„Die Liebe Christi soll zum Mittelpunkt des Ehelebens werden“
Priester Konstantin Anikin predigte bei einer Krönung in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor über die Heiligung der Ehe durch die Liturgie.
Priester Konstantin Anikin hat am 6. September 2026 in der deutschsprachigen Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor der Russisch-Orthodoxen Kirche bei einer Krönung über die Bedeutung der christlichen Ehe gepredigt. Ausgehend vom Evangelium vom Hochzeitsmahl des Königs deutete er die Ehe als Berufung, die nur in der Begegnung mit Christus ihre Heiligung und Erfüllung finde. Die Gemeinde veröffentlichte das Video der Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Das im Evangelium geschilderte Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14) sei ein Bild für die göttliche Liturgie, erklärte Priester Konstantin Anikin. Alle Menschen seien zu diesem Mahl eingeladen, doch nicht alle nähmen die Einladung an. Für Christen bedeute dies, der Einladung Gottes mit gutem Willen zu folgen und ihm in der göttlichen Liturgie zu begegnen.
Diese Bedeutung der Liturgie übertrug der Priester in seiner Predigt auf die Ehe. „Die Ehe kann nur durch die göttliche Liturgie geheiligt werden“, sagte er. In der Liturgie begegne der Mensch dem lebendigen Christus. Während es in anderen Hochzeitstraditionen den Wunsch gebe, die Ehe möge süß wie eine gereichte Süßigkeit sein, empfingen die Brautleute in der Kirche die heilige Kommunion. Damit solle ihre Ehe „so heilig sein wie die heiligen Gaben selbst, wie Christus selbst“.
Der Geistliche ging auch auf die unterschiedlichen Aufgaben von Mann und Frau in der christlichen Ehe ein. Der Ehemann solle nach dem Vorbild Christi handeln, der das Haupt der Kirche sei und sie mit Gnade und Liebe umgebe. Ebenso solle der Mann seiner Frau in Liebe begegnen. Die Braut wiederum habe die Würde der Kirche und sei dazu berufen, ihren Mann zu lieben, wie die Kirche Christus liebe.
Auch Spannungen und Missverständnisse könnten in einer Ehe auftreten, sagte der Priester. Manche Probleme seien aus eigener Kraft nicht zu lösen. Überwunden werden könnten sie jedoch in der Liebe Christi. „Die Liebe Christi soll zum Mittelpunkt des Ehelebens werden“, betonte er.
Angesichts der vielen unterschiedlichen Vorstellungen über die Gestaltung einer Ehe verwies der Priester auf die Orientierung der Kirche. Die christliche Ehe solle „mit und in Christus“ gelebt werden. Dann könnten die Gläubigen einst „sowohl Zeugen als auch Teilnehmer am heiligen Hochzeitsmahl des Herrn in seinem Reich“ sein.
Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.