Katholische Bischöfe verurteilten Freispruch im Mordfall eines Christenpaares in Pakistan
Nach der endgültigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs warnen die Bischöfe vor einer wachsenden Straflosigkeit bei Gewalttaten gegen religiöse Minderheiten.
Die katholischen Bischöfe Pakistans haben den Freispruch der letzten Angeklagten im Mordfall des christlichen Ehepaares Shahzad Masih und Shama Bibi mit großer Bestürzung aufgenommen. Mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ist das Verfahren endgültig abgeschlossen, ohne dass jemand für den Tod der beiden Christen rechtskräftig verurteilt wurde. Darüber berichtete Vatican News.
Nach Auffassung der Kommission „Gerechtigkeit und Frieden“ der Pakistanischen Bischofskonferenz verdeutlicht das Urteil ein anhaltendes Problem bei der Ahndung von Gewalt gegen religiöse Minderheiten. Bischof Samson Shukardin erklärte, viele Christen hätten das Vertrauen verloren, dass sie vor Gericht Gerechtigkeit erfahren könnten. Dennoch rief er die Gläubigen dazu auf, am Glauben festzuhalten und friedlich zu bleiben.
Auch Bischof Indrias Rehmat sieht in dem Urteil keinen Einzelfall. Immer wieder würden Verdächtige nach Angriffen auf Christen zunächst festgenommen, später jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Bischöfe fordern deshalb wirksamere Maßnahmen zum Schutz von Zeugen sowie eine konsequentere Strafverfolgung. Shahzad Masih und seine schwangere Ehefrau Shama Bibi wurden 2014 nach falschen Blasphemievorwürfen von einem Mob getötet. Der Fall gilt bis heute als eines der schwersten Beispiele religiös motivierter Gewalt gegen Christen in Pakistan.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass das Kloster des heiligen Hiob zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte.