Kirche forderte Schutz des Sonntags als Ruhetag in Montenegro
Metropolitanverwaltung äußert sich zur Debatte nach Verfassungsgerichtsurteil zum Sonntagshandel
Die serbisch-orthodoxe Metropolitanverwaltung von Montenegro und der Küstenregion hat sich in die öffentliche Diskussion über den Sonntag als arbeitsfreien Tag eingeschaltet. In einer Stellungnahme vom 11. Februar 2026 ruft die Kirche die staatlichen Behörden dazu auf, einen verfassungsmäßigen Weg zu finden, um den Sonntag weiterhin als wöchentlichen Ruhetag für Beschäftigte zu sichern.
Auslöser der Debatte ist ein Urteil des Verfassungsgerichts in Montenegro, das eine Bestimmung des Binnenhandelsgesetzes für verfassungswidrig erklärte. Diese hatte den Sonntag als verpflichtenden freien Tag für Angestellte im Einzelhandel festgelegt. Seitdem diskutieren Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmervertreter über mögliche Änderungen der gesetzlichen Regelung.
Metropolit Joanikije von Montenegro argumentiert, dass die Frage auch die Religionsfreiheit vieler Bürger betreffe, insbesondere der Christen. Der Sonntag sei im christlichen Glauben ein gebotener Tag, an dem Gläubige zur Teilnahme an der Göttlichen Liturgie aufgerufen seien. Zudem habe die bisherige Regelung Beschäftigte im Einzelhandel mit vielen anderen Berufsgruppen gleichgestellt, die ohnehin nicht sonntags arbeiten.
In ihrer Erklärung betont die Metropolitanverwaltung auch die gesellschaftliche Bedeutung eines gemeinsamen Ruhetags. In einer zunehmend entfremdeten Welt könne ein arbeitsfreier Sonntag dazu beitragen, das gemeinschaftliche Leben zu stärken und Zeit für Gebet, Familie und Erholung zu schaffen. Die politische Debatte über den Sonntagshandel dürfte in den kommenden Wochen weiter anhalten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass zwei Athos-Heilige vom Ökumenischen Patriarchat offiziell kanonisiert wurden.