Orthodoxe Bischöfe Frankreichs mahnten Einhaltung des Völkerrechts an
Appell angesichts von Konflikten im Nahen Osten und wachsender humanitärer Not
Die Versammlung der orthodoxen Bischöfe Frankreichs (AEOF) hat bei ihrer jüngsten Sitzung am 23. April 2026 in Paris eindringlich zur Achtung des Völkerrechts und insbesondere des humanitären Völkerrechts aufgerufen. Zugleich äußerten die Bischöfe große Sorge über die eskalierende Gewalt im Nahen Osten und deren globale Folgen. Das Kommuniqué zur Sitzung wurde auf der Webseite der AEOF veröffentlicht.
Im Mittelpunkt des Treffens standen neben innerkirchlichen Themen auch gesellschaftliche und internationale Fragen. Diskutiert wurden unter anderem die Produktion der Fernsehsendung „Orthodoxie“, liturgische Projekte zu Heiligen Frankreichs und zur Bewahrung der Schöpfung sowie Berichte zur Krankenhaus- und Flughafenseelsorge. Zudem informierte ein Vertreter der AEOF über Gespräche mit staatlichen Stellen zur Rolle der Religion im laizistischen System Frankreichs.
Mit Blick auf den 13. Jahrestag der Entführung zweier orthodoxer Erzbischöfe von Aleppo erneuerten die Bischöfe ihren Appell an internationale Akteure, zur Aufklärung des Schicksals der Verschleppten beizutragen. Gleichzeitig würdigten sie den jüngsten Frankreich-Besuch des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. als bedeutendes kirchliches und diplomatisches Ereignis.
Besonders eindringlich äußerte sich die AEOF zur Lage im Nahen Osten. Die Bischöfe verurteilten die anhaltenden Kämpfe, die hohe Zahl ziviler Opfer sowie die massive Zerstörung von Infrastruktur. Sie forderten ein Ende der Gewalt und betonten, dass weder Zivilisten noch zivile Einrichtungen Ziel militärischer Angriffe sein dürften. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht zulassen, dass das „Recht des Stärkeren“ über das Völkerrecht triumphiere.
Ihre Solidarität bekundeten die Bischöfe insbesondere mit der leidenden Bevölkerung im Libanon sowie mit Christen in Syrien. Sie verurteilten Gewaltakte gegen christliche Gemeinden und riefen zu verstärktem internationalen Engagement für Menschenrechte, Sicherheit und ein friedliches Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen auf.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die rumänisch-orthodoxe Pfarrschule in München unter den Schutz der heiligen Anastasia Şaguna gestellt wurde.