Metropolit Grigorije: „Christus vereint Menschen, die verschieden sind“
Serbisch-orthodoxer Metropolit betonte am Patronatsfest des Klosters Petropavlov bei Trebinje die Einheit der Kirche trotz unterschiedlicher Charaktere und Sichtweisen
Am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus (12. Juli 2026) hat der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland während der Göttlichen Liturgie im Petropavlov-Kloster bei Trebinje in Bosnien-Herzegowina die gemeinsame Verehrung der beiden Apostel als Zeichen der Einheit in Christus gedeutet. Petrus und Paulus seien trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege und Charaktere nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch ihre Zugehörigkeit zu Christus verbunden gewesen. Beide hätten schwere Schwächen überwinden müssen: Petrus verleugnete Christus aus Angst, Paulus verfolgte ihn aus Selbstgewissheit. Die deutsche Eparchie veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Metropolit Grigorije warnte davor, sich auf die eigene Stärke oder das eigene Wissen zu verlassen. Petrus stehe für Heimat, Beständigkeit und Erinnerung, Paulus für Aufbruch, Mission und Offenheit. Die Kirche brauche beide gleichermaßen, denn sie lebe von unterschiedlichen Gaben und Sichtweisen.
Auch Meinungsverschiedenheiten hätten die Apostelfürsten nicht getrennt, weil ihre Einheit in Christus gegründet gewesen sei. Jeder Mensch trage sowohl die Schwäche des Petrus als auch die Selbstsicherheit des Paulus in sich und sei deshalb zur Demut, Umkehr und zur Annahme der Verschiedenheit als Gabe Gottes aufgerufen. Nach der Liturgie wurden die Festgaben gesegnet und eine Prozession zum Patronatsfest des Klosters abgehalten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei die Gläubigen aufforderte: „Bereitet euch auf den geistlichen Kampf vor, nicht auf emotionalen Trost!“