Theologe: Israel führte Kirchensteuern ein, die selbst die Muslime nicht erhoben
Theologe J. D. Hall erklärte, auf die Christen in Israel werde ein finanzieller Druck ausgeübt, der mit den Zeiten der islamischen Herrschaft in der Region nicht vergleichbar sei.
Der amerikanische Theologe J. D. Hall erklärte in einem Interview mit Tucker Carlson, die derzeitigen Behörden Israels belegten die christlichen Kirchen mit Steuern, was nicht einmal die muslimischen Herrscher während der vier Jahrhunderte der osmanischen Herrschaft getan hätten.
Im Verlauf des Gesprächs merkte der Experte an, dass während des Osmanischen Reiches in Palästina das „Millet“-System in Kraft war, bei dem die islamischen Behörden von den Kirchen nicht nur keine Steuern erhoben, sondern auch die Pilger schützten und die christlichen Heiligtümer wiederherstellten. Insbesondere, so Hall, hätten muslimische Herrscher die Grabeskirche dreimal neu errichtet oder von Grund auf renoviert.
Die heutige Situation hat sich jedoch radikal verändert. Hall teilte mit, die Behörden Israels hätten kürzlich die Bankkonten der Orthodoxen Kirche aufgrund von Forderungen wegen der Nichtzahlung neu eingeführter Steuern eingefroren. Da die Kirche die gewaltigen, über mehrere Jahre angehäuften Summen nicht zahlen könne, drohten die Behörden mit der Konfiszierung von Kircheneigentum für den weiteren Siedlungsbau.
Der Theologe unterstrich, dass die einheimischen Gläubigen, deren Gemeinden auf diesem Boden länger bestehen als der Staat Israel selbst, heute einem beispiellosen finanziellen Druck ausgesetzt seien. Seiner Ansicht nach widerlege dies den Mythos, Israel sei ein „Freund der Christen“, da die Lage der Kirchen unter den Muslimen rechtlich und finanziell stabiler sei.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der Vatikan den deutschen Bischöfen die Laienpredigt in der Messe verboten habe.