Orthodoxie als Lebensweise: Neue orthodoxe Bibelübersetzung vorgestellt

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Niklas-Adrian Rack führte das Interview zur ersten orthodoxen Bibelübersetzung auf Deutsch, die im Hagia-Sophia-Verlag erschienen ist. Fotos: Screenshot YouTube, Verlag Niklas-Adrian Rack führte das Interview zur ersten orthodoxen Bibelübersetzung auf Deutsch, die im Hagia-Sophia-Verlag erschienen ist. Fotos: Screenshot YouTube, Verlag

Interview mit Mitübersetzer Johannes Klimmeck beleuchtet Anspruch und Besonderheiten der neuen Ausgabe

Der YouTube-Kanal OrthMedien des Orthodoxen Informationszentrums um Priester Alexej Veselov aus Krefeld hat am 26. Mai 2026 ein neues Video veröffentlicht. Darin geht es um die orthodoxe Übersetzung des Neuen Testaments, die seit Kurzem erhältlich ist. Niklas-Adrian Rack hat dazu mit dem Theologen und Mitübersetzer Johannes Klimmeck ein Interview geführt.

Erstmals liegt eine eigenständige orthodoxe Übersetzung des Neuen Testaments in deutscher Sprache vor. An dem Projekt arbeiteten über viele Jahre Schemaarchimandrit Justin (Rauer), Priestermönch Nil (Lazarenko) sowie der Theologe Johannes Klimmeck. Die Ausgabe erscheint im Verlag Hagia Sophia und gilt als erste ihrer Art im deutschsprachigen Raum.

Im Interview wird die Notwendigkeit einer eigenen Übersetzung für die orthodoxe Diaspora hervorgehoben. Zentral sei dabei der Begriff „Phronema“, der sich nur unzureichend ins Deutsche übertragen lasse. Er bezeichne nicht nur eine Gesinnung, sondern eine ganze Lebensweise. Die orthodoxe Theologie erschließe sich demnach nicht primär durch intellektuelles Studium, sondern durch Teilnahme am liturgischen und geistlichen Leben der Kirche.

Die Übersetzung orientiert sich bewusst an der kirchlichen Tradition und den in der Liturgie verwendeten Texten. Anders als viele westliche Bibelausgaben, die sich an rekonstruierten Urtexten orientieren, greift die orthodoxe Ausgabe auf überlieferte Lesungen und den sogenannten Patriarchatstext zurück. Ziel ist eine möglichst einheitliche und theologisch präzise Wiedergabe, bei der zentrale Begriffe konsequent gleich übersetzt werden.

Anhand konkreter Beispiele, etwa aus dem Johannesevangelium, wird deutlich, dass die Übersetzung auch sprachliche Besonderheiten bewusst beibehält, um theologische Aussagen klarer herauszustellen. Dabei spielen auch frühere Übersetzungen wie das Kirchenslawische eine Rolle als Verständnishilfe. Insgesamt versteht sich die neue Ausgabe weniger als rein wissenschaftliches Projekt, sondern als Ausdruck gelebter kirchlicher Tradition und als Hilfsmittel für Gebet, Studium und geistliches Leben.

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Ungarn die wundertätige Koviner Ikone der Gottesmutter feierlich geehrt wurde.

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