Erzbischof Tichon predigte über die Verantwortung für Gottes Gaben
Der Geistliche der Russischen Orthodoxen Kirche rief in Berlin dazu auf, die eigenen Fähigkeiten im Dienst an anderen einzusetzen.
Am 20. September 2026, dem Sonntag vor der Kreuzerhöhung, zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Im Anschluss an den Kommunionsvers hielt er eine Predigt über das Gleichnis von den anvertrauten Talenten aus dem Matthäusevangelium (25,14–30), die die Diözese auf ihrer Webseite veröffentlichte.
Erzbischof Tichon betonte, dass die Talente nicht allein als Geldeinheiten zu verstehen seien, sondern für sämtliche Fähigkeiten und Gaben stünden, die Gott den Menschen anvertraut habe. Jeder Mensch verfüge über solche Gaben und sei aufgerufen, sie zu nutzen, weiterzuentwickeln und auf Gott auszurichten. Auch eine scheinbar kleine Gabe könne ausreichen, um ein erfülltes Leben zu führen und die Gemeinschaft mit Gott zu erlangen.
Zugleich hob der Erzbischof in seiner Predigt die Verantwortung hervor, die mit den empfangenen Gaben verbunden sei. Entscheidend sei nicht deren Anzahl, sondern die Treue im Umgang mit ihnen und die Bereitschaft, das eigene Leben dem Dienst an anderen zu widmen. Dabei verwies er auf Jakobus 4,17, wonach auch das Unterlassen des Guten Sünde sei.
Abschließend rief Erzbischof Tichon die Gläubigen dazu auf, einander mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten zu dienen und die von Gott empfangenen Gaben tatkräftig einzusetzen, um das ewige Leben und das Himmelreich zu erlangen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Pimen von Europa der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid den Segen zur Gründung der Gemeinde „Heiliger Erzengel Michael“ in Salzburg gab.