„Der Herr nimmt uns an, wie wir sind, doch Er will nicht, dass wir so bleiben“
Abt Daniil predigte im russisch-orthodoxen Kloster des heiligen Georg in Götschendorf über das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl.
In seiner Predigt am 6. September 2026 hat Abt Daniil im russisch-orthodoxen Kloster des heiligen Georg in Götschendorf/Brandenburg das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl aus dem Matthäusevangelium (22,1-14) ausgelegt. Er stellte dabei die Einladung Gottes zum Himmelreich der menschlichen Versuchung gegenüber, die Sorgen und Geschäfte des Alltags über die Gemeinschaft mit Gott zu stellen. Abt Daniil veröffentlichte den Predigttext auf seinem Telegram-Kanal.
Das Hochzeitsmahl, zu dem der König in Jesu Gleichnis einlädt, deutete Abt Daniil als Bild für das Himmelreich, die ewige Freude und die Fülle des Lebens in Gottes Gegenwart. Die Einladung erinnere an den Ruf Gottes zur Göttlichen Liturgie, bei der Christus den Gläubigen in der Eucharistie begegnet. Wie die im Gleichnis zuerst Eingeladenen seien auch Christen heute in Gefahr, Gottes Ruf mit Verweis auf Arbeit, Verpflichtungen, Müdigkeit oder andere alltägliche Sorgen zurückzuweisen.
Zugleich betonte der Abt in der Klosterkirche die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes. Nachdem die zuerst Geladenen die Einladung ausgeschlagen haben, lässt der König Menschen von den Straßen und Kreuzwegen holen – „Böse wie Gute“. Darin sah Abt Daniil ein Bild für die Menschen, die mit ihren Schwächen, Sünden und Verletzungen in die Kirche kommen. Gott öffne ihnen die Türen seines Hauses und lade sie ein, unabhängig davon, wer sie zuvor gewesen seien.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Abt dem Mann, der ohne hochzeitliches Gewand am Fest teilnimmt. Dieses Gewand stehe für die Reinheit, die der Mensch in der Taufe empfängt und im Sakrament der Buße erneuert, ebenso für die Früchte des Glaubens wie Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung und gute Taten. Es genüge daher nicht, sich Christ zu nennen oder lediglich am Gottesdienst teilzunehmen. Der Mensch müsse bereit sein, sich innerlich zu verändern und „den alten Menschen“ mit seinen Gewohnheiten wie Hochmut, Neid, Bosheit, Verurteilung und Unbußfertigkeit abzulegen.
Die abschließenden Worte des Gleichnisses – „Viele sind gerufen, aber wenige sind auserwählt“ – seien nach den Worten des Abtes keine Verurteilung durch Gott, sondern verwiesen auf die persönliche Antwort des Menschen auf Gottes Ruf. Die Türen der Kirche stünden allen offen; zu den Auserwählten gehörten jene, die Gottes Ruf annähmen und sich um die Reinigung ihres Herzens bemühten. Abt Daniil rief die Gläubigen dazu auf, das eigene Leben zu prüfen, auf den Ruf Christi zu hören und um Kraft und aufrichtige Reue zu bitten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Sebastian Schmitt neuer zweiter Vorsitzender der DOM-Gesellschaft ist.