„Der Herr kann jeden Menschen verändern, wenn er seinem Ruf folgt“

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Erzbischof Tichon feierte am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus die Göttliche Liturgie in Berlin; die Predigt von Erzpriester Ilja Chirin stellte die verwandelnde Kraft der Gnade Gottes in den Mittelpunkt. Foto: Diözese Erzbischof Tichon feierte am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus die Göttliche Liturgie in Berlin; die Predigt von Erzpriester Ilja Chirin stellte die verwandelnde Kraft der Gnade Gottes in den Mittelpunkt. Foto: Diözese

Erzbischof Tichon von Rusa zelebrierte die Festliturgie zum Gedenktag der heiligen Apostel Petrus und Paulus – Erzpriester Ilja Chirin hob in seiner Predigt die verwandelnde Kraft der Gnade Gottes hervor

Am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russisch-Orthodoxen Kirche, am 12. Juli 2026 die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin gefeiert. In der Predigt stellte Erzpriester Ilja Chirin die unterschiedlichen Lebenswege der Apostel Petrus und Paulus als Zeugnis dafür heraus, dass Gottes Gnade jeden Menschen verwandeln könne. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.

In seiner Predigt erinnerte Erzpriester Ilja Chirin daran, dass die Kirche den heiligen Aposteln Petrus und Paulus einen eigenen Festtag widme, dem traditionell das Apostelfasten vorausgehe. Beide hätten „den größten Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums von Christus“ geleistet und dabei „immense Mühen und unglaubliches Leid“ auf sich genommen.

Zugleich betonte der Prediger die Verschiedenheit der beiden Apostel: Petrus sei ein einfacher Fischer gewesen, der auf den Ruf Christi alles zurückgelassen habe, während Paulus als gebildeter Pharisäer zunächst die Christen verfolgt habe, ehe ihn die Begegnung mit dem auferstandenen Christus auf dem Weg nach Damaskus grundlegend verwandelte. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft seien beide zu den bedeutendsten Verkündigern der Auferstehung Christi geworden.

Ausgehend von den liturgischen Texten des Festes erläuterte der Erzpriester die geistliche Bedeutung der beiden Apostel. Die Kirche werde, so zitierte er einen Sticheron, „mit der Standhaftigkeit des Petrus und der Einsicht des Paulus“ gestärkt. Die Standhaftigkeit des Petrus zeige sich im mutigen Bekenntnis zu Christus und im festen Glauben, während die Weisheit des Paulus bis heute den Weg zum Heil erschließe. Seine Briefe machen deutlich, dass der Mensch sich nicht selbst von der Sünde befreien könne, sondern allein durch die Gnade Christi, die in der Kirche und ihren heiligen Sakramenten geschenkt werde. Deshalb rufe Paulus dazu auf, „an der Gnade der Kirche, ihren Sakramenten und ihrem Priestertum festzuhalten“.

Der Geistliche hob hervor, dass Gott nicht auf Herkunft, Bildung oder gesellschaftlichen Stand schaue. „Der Herr kann jeden Menschen verändern, wenn er nur seinem Ruf mit Glauben und Buße folgt“, sagte Erzpriester Ilja Chirin. Weder die Standhaftigkeit des Petrus noch die Weisheit des Paulus seien menschliche Leistungen gewesen, sondern Früchte der göttlichen Gnade.

Mit dem Wort des Apostels Paulus „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“ (1 Kor 15,10 ) ermutigte Erzpriester Ilja Chirin die Gläubigen, ihre Hoffnung nicht auf die eigene Kraft, sondern auf Gottes Hilfe zu setzen. Dieselbe Gnade wirke auch heute in der Kirche, werde in ihren Sakramenten geschenkt und führe die Menschen zum Heil. Abschließend rief der Erzpriester dazu auf, die Einheit mit der Kirche zu bewahren, die Sakramente ehrfürchtig zu empfangen und das Evangelium im eigenen Leben umzusetzen.

Nach der Göttlichen Liturgie wurde eine Verherrlichung der heiligen Apostel Petrus und Paulus gefeiert. Erzbischof Tichon verlas ein Gebet zu Ehren der beiden Apostelfürsten und wandte sich anschließend mit einem erzbischöflichen Wort an die Gläubigen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei die Gläubigen aufforderte: „Bereitet euch auf den geistlichen Kampf vor, nicht auf emotionalen Trost!“

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