Griechischer Metropolit: YouTube ersetzt keinen Gottesdienst
Die Kirche von Griechenland will Empfehlungen für Geistliche in sozialen Netzwerken geben und persönliche Meinungen von ihrer Lehre unterscheiden.
Am 11. Oktober 2026 wurde in Griechenland ein Appell von Metropolit Hieronymos von Larissa und Tyrnavos bekannt: Geistliche sollen Menschen über soziale Netzwerke zum gemeinsamen Gottesdienst führen. Der Hierarch der Orthodoxen Kirche von Griechenland betonte, dass YouTube und TikTok die Teilnahme am kirchlichen Leben nicht ersetzen können. Darüber berichtete die ukrainische UOJ unter Berufung auf die griechische UOJ und ein Interview des Metropoliten beim Fernsehsender Action 24.
Der Metropolit würdigte die Möglichkeiten des Internets, stellte jedoch die persönliche Teilnahme am Leben der Kirche in den Mittelpunkt. Wer nicht selbst in die Kirche komme, um am Gottesdienst teilzunehmen und den Glauben zu leben, für den bleibe alles andere zweitrangig.
Nach seinen Worten will die Kirche von Griechenland Geistlichen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, Empfehlungen geben. Damit soll verhindert werden, dass persönliche Auffassungen einzelner Autoren mit der kirchlichen Lehre verwechselt werden.
Dies betreffe besonders jüngere Geistliche, die aus Begeisterung und aufgrund geringerer Erfahrung mitunter öffentlich Ansichten äußerten, ohne sie ausreichend geprüft zu haben. Persönliche Meinungen dürften nicht als Lehre der Kirche dargestellt werden, betonte Hieronymos.
Zugleich rief er zu einem sorgfältigen Umgang mit religiösen Videos auf. Nicht jeder Mensch, der im Internet eine Soutane trage, sei ein Geistlicher der Orthodoxen Kirche. Unter ihnen seien auch aus dem geistlichen Stand entlassene Personen, Angehörige anderer kirchlicher Gemeinschaften und Menschen ohne Weihe.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Vortrag von OrthMedien die Gefahren einer von persönlicher Glaubenspraxis und kirchlicher Einbindung losgelösten Internet-Apologetik thematisiert hatte.
