Studentische Gruppen fordern Entlassung von Professorin nach Vorlesung über Trans-Identität
Mehrere Hochschulgruppen verlangten nicht nur die Absage einer entwicklungspsychologischen Lehrveranstaltung, sondern auch die Entfernung der Dozentin von der Universität.
Eine Vorlesung einer Professorin für Entwicklungspsychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat bereits vor ihrer Durchführung scharfe Reaktionen ausgelöst. Die Wissenschaftlerin wollte sich mit der Entwicklung von Transidentitäten sowie den aktuellen wissenschaftlichen Debatten zu diesem Thema befassen. Mehrere studentische Gruppen reagierten darauf mit Aufrufen zu Demonstrationen und forderten nicht nur die Absage der Veranstaltung, sondern auch die Entlassung der Professorin sowie ein Campusverbot. Darüber berichtet die Welt.
Die Hochschulgruppen werfen der Dozentin vor, mit ihren Thesen transgeschlechtliche Menschen zu diskriminieren. Nach ihrer Auffassung hätten solche Positionen an einer Universität keinen Platz. Kritiker sehen darin jedoch den Versuch, wissenschaftliche Fragestellungen bereits im Vorfeld zu unterbinden. Anstatt sich mit den Argumenten der Professorin auseinanderzusetzen, wird sie von der Universität entfernt.
Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit bezeichnete die Forderungen als besorgniserregend und warnte vor einem Klima, in dem wissenschaftliche Positionen nicht mehr diskutiert, sondern durch öffentlichen Druck verhindert werden sollen. Nach Ansicht des Netzwerks lebt Wissenschaft vom offenen Streit um Argumente. Wenn Dozenten wegen unbequemer Thesen mit Berufs- oder Campusverboten konfrontiert würden, gerieten die Freiheit der Forschung und Lehre sowie der akademische Diskurs selbst unter Druck.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass das serbisch-orthodoxe Kloster in Hildesheim zur Kirchweihe eingeladen hatte.