Historiker Herbert Ammon beschäftigt sich mit Angriff auf Swjatohirsker Lawra
Der Publizist kritisiert die einseitige westliche Berichterstattung und das Ausblenden „störender Fakten“ beim Blick auf die Ukraine.
Der deutsche Historiker und Publizist Herbert Ammon, der bis 2003 Geschichte und Soziologie am Studienkolleg für ausländische Studierende der Freien Universität Berlin lehrte, beschäftigt sich in einem am 9. September 2026 auf seinem Blog veröffentlichten Beitrag mit der Darstellung des Ukrainekrieges und der Wahrnehmung unbequemer Tatsachen. Am Beispiel eines tödlichen Angriffs in der Swjatohirsker Mariä-Entschlafens-Lawra benennt er die blinden Flecken beim Blick des Westens auf die Ukraine.
In seinem Beitrag beschreibt Ammon die festgefahrene Situation im Ukrainekrieg. Während Russland unter Präsident Putin an seinen territorialen und strategischen Zielen festhalte, verlasse sich der ukrainische Präsident Selenskyj auf die Unterstützung der Europäischen Union. Ammon setzt sich mit der deutschen und europäischen Solidarität mit der Ukraine sowie mit der öffentlichen Wahrnehmung des Konflikts auseinander. Der russische Angriff sei völkerrechtswidrig; zugleich verweist er auf historische Hintergründe und Entwicklungen innerhalb der Ukraine.
Der Historiker attestiert der vorherrschenden medialen Berichterstattung ein Schwarz-Weiß-Denken, in dem Putin und Russland dem Bösen und Selenskyj sowie die Ukraine dem Guten zugeordnet würden. Unbequeme Tatsachen wie Korruption, Machtkämpfe, Zwangsrekrutierungen, der Umgang mit russischer Literatur und die Beseitigung von Puschkin-Denkmälern in der Ukraine würden dabei ausgeblendet oder heruntergespielt. In diesem Zusammenhang verweist Ammon auf einen Bericht der UOJ über einen Angriff auf die Swjatohirsker Mariä-Entschlafens-Lawra, bei dem der Mönch Warsonofij getötet wurde.
Der Fall steht für den Historiker beispielhaft für jene Aspekte des Ukrainekrieges, die seiner Ansicht nach im vorherrschenden Ukrainebild zu wenig Beachtung finden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Pimen von Europa der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid den Segen zur Gründung der Gemeinde „Heiliger Erzengel Michael“ in Salzburg gab.