Türkischer Kulturminister bezeichnete Hagia Sophia als „Symbol des Untergangs“

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Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy (r.) und Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der Hagia Sophia in Istanbul. Foto: x-Account Mehmet Nuri Ersoy Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy (r.) und Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der Hagia Sophia in Istanbul. Foto: x-Account Mehmet Nuri Ersoy

Zum sechsten Jahrestag der Wiedereröffnung als Moschee würdigte Mehmet Nuri Ersoy die Entscheidung von Präsident Erdoğan und verwies auf die osmanische Eroberung Konstantinopels

Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy hat anlässlich des sechsten Jahrestages der Wiedereröffnung der Hagia Sophia als Moschee mit einem provokanten Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst „X“ am 10. Juli 2026 für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin bezeichnete er die Hagia Sophia als „Symbol des Untergangs“ und gleichzeitig als das „unschätzbare Vermächtnis“ Sultan Mehmeds II., des Eroberers von Konstantinopel. Darüber berichtete das Nachrichtenportal Orthodoxian News Agency.

Ersoy erklärte, mit der Unterschrift von Präsident Recep Tayyip Erdoğan sei 2020 die „Sehnsucht“ beendet worden und die Hagia Sophia wieder für den islamischen Gottesdienst eröffnet worden. Zugleich dankte er Erdoğan ausdrücklich dafür, die Umwandlung des Bauwerks von einem Museum in eine Moschee maßgeblich vorangetrieben zu haben. Zudem verwies der Minister auf die laufenden Restaurierungsarbeiten, die das historische Bauwerk für kommende Generationen erhalten sollen.

Die Hagia Sophia wurde im Jahr 537 unter Kaiser Justinian I. als Kathedrale des Oströmischen Reiches geweiht und war fast tausend Jahre lang die bedeutendste Kirche der Christenheit des Byzantinischen Reiches sowie Sitz des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee umgewandelt, 1934 zum Museum erklärt und 2020 erneut als Moschee eröffnet.

Die Formulierung vom „Symbol des Untergangs“ kann als Bezug auf den Fall Konstantinopels im Jahr 1453 verstanden werden, der in der türkisch-osmanischen Erinnerung als Sieg Sultan Mehmeds II. gilt, während er in der orthodoxen Welt den Untergang des Byzantinischen Reiches markiert. Gerade diese historische Deutung macht die Aussage des Ministers besonders sensibel und dürfte internationale Kritik hervorrufen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Nikolaj Priester zu mehr Gebet und Zurückhaltung im Internet mahnte.

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