Katholische Kirche im Gazastreifen ruft nach tausend Tagen Krieg zu Frieden auf
Pfarrer Gabriel Romanelli schilderte die humanitäre Lage und rief die internationale Gemeinschaft zu größerem Engagement auf.
Am 10. Juli hat der Pfarrer der katholischen Pfarrei der Heiligen Familie im Gazastreifen, Pater Gabriel Romanelli, angesichts der tausend Tage seit Beginn des Krieges zwischen der Hamas und Israel zu verstärkten internationalen Bemühungen um einen gerechten Frieden aufgerufen. Er erklärte, das Leid der Zivilbevölkerung, insbesondere der Kinder, sei immens und dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Zugleich erinnerte er daran, dass auch die kleine christliche Gemeinschaft im Gazastreifen schwere Verluste erlitten habe. Darüber berichtete Infovaticana.
Nach Angaben der Pfarrei lebten vor Beginn des Krieges etwas mehr als tausend Christen im Gazastreifen. Seitdem seien rund 60 Gemeindemitglieder ums Leben gekommen – ein Teil durch Kampfhandlungen, ein anderer Teil infolge des Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung. Die Pfarrei der Heiligen Familie beherbergt weiterhin zahlreiche Binnenvertriebene und versorgt sie mit humanitärer Hilfe sowie seelsorglicher Begleitung.
Auch der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, schilderte nach einem Besuch im Gazastreifen die schwierige Lage der Bevölkerung. Er verwies auf weitgehend zerstörte Städte, den Mangel an Wasser, medizinischer Versorgung und grundlegenden Gütern sowie auf die Notwendigkeit, neben dem Wiederaufbau auch die seelischen Folgen des Krieges zu bewältigen. Beide Geistlichen betonten, dass ein dauerhafter Frieden nur durch Versöhnung und die Anerkennung der Würde jedes Menschen erreicht werden könne.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Unbekannte in Istanbul einen armenischen Kirchenfriedhof geschändet hatten.