Priester Matthias Fröse: „Christus möchte unser Herz verändern“

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Priester Matthias Fröse bei seiner Predigt über das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht in der Gemeinde Meisenheim. Foto: Screenshot YouTube Priester Matthias Fröse bei seiner Predigt über das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht in der Gemeinde Meisenheim. Foto: Screenshot YouTube

Predigt über das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht und die Bedeutung der göttlichen Barmherzigkeit für den Umgang mit anderen Menschen.

Am Sonntag (16. August 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus in Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die Frage, ob die von Gott empfangene Barmherzigkeit das eigene Verhalten gegenüber anderen Menschen verändert. Anhand des Gleichnisses vom unbarmherzigen Knecht (Mt 18,23-35) erinnerte er daran, dass Christen selbst von der Vergebung Gottes leben und deshalb aufgerufen sind, auch ihren Mitmenschen zu vergeben. Die Gemeinde veröffentlichte das Video der Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Mittelpunkt der Predigt standen die 10.000 Talente, die einem Knecht von seinem Herrn erlassen werden, und die 100 Denare (eine vergleichbar geringe Summe), die dieser anschließend von einem Mitknecht einfordert. Priester Matthias Fröse verwies auf den heiligen Johannes Chrysostomos, der den entscheidenden Fehler des Knechtes darin sah, dass er durch die erfahrene Wohltat nicht besser geworden sei. Auch Christen empfingen Gottes Barmherzigkeit in der Beichte, im Gebet und in der Heiligen Kommunion. Entscheidend sei daher die Frage: „Hat die Barmherzigkeit Gottes mich verändert?“

Der Geistliche machte deutlich, dass es dabei nicht nur um große Verfehlungen gehe. Menschen könnten über Jahre Kränkungen, Enttäuschungen und erlittenes Unrecht mit sich tragen und über die Schuld anderer genau Buch führen, während sie für die eigene Schuld zahlreiche Entschuldigungen fänden. Zugleich betonte er, dass Christus erlittenes Unrecht nicht einfach für bedeutungslos erkläre. Auch tiefe Verletzungen, Verrat und Ungerechtigkeit könnten bestehen bleiben. Dennoch sollten Christen bei der Schuld anderer nicht vergessen, wie sie selbst vor Gott stehen.

Unter Hinweis auf den heiligen Hilarius von Poitiers erklärte der Priester, dass die Vergebung Gottes Geschenk und nicht Verdienst des Menschen sei. Deshalb könne auch die eigene Vergebung gegenüber anderen nicht ständig berechnet werden. Besonders ernst werde dies im Vaterunser: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Wahre Vergebung müsse von Herzen kommen und dürfe nicht nur äußerlich ausgesprochen werden. Am Ende rief er dazu auf, die „alten Rechnungen“ gegenüber anderen loszulassen und die empfangene Barmherzigkeit Gottes im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen: Wenn Gott geduldig mit den Menschen sei, sollten auch sie geduldiger miteinander werden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Onufrij der Ukrainischen Orthodoxen Kirche den 12. Jahrestag seiner Inthronisierung feierte.

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