Priester Daniel Schärer: Die Herrlichkeit Gottes im Nächsten erkennen

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Priester Daniel Schärer predigte in der Auferstehungskirche Zürich: Archivfoto: Screenshot Facebook Priester Daniel Schärer predigte in der Auferstehungskirche Zürich: Archivfoto: Screenshot Facebook

Der Geistliche erinnerte in Zürich daran, trotz menschlicher Schwächen und Fehler die Würde des Mitmenschen zu sehen und ihn in christlicher Liebe anzunehmen.

Priester Daniel Schärer predigte am Sonntag, dem 13. September 2026, in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich über die Herrlichkeit Gottes in den Menschen und die christliche Berufung, auch im fehlerhaften Nächsten das Abbild Gottes zu erkennen. Die Gemeinde übertrug die Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal (Predigt ab ca. Min. 52).

Ausgehend vom paulinischen Bild der irdenen Gefäße erklärte Priester Daniel Schärer, dass Gott seine Herrlichkeit gerade in den schwachen und unvollkommenen Menschen wirksam werden lasse. Die Gläubigen seien zwar ihren Leidenschaften und Versuchungen ausgesetzt, könnten aber durch die Eucharistie und durch Taten der Nächstenliebe an Gottes Herrlichkeit teilhaben und sie in der Welt sichtbar machen.

Im Umgang mit anderen Menschen falle es jedoch häufig schwer, über deren Fehler und Schwächen hinwegzusehen. Die heutige Gesellschaft und die sozialen Medien verstärkten nach den Worten des Priesters oftmals Abgrenzung, Wut und Feindseligkeit. Dabei werde leicht vergessen, dass man selbst ebenso ein gebrochenes Wesen sei wie derjenige, über dessen Verhalten man sich ärgere.

Der Geistliche betonte, dass Gott seine Herrlichkeit nicht nur in die Gläubigen selbst, sondern ebenso in ihre Mitmenschen gelegt habe. Jeder Mensch sei ein Abbild Gottes und dazu berufen, in sein Königreich aufgenommen zu werden. Das Gebot, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, bedeute deshalb auch, hinter dessen Fehlern die göttliche Herrlichkeit wahrzunehmen.

Die Gläubigen sollten insbesondere dann versuchen, durch die menschlichen Schwächen hindurchzusehen, wenn ihnen jemand unsympathisch sei oder eine andere politische Meinung vertrete. Wer den Nächsten auf diese Weise liebe, werde zum Mitarbeiter der göttlichen Herrlichkeit. So könne Gottes Gnade die Beziehungen der Menschen heilen und durch sie hindurch die Welt verwandeln.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Pimen von Europa der Mazedonischen Orthodoxen Kirche – Erzbistum Ohrid den Segen zur Gründung der Gemeinde „Heiliger Erzengel Michael“ in Salzburg gab.

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