uns entfaltet sich die im Johannesevangelium beschriebene Szene. Der Erlöser steht inmitten seiner verunsicherten Jünger. Seine Gestalt hebt sich vom goldenen Hintergrund ab. Mit einer sanften Bewegung zieht Christus den purpurfarbenen Stoff seines Gewandes zur Seite und enthüllt seine durchbohrte Seite.

Der Apostel Thomas streckt seine Hand aus. Sein Finger nähert sich der Wunde in der Seite des Auferstandenen. Im Evangelium erklingen die nachdrücklichen Worte des Herrn: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände; reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig“ (Joh 20,27).
Wie war der Leib des auferstandenen Erlösers beschaffen? Er hatte den Tod besiegt, sein Leib war unverweslich und verherrlicht worden. Dennoch waren an seiner durchbohrten Seite die Spur der Lanze und an seinen Handgelenken die Spuren der Nägel erhalten geblieben.
Der heilige Johannes Chrysostomos erläutert diesen Umstand mit erstaunlicher Tiefe. Der Kirchenvater weist darauf hin, dass der Erlöser die Spuren seines Leidens keineswegs aus Schwäche bewahrte. Er hätte seinen Leib augenblicklich heilen und ihm eine vollkommen makellose Oberfläche verleihen können. Doch der Herr ließ die Wunden als ewigen Beweis für die Echtheit seines Opfers bestehen. Nach den Worten des Heiligen bewahrte der Auferstandene seine Wundmale, um zu zeigen: Vor den Jüngern steht derselbe Lehrer, der am Kreuz gekreuzigt worden war und den Tod besiegt hatte.
Die Wunden Christi verwandelten sich von Spuren der Verstümmelung in Siegeszeichen.
Im Kanon der Ikonenmalerei wird die Wunde in der Seite des Erlösers häufig mit Goldassist ausgeführt. Feinste Fäden aus Blattgold betonen ihre Ränder. In der orthodoxen Tradition symbolisiert das Gold das ungeschaffene göttliche Licht. Der Ikonenmaler hebt die Konturen der Wunde mit demselben kostbaren Material hervor, mit dem er den Heiligenschein des Erlösers gestaltet.
Goldene Wunden auf den Leibern der Märtyrer
Die Erinnerung an das vom Menschen ertragene Leid wird im Himmelreich nicht ausgelöscht, sondern verwandelt. Der heilige Augustinus fragt in seinem Werk „Vom Gottesstaat“, in welcher Gestalt die heiligen Märtyrer von den Toten auferstehen werden. Werden sie die Spuren der Qualen bewahren, die sie für ihren Glauben erlitten haben? Der Bischof von Hippo gibt daraufhin eine eindeutige Antwort: Im künftigen Leben werden auf den Leibern der für Christus Leidenden Narben zurückbleiben. Diese werden jedoch nicht als Makel wahrgenommen.
Der heilige Augustinus schreibt, dass in den Narben der Märtyrer eine besondere Schönheit der Tugend erstrahlen werde. Die Spuren von Schwertern, Feuer und wilden Tieren würden sich in Zeichen hoher Würde verwandeln.
Wie bei einer Kintsugi-Schale der dunkle Bruch zum zentralen Muster wird, so werden bei der leiblichen Auferstehung auch die Wunden der Heiligen zu kostbaren Verzierungen.
Auf alten Mosaiken sehen wir Glaubenszeugen, die die Werkzeuge ihres Martyriums in den Händen halten. Die Heiligen schämen sich nicht für den Schmerz, den sie ertragen haben.
Ein von der Gnade gezeichnetes Herz
Oft versuchen wir, die schweren Kapitel aus unserer Erinnerung zu streichen. Wir meinen, das geistliche Leben müsse uns unverwundbar, vollkommen und makellos machen. Wir schämen uns für die durchlebten Katastrophen und inneren Zusammenbrüche.
Doch das Evangelium zeigt einen anderen Weg. Die göttliche Gnade löscht unsere Geschichte nicht aus. Der Herr verwandelt den Menschen nicht in ein unbeschriebenes Blatt, indem er seine Vergangenheit restlos tilgt. Er tritt in unsere Bruchstellen ein.
Wenn ein Mensch Gott sein zerbrochenes Leben darbringt, vollzieht sich eine unsichtbare Wiederherstellung. Die Gnade füllt jeden Riss in unserer Erinnerung wie goldener Urushi-Lack. Unsere durch Reue geläuterte Vergangenheit hört auf, eine Quelle der Scham zu sein. Sie wird zu einem Ort der Begegnung mit Gott.
Die Narben des auferstandenen Christus erinnern uns daran, dass bei Gott weder eine Träne noch ein Riss im menschlichen Herzen vergessen werden. Unser Schmerz wird zu einer goldenen Naht, die uns mit der Ewigkeit verbindet.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/geschichte-und-kultur/88654-die-goldenen-naehte-der-auferstehung</guid></item><item><title><![CDATA[Verwundeter Novize schildert Angriff auf orthodoxes Kloster in der Ukraine]]></title><link>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88653-verwundeter-novize-schildert-angriff-auf-orthodoxes-kloster-in-der-ukraine</link><description><![CDATA[Die Bruderschaft der Swjatogorsker Lawra wurde von Personen in Militäruniformen der ukrainischen Streitkräfte angegriffen.]]></description><pubDate>Tue, 25 Aug 2026 20:28:00 +0200</pubDate><category>Nachrichten</category><content:encoded><![CDATA[Der Angriff auf die Bruderschaft der Swjatogorsker Lawra wurde von drei Personen in Militäruniformen der ukrainischen Streitkräfte verübt. Dies berichtete der beim Angriff verwundete Novize Andrej Kirijenko dem Telegram-Kanal von Anatolij Scharij.
Kirijenko zufolge befand er sich zum Zeitpunkt des Angriffs allein auf dem oberen Gelände der Lawra. Er saß in der Nähe der Kirche auf einer Bank an einer Treppe.
Блок - по темі (Tatsachen zur Verfolgung der UOK in Bericht über Menschenrechtsverletzungen weltweit)
Drei Militärangehörige kamen auf ihn zu. Kirijenko betonte, dass es sich nicht um Angehörige der ukrainischen Streitkräfte gehandelt habe, die sich gewöhnlich auf dem oberen Gelände aufhielten. Diese drei Männer hätten eine vollständige Kampfausrüstung getragen und, seiner Einschätzung nach, wie Angehörige einer Spezialeinheit ausgesehen. Es seien „definitiv irgendwelche Spezialkräfte“ gewesen.
Als sie ihn erreichten, sagten die Männer: „Slava Ukraine.“ Andrej schwieg. Sie wiederholten den Ausspruch, woraufhin er antwortete: „Ehre sei unserem Herrn und Gott. Rette und bewahre uns.“
Anschließend begannen sie, ihn zu schlagen, berichtete Kirijenko. In der Nähe lagen Holzbalken, aus denen das Geländer am Abstieg gefertigt worden war. Einer der Männer nahm einen solchen Balken und schlug damit auf ihn ein. Andrej griff nach dem Balken und versuchte, die Schläge abzuwehren. Daraufhin habe der Angreifer ein Messer aus seiner Einsatzweste gezogen und ihm in die Hände geschnitten, um ihn dazu zu zwingen, den Balken loszulassen. Andrej ließ ihn los und hielt sich in gebückter Haltung am Geländer fest.
Danach wurde ihm befohlen aufzustehen. Kirijenko dachte, man wolle ihn erschießen. Stattdessen seien ihm mehrere Stichverletzungen zugefügt worden, bei denen unter anderem seine Lunge verletzt worden sei. Anschließend sei er zu Boden gefallen. Nach seiner Schilderung berieten die Männer eine Zeit lang untereinander, was sie mit ihm tun sollten. Schließlich warfen sie ihn in eine Schlucht und rechneten offenbar damit, dass er dort verbluten würde.
Kirijenko erklärt, trotz des hohen Blutverlustes wie durch ein Wunder überlebt zu haben. Zwischen dem Angriff und seiner Entdeckung seien etwa 40 Minuten vergangen. Während dieser Zeit habe er wiederholt das Bewusstsein verloren. Nach dem Angriff habe er außerdem Schüsse gehört.
Er vermutet, dass es weitere Opfer gegeben haben könnte. Seinen Angaben zufolge befand sich in der Nähe der oberen Kirche ein Raum, der einem Wachhäuschen ähnelte und in dem sich ein Wachmann aufhielt. Andrej weiß nicht, was mit diesem Mann geschah, und befürchtet, dass auch er verletzt worden sein könnte.
Dass bei dem Angriff der Mönch Warsonofij getötet und der Mönchsbruder Grigorij verwundet worden war, erfuhr Andrej erst im Krankenhaus. Bis dahin hatte er angenommen, das einzige Opfer des Angriffs zu sein. Wo genau Grigorij verletzt wurde, ist ihm nicht bekannt. Trotz seiner Verletzungen sei dieser nach Angaben Andrejs selbstständig zur Bruderschaft hinabsteigen können. Erst danach sei auch Kirijenko gefunden worden. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich Grigorij vor dem Angriff gemeinsam mit anderen Mönchen in der Kirche aufgehalten habe. Andrej verfügt jedoch über keine gesicherten Informationen.
Neben den Stichverletzungen und der Lungenverletzung erlitt Andrej ein Schädel-Hirn-Trauma. Sein Zustand ist ernst, er ist jedoch bei Bewusstsein.
„Soweit ich es verstehe, wissen die Ermittler bereits, wer die Täter sind. Damit lässt sich das völlige Schweigen erklären“, erklärte Andrej Kirijenko.
Zur Erinnerung: Der Angriff auf die Bruderschaft der Heiligen-Entschlafens-Lawra von Swjatogorsk ereignete sich am 23. August 2026 gegen 11 Uhr in der Nähe der Nikolaus-Kirche im oberen Teil des Klosters. Der Mönch Warsonofij wurde mit einem Messer getötet; sein Gesicht wurde bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Auch der Mönchsbruder Grigorij, dessen Lunge mit einem Messer durchstochen wurde, sowie der Novize Andrej wurden verletzt. Beide befinden sich in ernstem Zustand in einem Krankenhaus in Charkiw. In dem Fall laufen operative Ermittlungsmaßnahmen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die Identitäten der Angreifer offiziell noch nicht festgestellt worden.]]></content:encoded><guid>https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/88653-verwundeter-novize-schildert-angriff-auf-orthodoxes-kloster-in-der-ukraine</guid></item></channel></rss>