Steigende Bibelverkäufe im Westen: zwischen Kunsttrend und spiritueller Suche

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In westlichen Ländern ist ein Anstieg der Bibelverkäufe zu verzeichnen. Foto: freepik.com In westlichen Ländern ist ein Anstieg der Bibelverkäufe zu verzeichnen. Foto: freepik.com

Betrachtung von Alexei Tereshchenko analysierte neue religiöse Trends unter jungen Menschen

Trotz sinkender Kirchenbindung in Großbritannien und den USA steigen die Verkaufszahlen gedruckter Bibeln dort deutlich an. Eine Analyse des Autors Alexei Tereshchenko auf dem orthodoxen Nachrichtenportal orthochristian.com vom 17. Februar 2026 deutet diesen Widerspruch als Zeichen einer neuen spirituellen Suche – aber auch als Herausforderung aus orthodoxer Perspektive.

Nach Angaben von Marktanalysen und Verlagsberichten haben sich Bibelverkäufe in den USA und Großbritannien in den Jahren 2024 und 2025 stark erhöht. Besonders gefragt seien sogenannte „Journaling Bibles“ mit breiten Randflächen, die von vielen jungen Käufern kreativ gestaltet würden. Laut Tereshchenko werde die Heilige Schrift dabei teils zu einem ästhetischen Objekt, was er kritisch als möglichen Verlust des geistlichen Fokus bewertet.

Der Autor sieht darin eine Entwicklung, die er mit einer individualistischen Bibelauslegung in protestantischen Milieus verbindet. Ohne kirchliche Tradition bestehe die Gefahr, dass persönliche Interpretationen dominieren. Zur Untermauerung verweist er auf orthodoxe Stimmen wie den heiligen Ignatius (Brianchaninow), der vor eigenmächtiger Auslegung der Schrift gewarnt habe.

Gleichzeitig beobachtet Tereshchenko bei vielen jungen Menschen ein wachsendes Bedürfnis nach Orientierung. Erfolgreiche Podcasts wie „The Bible in a Year“ des katholischen Priesters Mike Schmitz hätten gezeigt, dass strukturierte Erklärungen stark nachgefragt seien. Studien zufolge glaubten viele Jugendliche zwar an eine höhere Macht, stünden traditionellen religiösen Institutionen jedoch skeptisch gegenüber.

Insgesamt deutet der Autor den Boom der Bibelverkäufe als Ausdruck einer spirituellen Sehnsucht. Aus orthodoxer Sicht könne die Suche nach authentischer Auslegung langfristig auch zu einer Wiederentdeckung der patristischen Tradition führen. Entscheidend sei, dass ernsthafte Wahrheitssuche letztlich zu einer tieferen Begegnung mit dem Glauben führen könne.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Grigorije in Saratoga zu Vergebung und innerem Fasten aufrief.

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