Kaiser Otto der Große erneut im Magdeburger Dom beigesetzt
Die Zeremonie erinnerte auch an die enge Verbindung des mittelalterlichen Kaisers zur Kirche und zur Gründung des Erzbistums Magdeburg.
Kaiser Otto der Große ist nach mehr als eineinhalb Jahren wieder im Magdeburger Dom beigesetzt worden. Bei einem feierlichen Gottesdienst am 1. September 2026 wurden seine Gebeine in einem neuen Titansarg in den restaurierten Kalksteinsarkophag im Hohen Chor abgesenkt. Die Grablege war im Januar 2025 für umfangreiche Sanierungsarbeiten geöffnet worden, wie das katholische Nachrichtenportal domradio.de berichtete.
Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer betonte, Otto sei ein Christ gewesen, dessen Glaube ihm die Verantwortung vor Gott vor Augen geführt habe. Der katholische Bischof Gerhard Feige würdigte ihn als prägende Gestalt der Vergangenheit und hob christliche Werte wie Demut und Barmherzigkeit hervor.
Geschichtlich zählt Otto I. (912–973) zu den bedeutendsten Herrschern des frühen Mittelalters. Mit seiner Kaiserkrönung in Rom im Jahr 962 erneuerte er das Kaisertum und prägte die Verbindung zwischen Herrschaft und Kirche nachhaltig. Otto stützte sich auf Bischöfe und Klöster und förderte den Ausbau kirchlicher Strukturen.
Besondere Bedeutung hatte für ihn Magdeburg. 968 gründete Otto das Erzbistum Magdeburg, das zu einem wichtigen kirchlichen Zentrum wurde und insbesondere die Christianisierung und kirchliche Organisation der slawischen Gebiete östlich der Elbe vorantreiben sollte. Otto selbst wählte Magdeburg als seine Grablege. Sein Grab im Dom gilt bis heute als bedeutendes Zeugnis der engen Verbindung von Kaisertum, Kirche und mittelalterlicher Reichsgeschichte.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg Gottes Bund mit den Menschen als Halt in einer zunehmend unsicheren Welt beschrieb.