Fahnenmast mit Regenbogenflagge vor Mannheimer Kirche abgesägt
58-jähriger Mann nach Absägen eines Fahnenmasts vor der katholischen Kirche St. Sebastian als Tatverdächtiger ermittelt
Nach dem Absägen eines rund neun Meter hohen Fahnenmasts mit einer Regenbogenflagge vor der katholischen Kirche St. Sebastian in Mannheim hat die Polizei einen 58-jährigen Mann als Tatverdächtigen ermittelt. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, wie das katholische Nachrichtenportal CNA am 17. Juli 2026 berichtete.
Der Metallmast war am Montagabend gegen 19 Uhr auf den Marktplatz gestürzt. Mehrere Zeugen beobachteten den Vorfall. Ein Mitarbeiter der Kirchengemeinde sprach den Mann an, der anschließend zu Fuß in Richtung Parkring flüchtete. Die Regenbogenflagge und der beschädigte Mast blieben am Tatort zurück. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.
Die Regenbogenflagge war anlässlich der Veranstaltung „Monnem Pride“ auf Initiative des leitenden Pfarrers der Katholischen Kirchengemeinde Mannheim, Lukas Glocker, gehisst worden. Nach Angaben der Kirchengemeinde beteiligt sie sich im Rahmen eines ökumenischen Netzwerks bereits zum dritten Mal an der Veranstaltung. Das diesjährige Motto lautete: „Liebe tut der Seele gut – Hass schadet der Seele.“
Pfarrer Glocker erklärte, die Fahne solle sichtbar machen, dass allen Menschen – unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion oder Aussehen – mit Respekt und Achtung begegnet werde. Kritiker sehen die Beflaggung hingegen im Spannungsverhältnis zur kirchlichen Lehre über Homosexualität. Der Katechismus der Katholischen Kirche fordert einerseits Achtung, Mitleid und Takt gegenüber Menschen mit homosexuellen Neigungen, bewertet homosexuelle Handlungen zugleich jedoch als nicht mit der Schöpfungsordnung vereinbar.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei von London am Gedenktag der heiligen Zarenfamilie deren bleibendes Glaubenszeugnis würdigte und zu einem kompromisslosen Leben in Christus aufrief.