Lutherischer Erzbischof sprach sich gegen Abriss der orthodoxen Kathedrale in Tallinn aus
Der lutherische Erzbischof Urmas Viilma erklärte, eine aktive orthodoxe Kirche in Tallinn dürfe wegen ihrer historischen und politischen Symbolik nicht abgerissen werden.
Am 12. August 2026 sprach sich der Erzbischof der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Urmas Viilma, gegen den Abriss der orthodoxen Alexander-Newski-Kathedrale in Tallinn aus. Darüber berichtete ERR.
Die Diskussion über die Zukunft der Kathedrale begann, nachdem Estlands Innenminister Igor Taro die Frage einer Kündigung des Mietvertrags aufgeworfen hatte. Danach wurden Vorschläge laut, die Kirche zu verkaufen, zu verlegen, in ein Museum umzuwandeln oder abzureißen. Begründet werden diese Initiativen mit der Verbindung der Kathedrale zum Moskauer Patriarchat und der Haltung von Patriarch Kirill zum Krieg in der Ukraine.
Viilma betonte, dass die Kathedrale trotz ihrer Baugeschichte in der Zeit der Russifizierung heute vor allem eine aktive orthodoxe Kirche sei, in der Gläubige beten, beichten, an der Liturgie teilnehmen, Kinder taufen lassen und heiraten.
Der Erzbischof merkte an, dass sich die Bedeutung historischer Gebäude im Laufe der Zeit verändern könne. Er erinnerte daran, dass in Estland auch andere Bauwerke erhalten geblieben seien, die mit Zeiten fremder Herrschaft verbunden sind, und dass man sie als Teil des kulturellen Erbes betrachte.
„Die Idee, irgendeine aktive Kirche zu schließen, ihre Nutzung als Gotteshaus zu beenden oder sie abzureißen, kann für ein christliches Kulturvolk nicht als angemessen gelten“, erklärte Viilma. Nach seinen Worten „reißt ein Kulturvolk nicht ab, sondern baut auf“, und die Zukunft der Alexander-Newski-Kathedrale müsse vor allem in den Händen der orthodoxen Esten liegen.
Zuvor schrieb die UOJ, dass die Estnische Kirche die Kündigung des Mietvertrags für ihre Kanzlei in Tallinn angefochten hatte.