Fastenzeit: Metropolit Tichon rief zu Besonnenheit im digitalen Zeitalter auf

20. Februar, 16:07 Uhr
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Metropolit Tichon richtet zum Beginn der Großen Fastenzeit einen geistlichen Aufruf zu Besonnenheit, Demut und innerer Umkehr an die orthodoxen Gläubigen in Nordamerika. Metropolit Tichon richtet zum Beginn der Großen Fastenzeit einen geistlichen Aufruf zu Besonnenheit, Demut und innerer Umkehr an die orthodoxen Gläubigen in Nordamerika.

Oberhaupt der Orthodoxen Kirche in Amerika warnte vor „Herrschaft der Meinung“ und betont Demut, Selbstprüfung und geistliche Nüchternheit als Weg zur inneren Freiheit

Mit einer geistlichen Botschaft zum Beginn der Großen Fastenzeit hat Metropolit Tichon die Gläubigen der Orthodoxen Kirche in Amerika zu Zurückhaltung im Umgang mit Meinungen und sozialen Medien aufgerufen. Die Fastenzeit solle als Zeit der inneren Umkehr, des Gebets und der geistlichen Unterscheidung verstanden werden, wie die Kirche am 16. Februar 2026 auf ihrer Webseite mitteilte.

In seinem Hirtenbrief beschreibt Metropolit Tichon von ganz Amerika und Kanada die heutige, stark von Medien und ständiger Online-Präsenz geprägte Kultur als Umfeld, in dem persönliche Meinungen oft überhöht würden. Die sogenannte Aufmerksamkeitsökonomie verstärke Vorurteile und lenke den Blick weg von geistlicher Besonnenheit. Gerade in der Fastenzeit erinnere die orthodoxe Tradition daran, dass Leidenschaftslosigkeit, Maß und Urteilsvermögen zentrale christliche Tugenden seien.

Der Metropolit betont zugleich, dass der Glaube nicht zum Schweigen verpflichten wolle. Vielmehr solle jedes Handeln von Demut und Selbstprüfung ausgehen. Christen seien aufgerufen, ihre Gedanken zu prüfen und sich nicht vorschnell von moralischer Gewissheit leiten zu lassen. Diese geistliche Nüchternheit erweitere die menschliche Freiheit, weil sie vom Druck befreie, zu jedem Thema sofort Stellung beziehen zu müssen.

Selbstbeherrschung und Unterscheidungsvermögen seien jedoch kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge auf dem Weg zu Christus. Ziel der Fastenzeit sei nicht bloß der Verzicht, sondern die Hinwendung zum Guten und zur Gemeinschaft mit Gott. Wer Raum für Gottes Wirken lasse, finde inneren Frieden jenseits der wechselnden Nachrichtenzyklen.

Abschließend erinnert der Geistliche daran, dass das christliche Leben letztlich auf Freude ausgerichtet sei – auf die bleibende Freude der Gemeinschaft mit Gott. Der Weg der Buße führe durch Herausforderungen, münde aber in Freiheit, Liebe und wahres Leben. Er versicherte den Gläubigen seine Gebete auf dem Weg zum Osterfest. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Neuerscheinung „Fels und Sand“ von Erzpriester Josiah Trenham die orthodoxe Sicht auf den Protestantismus beleuchtet.
 

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