„Windtelefon“ auf deutschen Friedhöfen ermöglicht Gespräche mit Verstorbenen
Vom japanischen Vorbild inspiriert, verbreiten sich die nicht angeschlossenen Apparate nun auch in Deutschland und bieten Trauernden einen geschützten Raum für das gedenkliche Gespräch.
Auf dem Friedhof der norddeutschen Stadt Elmshorn wurde eine Telefonzelle mit einem alten Wählscheibentelefon aufgestellt, die den Trauernden als Ort des stillen Gedenkens dienen soll. Das Telefon ist nicht an das öffentliche Netz angeschlossen. Besucher können den Hörer abnehmen und symbolisch mit verstorbenen Angehörigen sprechen. Die Friedhofsverwaltung ließ die Telefonzelle bewusst an einem ruhigen Ort errichten, um ungestörte Momente der Besinnung zu ermöglichen. Darüber berichtete DW Russian.
Nach Angaben des Friedhofsleiters fällt es manchen Menschen leichter, ihre Trauer in einem solchen Rahmen auszudrücken. Die Idee des sogenannten „Windtelefons“ entstand 2010 in Japan und verbreitete sich besonders nach der Tsunami-Katastrophe von 2011, als viele Hinterbliebene dort einen Ort fanden, um Abschied zu nehmen und ihre Verstorbenen in Gedanken anzusprechen.
Inzwischen gibt es auch an weiteren deutschen Friedhöfen ähnliche Einrichtungen, unter anderem in Kassel und Paderborn. Sie sollen Menschen in Zeiten der Trauer begleiten und einen geschützten Ort bieten, an dem Erinnerungen und unausgesprochene Worte ihren Platz finden.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Patronatsfest sowie das 125-jährige Jubiläum der Kirche in Bad Kissingen gefeiert wurden.