Abt Johannes: Abendländische Geistesgeschichte hat sich von Gott entfernt

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Abt Johannes vom Dreifaltigkeitskloster Buchhagen predigt über die Geistesgeschichte des Abendlandes und die Rückkehr zur persönlichen Beziehung zu Christus. Archivfoto: Screenshot YouTube Abt Johannes vom Dreifaltigkeitskloster Buchhagen predigt über die Geistesgeschichte des Abendlandes und die Rückkehr zur persönlichen Beziehung zu Christus. Archivfoto: Screenshot YouTube

Predigt des Buchhagener Abtes über Rationalismus, Moralismus und die Rückkehr zur persönlichen Beziehung zu Christus.

Abt Johannes aus dem Kloster Buchhagen im Weserbergland hat in einer Predigt zum Sonntag vor Kreuzerhöhung die abendländische Geistesgeschichte kritisch betrachtet. Er betonte, im Neuen Bund stehe nicht die Befolgung abstrakter Gesetze und Normen im Mittelpunkt, sondern die persönliche Beziehung zum lebendigen Gott. Das Dreifaltigkeitskloster Buchhagen ist das einzige Kloster der Bulgarisch-Orthodoxen Metropolie von West- und Mitteleuropa in Deutschland. Das Kloster veröffentlichte die Predigt am 5. September 2026 auf seinem YouTube-Kanal.

Nach Auffassung von Abt Johannes ist dieser Kern des Christentums in der abendländischen Geistesgeschichte vielfach verloren gegangen. Er zeichnete eine Entwicklung von der Scholastik über Renaissance und Reformation bis zur Aufklärung und Moderne nach. Dabei habe sich zunehmend die Verwechslung von Geist mit menschlicher Vernunft, abstrakten Vorstellungen und moralischen Idealbildern durchgesetzt.

Auch die Reformation habe diese Entwicklung nach seiner Einschätzung nicht grundlegend überwunden, sondern den Säkularisierungsprozess weiter vorangetrieben. Wo Religion vor allem auf Tugendhaftigkeit und die Verwirklichung moralischer Vorstellungen reduziert werde, gerate die persönliche Beziehung zu Gott aus dem Blick.

Zugleich wandte sich der Geistliche in seiner Predigt gegen eine pauschale Verurteilung des christlichen Abendlandes. Trotz problematischer geistesgeschichtlicher Entwicklungen habe es stets bedeutende geistliche Persönlichkeiten gegeben. Auch in der Volksfrömmigkeit hätten sich ältere christliche und teilweise orthodox geprägte Elemente bewahrt.

Als Ausweg nannte der Abt die Treue zu Jesus Christus. Christlicher Glaube bedeute nicht in erster Linie die Befolgung von Gesetzen, sondern die Verbindung mit dem lebendigen Gott. Aus ihr erwachse die innere Wandlung des Menschen und letztlich die Erneuerung seines ganzen Lebens.

Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.

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