Gläubige in Bulgarien lehnten Besuch von Patriarch Bartholomäus ab
Laien und Geistliche der Bulgarischen Orthodoxen Kirche baten die Synode, den Besuch von Patriarch Bartholomäus im Rila-Kloster abzusagen.
Laien und Geistliche der Bulgarischen Orthodoxen Kirche haben sich gegen den für den 19. Oktober 2026 geplanten Besuch des Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus, im Rila-Kloster ausgesprochen. Dies berichtet die UOJ in Bulgarien.
Anlass für die Reise des Oberhaupts des Patriarchats von Konstantinopel ist das Jahr 1150. Jahrestag der Geburt und der 1080. Jahrestag der Entschlafung des heiligen Johannes von Rila, des Wundertäters. Patriarch Bartholomäus beabsichtigt, die feierliche Liturgie im Kloster zu leiten, was bei einem Teil der Gläubigen und des Klerus heftigen Protest ausgelöst hat.
Die Gegner des Besuchs richteten einen offenen Brief an die Synode der Bulgarischen Kirche und forderten, die Einladung an das Oberhaupt des Phanars unverzüglich zurückzunehmen. Die Verfasser des Schreibens sind der Ansicht, dass die Anwesenheit von Patriarch Bartholomäus das Andenken an den bedeutendsten bulgarischen Heiligen entweihen werde. Den Patriarchen selbst bezeichnen sie als Ökumenisten mit unbegründeten Ansprüchen auf den Status eines „Papstes des Ostens“.
Die größte Befürchtung der Gläubigen besteht darin, dass der Patriarch von Konstantinopel während des Gottesdienstes im Rila-Kloster des Oberhaupts der von ihm geschaffenen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) gedenken werde, die viele bulgarische Geistliche für eine schismatische Struktur halten. Sie ist bis heute von der Bulgarischen Kirche nicht offiziell anerkannt. Geistliche warnen davor, dass dieser Besuch die Bulgarische Orthodoxe Kirche in der ukrainischen Kirchenfrage vor vollendete Tatsachen stellen könnte.
Im Internet wurde zudem eine Unterschriftensammlung gegen den Besuch von Patriarch Bartholomäus gestartet, die bereits von Hunderten Bulgaren unterstützt wird. Der vollständige Wortlaut des Aufrufs ist auf der Website der Petition verfügbar. Die Gläubigen bestehen darauf, dass die Bulgarische Orthodoxe Kirche ihre Autonomie schützt und verhindert, dass fremde geopolitische Linien ins geistliche Leben Bulgariens hineingetragen werden.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Patriarch Bartholomäus eine Ehrendoktorwürde für den Umweltschutz erhalten hatte.