„Herr der Ringe“-Regisseur erklärte den vollständig weißen Cast
Andy Serkis berief sich für die Besetzung von „Die Jagd nach Gollum“ auf Tolkiens nordische Mythologie und lehnte eine formal erzwungene Diversität ab – britische Medien kritisierten dies umgehend.
Der Regisseur des Films »Der Herr der Ringe: Die Jagd nach Gollum«, Andy Serkis, ist in den Mittelpunkt einer kulturellen Debatte geraten, nachdem er erklärt hatte, warum alle Schauspieler des neuen Films weiß seien. Darüber berichtet die ukrainische Redaktion der UOJ.
Serkis, der vor allem durch seine Rolle als Gollum in der Trilogie von Peter Jackson bekannt ist, tritt erstmals als Regisseur eines abendfüllenden Spielfilms auf. Der Film ist als »Interquel« angelegt – er erzählt von Ereignissen, die von Tolkien beschrieben, jedoch in Jacksons Filmen nicht gezeigt wurden. Im neuen Streifen spielen erneut Elijah Wood (Frodo) und Ian McKellen (Gandalf) mit, die Rolle des Aragorn fiel an Jamie Dornan. Den Cast kommentierend, erklärte Serkis, dass Mittelerde den Eindruck eines »sehr, sehr weißen« Ortes mache, und fügte hinzu, dass Tolkien selbst stark von der skandinavischen Mythologie beeinflusst gewesen sei.
Der Regisseur betonte, er habe nicht vor, eine »politisch korrekte Version des Films« zu schaffen, in der die Schauspieler nur ausgewählt würden, um formale Vielfalt zu gewährleisten. Die britische Zeitung The Guardian kritisierte diese Haltung und erklärte, der Verweis auf Tolkien erwecke den Eindruck, als habe der 1973 verstorbene Oxforder Philologe persönlich die Besetzung des Films von 2026 abgesegnet. Einige Beobachter behaupteten zudem, dass die Geographie Mittelerdes, die Europa entspricht, die Anwesenheit dunkelhäutiger Figuren nicht ausschließe.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Ghana und Nigeria über Religionsfreiheit an Schulen verhandelt hatten.