Metropolit Mark: „Die kirchliche Kultur ist stärker als die Herkunft“
Interview zum Jubiläum der ROKA-Diözese beleuchtet Geschichte und Zukunft der Kirche
Zum 100-jährigen Bestehen der deutschen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat Metropolit Mark deren Entwicklung als von Tradition und geistlicher Kontinuität geprägt beschrieben. In einem ausführlichen, im Mitteilungsorgan „Der Bote“ am 28. Mai 2026 veröffentlichten Interview betonte er die identitätsstiftende Kraft der kirchlichen Kultur, die nationale Unterschiede übersteige und zugleich integriere.
Mit Blick auf die Geschichte verwies Metropolit Mark auf die Gründung der Diözese im Jahr 1926 infolge kirchlicher Spannungen sowie auf die Bewährungsproben während der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegsjahre. Gerade unter Bedingungen von Emigration und Zerstreuung sei es gelungen, Strukturen aufzubauen und die geistliche Einheit zu wahren. Die Diözese habe sich dabei zu einem prägenden Faktor des orthodoxen Lebens in Deutschland entwickelt.
Für die Gegenwart hob der Metropolit die Bedeutung der Weitergabe von Tradition und Glauben hervor. Die Erneuerung durch Zuwanderung habe neue Dynamik gebracht, zugleich bleibe die Herausforderung bestehen, das kirchliche Leben im westlichen Umfeld zu festigen. Leitend sei dabei sein Vermächtnis: „Dass alle an Gott glauben und diesen Glauben in Liebe umsetzen.“
Die UOJ berichtete zuvor, dass der Gürtel der Gottesmutter noch bis zum 1. Juni in Belgrad bleibt.