Bischof Irenei: „Wir können nicht so bleiben, wie wir vorher waren“
Der Bischof von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland predigte zum Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl.
Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat die Gläubigen am Sonntag, dem 6. September 2026, in seiner Predigt dazu aufgerufen, Gottes Einladung nicht nur anzunehmen, sondern ihr auch durch ein verändertes Leben zu entsprechen. In seiner Predigt über das Evangelium vom königlichen Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14) deutete er das Gleichnis als Offenbarung über die Beziehung des Menschen zu Gott. Die Diözese von Großbritannien und Westeuropa veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Das Reich Gottes werde im Gleichnis nicht als Ort beschrieben, sondern durch Beziehungen und die Antwort des Menschen auf Gottes Ruf, erklärte Bischof Irenei. Entscheidend seien letztlich nicht die Gründe und Rechtfertigungen dafür, Gottes Willen zu missachten, sondern die Frage, ob der Mensch seinen Ruf höre und ihm folge.
Die Einladung Gottes gelte allen Menschen, „Guten wie Bösen“. Gottes Barmherzigkeit und Liebe schlössen niemanden aus, betonte der Bischof. Zugleich dürfe die Einladung zum Reich Gottes nicht folgenlos bleiben.
Das fehlende Hochzeitsgewand des einen Gastes stehe für die Notwendigkeit eines neuen Lebens. Wer Gottes Gnade empfange, müsse bereit sein, sich zu verändern, Buße zu tun und Gemeinschaft mit Gott zu suchen. „Wir können nicht so bleiben, wie wir vorher waren“, erklärte der Bischof.
Das Wort Christi „Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt“ bedeute daher, dass es nicht genüge, nur berufen zu sein. Auserwählt werde, wer dem Ruf Gottes folge und zu einer neuen Schöpfung werde. Die Gläubigen sollten deshalb täglich bereit sein, Gottes Ruf „mit Eifer und Überzeugung“ zu beantworten und ihr altes Leben abzulegen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.