Patriarch Bartholomäus sendete deutliche Botschaften nach Moskau und Belgrad
Kirchenoberhaupt bekräftigt Unterstützung für das Patriarchat Alexandria und mahnt die Einhaltung der kanonischen Ordnung durch alle orthodoxen Kirchen an.
Der Ökumenische Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel hat am 12. August 2026 bei einer Vesperfeier auf seiner Heimatinsel Imbros in der türkischen Ägäis scharfe Kritik am Moskauer Patriarchat sowie indirekt an der Serbisch-Orthodoxen Kirche geübt. Anlass des Besuchs ist der 65. Jahrestag seines Eintritts in das Priestertum. An dem Gottesdienst nahmen auch Patriarch Theodor II. von Alexandria und Erzbischof Ioannis von Albanien teil. Darüber berichtete die Orthodoxian News Agency.
Patriarch Bartholomäus verurteilte erneut die Errichtung paralleler kirchlicher Strukturen durch das Moskauer Patriarchat in Afrika. Statt die Missionsarbeit des Patriarchats von Alexandria zu unterstützen, greife Moskau unkanonisch in dessen Jurisdiktion ein und schaffe konkurrierende Strukturen. Das Ökumenische Patriarchat habe diese Entwicklung bereits gegenüber allen orthodoxen Primaten verurteilt. Wörtlich erklärte Bartholomäus: „Diejenigen, die sich der kanonischen Ordnung unserer Kirche widersetzen und gegen sie kämpfen, werden früher oder später vor Gott Rechenschaft ablegen müssen.“
Lob sprach der Patriarch Erzbischof Ioannis von Albanien aus, der nach seiner Wahl den traditionellen Friedensbesuch beim Ökumenischen Patriarchat absolviert habe. Zugleich kritisierte Bartholomäus indirekt den serbischen Patriarchen Porfirije, der diesen Besuch seit seiner Wahl im Jahr 2021 noch nicht nachgeholt habe, obwohl er bereits andere orthodoxe Kirchen besucht habe. Die Einhaltung dieser kirchlichen Ordnung sei Ausdruck der orthodoxen Einheit.
Am Samstag (15. August), dem Fest der Entschlafung der Gottesgebärerin, werden der Ökumenische Patriarch Bartholomäus und Erzbischof Ioannis gemeinsam die Göttliche Liturgie in der Verkündigungskirche der Gottesgebärerin im Ort Agridia auf Imbros zelebrieren.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine Prozession auf Korfu an Wunder des heiligen Spyridon erinnerte.