DOM-Gesellschaft widmet ihre Sommertagung dem Thema der Beichte

Die Referenten und Teilnehmer der 7. Sommertagung der DOM-Gesellschaft in der Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Eiterfeld-Unterufhausen. Foto: DOM-Gesellschaft Die Referenten und Teilnehmer der 7. Sommertagung der DOM-Gesellschaft in der Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Eiterfeld-Unterufhausen. Foto: DOM-Gesellschaft

Orthodoxe Geistliche aus verschiedenen Diözesen berieten im Kloster Unterufhausen über Schuld, Scham, Reue, Buße und geistliche Begleitung.

Die Gesellschaft „Deutschsprachige Orthodoxie in Mitteleuropa“ (DOM-Gesellschaft) hat vom 18. bis 20. September 2026 ihre 7. Sommertagung in der serbisch-orthodoxen Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Eiterfeld-Unterufhausen veranstaltet. Unter dem Titel „Die Beichte – Umgeisten zwischen Routine, Scham und Schuld(-gefühlen)“ befassten sich die Teilnehmer aus theologischer, seelsorgerlicher und monastischer Perspektive mit der Bedeutung der Beichte für das geistliche Leben. Referenten aus unterschiedlichen orthodoxen Diözesen in Deutschland stellten dabei verschiedene Zugänge zu Reue, Umkehr und geistlicher Begleitung vor, wie die Gesellschaft auf ihrer Webseite berichtete.

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Schima-Archimandrit Justin (Rauer) eröffnete die Tagung als Gastgeber mit Gedanken über die „niemals auf Erden endende Mühen um die Metanoia“. Der Vorsitzende der DOM-Gesellschaft, Erzpriester Stefan Anghel, sprach über die Notwendigkeit geistlicher Väter und ging dabei auch auf die Spannung zwischen der ehrfürchtigen Vorbereitung auf die Heilige Kommunion und dem zunehmenden Zeitdruck in der Beichtpraxis ein. Erzpriester Dimitrij Svistov aus Saarbrücken thematisierte die Bedeutung von Epitimien für Beichte und Umkehr. Für den erkrankten Erzpriester Vladislav Dikhanov sprang kurzfristig Erzpriester Alexej Lemmer aus Frankfurt ein. Er behandelte das Verhältnis von Beichte und Buße und betonte, dass Reue nicht dazu diene, Gott umzustimmen, sondern eine Antwort darauf sei, dass Gott dem Menschen bereits entgegenkomme – vergleichbar mit dem Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Bischof Hiob (Bandmann) von Stuttgart aus der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) sprach darüber, wie aus „Beichtkindern Beicht-Erwachsene“ werden können, und stellte die Zukunftsorientierung der Beichte sowie die eigenverantwortliche Veränderung des Lebens in den Mittelpunkt. Erzpriester Mihail Rahr aus Weimar setzte sich mit dem Verhältnis von Beichte und Heiliger Kommunion auseinander. Dabei wurden die Ehrfurcht vor der Kommunion und die Gefahr einer auf bloße Sündenlisten verkürzten Beichtpraxis diskutiert.

Erzpriester Alexey Rodionov aus Frankfurt erläuterte die Bedeutung der Buße bei den heiligen Vätern und unterschied zwischen Demut und Selbsterniedrigung. Anhand der unterschiedlichen Reue von Judas und Petrus zeigte er verschiedene Formen des Umgangs mit Schuld auf. Erzpriester Stefan Anghel behandelte zudem die Chancen und Grenzen der Unterscheidung zwischen Beichtvater und geistlichem Vater.

Priester Ispas Ruja der rumänisch-orthodoxen Gemeinde aus Dortmund berichtete aus seiner Tätigkeit als Krankenhausseelsorger und schilderte die besonderen Herausforderungen der Beichte im Krankenhaus und am Lebensende. Mutter Andrea stellte aus monastischer Perspektive das Vorbild Christi als Gottmenschen für das eigene Leben heraus. Hieromonach und Psychiater Athanasie Ulea der rumänisch-orthodoxen Metropolie in Deutschland sprach über psychologische Hintergründe von Schuld- und Schamgefühlen und unterschied zwischen hilfreichen und belastenden Formen von Schuld und Scham. Dabei ging es auch um den Umgang mit Selbstablehnung und Selbsthass.

Ein wiederkehrender Gedanke der Tagung war die Abkehr von einer ausschließlichen Konzentration auf die eigene Sündhaftigkeit und die Hinwendung zu einem Leben in der Nachfolge Christi. Erzpriester Dimitrij Svistov betonte dabei auch die von Gott verliehene menschliche Kreativität, mit der der Mensch sein eigenes Leben im Blick auf die Ewigkeit gestalten könne. Bischof Hiob hob die persönliche Verantwortung für die Veränderung des eigenen Lebens hervor.

Neben den Vorträgen standen im Kloster Gottesdienste, Gebet, persönliche Gespräche und Begegnungen zwischen Geistlichen verschiedener orthodoxer Diözesen im Mittelpunkt. Die Veranstalter betonten das panorthodoxe Anliegen der DOM-Gesellschaft, Geistliche unterschiedlicher kirchlicher Traditionen und Diözesen miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Tagung endete nach der Göttlichen Liturgie, die Priester Athanasie Ulea gemeinsam mit Priester Justin feierte.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije zum Fest der Geburt der Allerheiligsten Gottesmutter in der Belgrader Kathedrale gepredigt hatte.

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