Metropolit Tichon: „Wir müssen das Antlitz Gottes im Nächsten sehen“

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Metropolit Tichon beim Einzug in die Christ-Erlöser-Kirche in Berlin, Maryland. Foto: OCA Metropolit Tichon beim Einzug in die Christ-Erlöser-Kirche in Berlin, Maryland. Foto: OCA

Der Hierarch der Orthodox Church in America (OCA) rief zum Fest der Entschlafung der Gottesmutter zu Vergebung, Mitgefühl und Demut auf.

Metropolit Tichon von der Orthodox Church in America (OCA) leitete vom 14. bis 16. August 2026 zum Fest Mariä Entschlafens Gottesdienste in Washington, D.C., Bethesda und Berlin im Bundesstaat Maryland. Zum Patronatsfest der Christ-Erlöser-Kirche in Berlin, Maryland, feierte er am 16. August die hierarchische Göttliche Liturgie und hielt die Predigt, wie die OCA auf ihrer Webseite berichtete.

Im Mittelpunkt seiner Auslegung stand das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht (Mt 18,23–35). Metropolit Tichon betonte in seiner Predigt, dass Christen Gottes große Vergebung nicht für sich beanspruchen könnten, ohne selbst bereit zu sein, anderen zu vergeben. Der Knecht im Gleichnis habe die ihm erwiesene Barmherzigkeit nicht weitergegeben, weil er den Mitknecht nicht mehr als Menschen, sondern nur als Schuldner gesehen habe.

„Wenn uns jemand durch seine Worte oder Taten beleidigt oder verletzt, dürfen wir ihn nicht verurteilen oder zornig werden, sondern müssen dies als Gelegenheit nutzen, ihm dieselbe Liebe und dasselbe Mitgefühl zu zeigen, das Gott uns erwiesen hat“, sagte der Metropolit. Christen sollten im Gesicht des Nächsten das Ebenbild Gottes erkennen und sich selbst eher anklagen als andere zu verurteilen. Als Beispiel verwies er auf den heiligen Nektarios von Ägina, der die Verantwortung für das Fehlverhalten von Schülern auf sich nahm und für sie fastete.

Die UOJ berichtete zuvor, dass das Jerusalemer Patriarchat zum Hochfest der Verklärung des Herrn die Liturgie auf dem Berg Tabor feierte.

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