Der heilige Bonifatius: Mutiger Missionar und Märtyrer
Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde Hannover stellt in ihrer Videoreihe über deutsche Heilige des ersten Jahrtausends den Apostel der Deutschen vor.
Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover, die zum Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa gehört, hat auf Instagram eine Videoreihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends gestartet. Nach der heiligen Afra und dem heiligen Ansgar widmet sich ein neuer Beitrag vom 6. September 2026 dem heiligen Bonifatius, dem Apostel der Deutschen.
Das Video zeichnet das Leben des um 673 in Crediton in England als Winfried geborenen Missionars nach. Nach seinem Eintritt in ein Kloster wurde er Priester und Lehrer. Nach einem ersten erfolglosen Missionsversuch in Friesland reiste er um 719 nach Rom, wo Papst Gregor II. seine Mission segnete und ihm den Namen Bonifatius gab.
Anschließend verkündete Bonifatius das Evangelium vor allem in Hessen und Thüringen. Besondere Bekanntheit erlangte er durch die Fällung der Donareiche bei Geismar im Jahr 723. Der Baum galt als bedeutendes Heiligtum des germanischen Gottes Thor. Aus seinem Holz ließ Bonifatius nach der Überlieferung eine Kirche zu Ehren des heiligen Petrus errichten.
Bonifatius gründete und ordnete Bistümer und Klöster, darunter Fulda, und wurde Erzbischof von Mainz. Angelsächsische Mönche und Nonnen, darunter die heilige Lioba, unterstützten ihn bei der Mission.
Im hohen Alter kehrte Bonifatius nach Friesland zurück. Dort wurde er am 5. Juni 754 bei Dokkum zusammen mit mehr als 50 Gefährten erschlagen. Seine Gebeine wurden nach Fulda überführt und ruhen bis heute in der Krypta des Fuldaer Doms.
In der orthodoxen Kirche wird Bonifatius als Märtyrer und Erleuchter der deutschen Lande verehrt. Sein Leben zeige „den mutigen Glauben eines Missionars, der bereit war, alles zu riskieren, damit Christus in den deutschen Landen bekannt wird“, heißt es in dem Video.
Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.