Heilige als Vorbilder: Predigt über Glaubenstreue und christliches Leben heute
Priester Konstantin Anikin betonte am Allerheiligen-Sonntag die Bedeutung der Märtyrer, die Rolle der Liturgie und den Auftrag der Gemeinde in der Gegenwart
Zum Allerheiligen-Sonntag (7. Juni 2026) predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über die Bedeutung der Heiligen als Vorbilder des Glaubens und die besondere Berufung der Christen in der heutigen Welt. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Im Zentrum der Predigt stand das Gedenken aller Heiligen als Frucht des Pfingstereignisses und Beginn der Kirchengeschichte. Priester Konstantin Anikin hob hervor, dass insbesondere die Märtyrer als leuchtende Beispiele des Glaubens gelten, da sie trotz Verfolgung standhaft blieben und ihr Leben für Christus hingaben. Zugleich erinnerte er an den Gemeindepatron, den seligen Isidor, der als „Narr in Christus“ durch Demut, verborgenes Gebet und Nächstenliebe wirkte. Hinter äußerer Armut und gesellschaftlicher Verachtung habe sich ein tiefes geistliches Leben verborgen.
Für die heutige Gemeinde leitete der Priester daraus einen konkreten Auftrag ab: Christsein bedeute, sich auch im Alltag sichtbar zum Glauben zu bekennen und sich bewusst von weltlichen Maßstäben zu unterscheiden, ohne sich über andere zu erheben.
Besonders betonte er die zentrale Rolle der Göttlichen Liturgie als „Herz der Kirche“, die bereits Anteil am Paradies gebe und in deutscher Sprache auch Suchenden zugänglich gemacht werde. Trotz bestehender Herausforderungen rief der Geistliche dazu auf, die eigene Sendung nicht zu unterschätzen, sondern mit Zuversicht den Weg der Kirche in Deutschland fortzusetzen und Christus als Ziel des Lebens im Blick zu behalten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das Kloster Himmelsthür in Hildesheim nach einer Renovierung wiedereröffnet werden soll.