Priester Daniel Schärer: „Der Herr sieht das Ende des Weges“

03. September, 18:48 Uhr
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Priester Daniel Schärer während seiner Predigt in der Auferstehungskirche Zürich. Foto: Screenshot Facebook Priester Daniel Schärer während seiner Predigt in der Auferstehungskirche Zürich. Foto: Screenshot Facebook

Predigt zum Gleichnis von den bösen Winzern und zum Entschlafen der Gottesgebärerin in Zürich

In seiner Predigt am Sonntag, dem 30. August 2026, hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich über das Gleichnis von den bösen Winzern (Mt 21, 33–42) gesprochen und die Bedeutung des Vertrauens auf Gottes für den Menschen oft unverständliche Führung erläutert. Dabei stellte er einen Zusammenhang mit dem Fest des Entschlafens der Gottesgebärerin her. Die Gemeinde übertrug die Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal (Predigt ab Min. 47):

Priester Daniel Schärer ging auf die drastische Schilderung der Winzer ein, die die Knechte des Besitzers misshandeln und töten und schließlich auch dessen Sohn hinauswerfen und töten. Dieses Gleichnis, so der Priester, werde von Christus selbst auf seinen eigenen Tod hin gelesen. Umso bemerkenswerter sei der abschließende Ausruf: „Vom Herrn her ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.“

Der Mensch könne Gottes Wirken und Führung jedoch oftmals nicht verstehen. Die Bauleute hätten dem eigenen Urteil vertraut und den Stein für nutzlos gehalten, während die Winzer auf ihre eigene Klugheit gesetzt hätten. Auch heute bestehe das menschliche Problem darin, Gottes Gnade nur so weit anzunehmen, wie sie verständlich erscheine. „Wir können die Gnade Gottes nicht in jedem Hinblick verstehen, weil wir das Ende des Weges nicht sehen können“, sagte der Geistliche.

Gerade deshalb sei das Evangelium während des Festes des Entschlafens der Gottesgebärerin besonders bedeutsam. Maria sei ein Gegenbild zu dieser Haltung. Auch sie habe bei der Verkündigung nicht verstanden, was mit ihr geschehen sollte. Dennoch habe sie sich Gottes Willen überantwortet und gesagt: „Mir geschehe nach deinem Willen.“

Dieses Vertrauen habe die Gottesgebärerin durch ihr ganzes Leben getragen, auch durch die schweren Erfahrungen bis zur Kreuzigung ihres Sohnes. In ihrem Entschlafen habe sich dieses Vertrauen erfüllt. Der Tod sei nicht das Ende ihres Lebens, sondern „ein Übergang in das Leben“.

Auch im Leben der Gläubigen gebe es, so der Priester, „ganz viele Steine“, die nutzlos erschienen oder den eigenen Plänen im Weg stünden. Von der Gottesgebärerin könne man lernen, darauf zu vertrauen, „dass der Herr das Ende des Weges sieht“. Was zunächst unverständlich erscheine, könne letztlich zum Heil führen.

Abschließend rief Priester Daniel Schärer dazu auf, Gottes Gnade zu vertrauen. Dann könne der Mensch auch in seinem eigenen Leben erfahren, dass Gott den verworfenen Stein zum Eckstein mache, und schließlich erkennen: „Dies ist von Gott her geschehen, es ist wunderbar in unseren Augen.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass Hierarchen aus Bulgarien, Rumänien, Serbien und Nordmazedonien sowie ein Geistlicher aus Albanien zu Feierlichkeiten im Kloster des Heiligen Joachim von Osogovo zusammenkamen.

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