Münster: Schweigemarsch „1000 Kreuze für das Leben“ von Gegenprotest begleitet
Rund 60 Teilnehmer demonstrierten gegen Schwangerschaftsabbrüche, etwa 600 Menschen protestierten für reproduktive Selbstbestimmung.
Der Schweigemarsch „1000 Kreuze für das Leben“ der Lebensrechtsorganisation EuroProLife ist am Samstag, den 10. Oktober 2026, in Münster von starkem Gegenprotest und einem großen Polizeieinsatz begleitet worden. Rund 60 Teilnehmer zogen am Nachmittag mit weißen Holzkreuzen vom St.-Aegidii-Kirchplatz zum Domplatz, um gegen Schwangerschaftsabbrüche zu demonstrieren, wie die Westfälischen Nachrichten berichteten.
Ziel der von der christlichen Initiative veranstalteten Gebetsprozession ist ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und ein rechtlicher Schutz ungeborenen Lebens ab der Empfängnis. Mit dem Tragen der weißen Kreuze wollen die Aktivisten symbolisch auf die Zahl der täglichen Abtreibungen in Deutschland aufmerksam machen und ein öffentliches Zeichen für ein striktes Abtreibungsverbot setzen. Die Gruppe fordert zudem die Abschaffung von Beratungsangeboten, die eine rechtliche Grundlage für straffreie Schwangerschaftsabbrüche bieten.
Zeitgleich gingen etwa 600 Menschen des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung und anderer Gruppen auf die Straße, um für das Recht auf legale Abtreibungen und reproduktive Selbstbestimmung einzutreten. Die Polizei musste mehrfach aktiv eingreifen, um ein Zusammentreffen der Lager zu verhindern und den Marschweg freizuhalten.
Im Bereich der Arkaden lösten die Einsatzkräfte eine beginnende Sitzblockade der Gegendemonstranten auf. Zudem kletterten Aktivisten entlang der Route auf Laternen und Bäume, um Banner zu spannen, wie ein Instagram-Video zeigt. Die Polizei stellte Personalien fest und leitete mehrere Strafanzeigen ein. Zudem wird ein politischer Zusammenhang bei einer Statue auf dem Domplatz geprüft, die in der Nacht vor den Demonstrationen beschmiert worden war.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der emeritierte Wiener Kardinal Schönborn in einem Interview die hohe Zahl von Kirchenaustritten beklagt und sich gegen staatliche Eingriffe beim Kinderkopftuch ausspricht.
