„Alles in unserem Leben ist Ausdruck von Gottes Vorsehung und Liebe“
Serbischer Patriarch Porfirije weiht Kirche des Heiligen Erzengels Gabriel in Pale bei Sarajewo.
Am 26. September 2026 hat der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije die Kirche des Heiligen Erzengels Gabriel in Pale, in der Republika Srpska, feierlich geweiht und anschließend die Göttliche Liturgie gefeiert. Gemeinsam mit mehreren Hierarchen, Priestern und Mönchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche rief er die Gläubigen dazu auf, ihren Glauben zu bewahren und insbesondere die Einheit untereinander zu pflegen. Die Kirche steht in unmittelbarer Nähe der Universität Ost-Sarajevo und geht auf eine Initiative des verstorbenen Metropoliten Nikolaj von Dabro-Bosnien zurück. Der Bau begann 2008, seit 2015 finden dort Gottesdienste statt, wie die serbische Redaktion der UOJ berichtete.
In seiner Predigt erinnerte Patriarch Porfirije an die geistliche Geschichte der Region und an Metropolit Petar Zimonjić von Dabro-Bosnien und Sarajevo, der 1941 im Konzentrationslager Jasenovac als Märtyrer starb. Jasenovac, so der Patriarch, sei für die Serbisch-Orthodoxe Kirche trotz seiner Geschichte des Bösen zu einem Ort der Heiligung geworden, an dem für Frieden, Liebe und Verständigung zwischen den Völkern gebetet werde. Zugleich sprach Patriarch Porfirije über seine persönliche Verbundenheit mit der Region. Seine Urgroßväter, Großväter und Eltern seien dort geboren und aufgewachsen. Der Patriarch erklärte, er freue sich besonders, an einem Ort zu sein, „wo die serbisch-orthodoxe Seele wohnt“ und für das eigene Heil sowie für den Frieden der ganzen Welt betet.
Im Mittelpunkt seiner Predigt standen die Einheit der Gläubigen und die Ausrichtung des Lebens auf Gott. „Pflegt und fördert die Einheit, ungeachtet eurer Unterschiede“, sagte der Patriarch und betonte, Verschiedenheit könne eine Gemeinschaft bereichern, dürfe aber nicht zur Trennung führen. Die neu geweihte Kirche solle nicht lediglich ein Gebäude sein, sondern ein lebendiger Ort der Liturgie, der Taufe, der Eheschließung, der Beichte, der Vergebung und des Gebets. „Alles in unserem Leben ist Ausdruck von Gottes Vorsehung und Liebe“, sagte Patriarch Porfirije.
Die Gläubigen sollten Gott in die Mitte ihres Lebens stellen, zunächst untereinander Frieden und Liebe verwirklichen und dadurch auch anderen Menschen gegenüber offen sein. Die Weihe bezeichnete er als Beginn des eigentlichen Lebens des Heiligtums als geistliches Zentrum der Gemeinde.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die DOM-Gesellschaft sich bei ihrer Sommertagung im Kloster Unterufhausen dem Thema der Beichte widmete.
