Erzpriester Mihail Rahr: „Die absolute Wahrheit ist Christus“
Predigt in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über das höchste Gebot der Gottes- und Nächstenliebe.
Am Sonntag, den 13. September 2026, predigte Erzpriester Mihail Rahr in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über das Evangelium vom höchsten Gebot nach Matthäus 22,35–46. Im Mittelpunkt seiner Auslegung stand die Liebe zu Gott als unveränderliche und absolute Wahrheit des christlichen Glaubens. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Erzpriester Mihail Rahr erinnerte an das Gespräch Jesu mit einem Gesetzeslehrer, der ihn nach dem höchsten Gebot fragte. Christus antwortete mit dem Gebot, Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand zu lieben, und fügte die Liebe zum Nächsten hinzu. Der Priester unterschied dabei zwischen menschlichen Wahrheiten und der für Christen entscheidenden absoluten Wahrheit: „Christus ist Gott und Gott ist Liebe.“
Die Liebe zu Gott müsse deshalb über allen anderen Fragen stehen. Bei Fragen des Fastens oder Betens könne es aufgrund von Zeitmangel, körperlicher Schwäche oder anderen Umständen Abstriche geben. Die Liebe zu Gott hingegen sei nicht verhandelbar und bleibe unveränderlich.
Um dies zu verdeutlichen, stellte der Geistliche einen Gottesdienstbesucher vor eine hypothetische Entscheidung: Ein sehr reicher und mächtiger Mensch biete ihm monatlich 20.000 Euro, jedes Jahr ein neues Auto und weitere materielle Vorteile – unter der Bedingung, nicht mehr am Gottesdienst und an der Heiligen Kommunion teilzunehmen. Der Freiwillige lehnte ab. Der Erzpriester wertete diese Haltung als Ausdruck der Hoffnung, dass die Liebe zu Jesus Christus trotz der menschlichen Sündhaftigkeit im Herzen bewahrt werde.
Zum Abschluss seiner Predigt betonte der Erzpriester, die Christen seien nicht bessere Menschen als andere und blieben auf die Gnade Gottes angewiesen. Ihre Hoffnung liege vielmehr darin, an der Liebe zu Christus festzuhalten. Diese Liebe, so sein Wunsch an die Gemeinde, solle bis zum Lebensende in den Herzen bewahrt werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine neue Ausgabe der orthodoxen Schriftenreihe „Der Schmale Pfad“ erschienen ist.