Der britische König Charles ist nicht mehr „Verteidiger des Glaubens“
Traditionelle Christen kritisieren neuen Titel des britischen Monarchen als Abkehr vom christlichen Selbstverständnis des Königsamtes
Die Änderung eines traditionellen königlichen Titels durch König Charles III. hat im Vereinigten Königreich Kritik konservativer Christen ausgelöst. Sie sehen darin eine Abkehr vom christlichen Selbstverständnis des britischen Monarchen und seinem Amt als Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal Domradio.de am 9. Juli 2026.
Im aktuellen Jahresbericht des britischen Königshauses wird Charles III. nicht mehr mit dem historischen Titel „Verteidiger des Glaubens“ bezeichnet. Stattdessen wird er als „Beschützer des Raums für Glauben in einer multireligiösen Nation“ beschrieben. Damit unterstreicht der König seinen seit Jahren vertretenen Anspruch, die Religionsfreiheit aller Glaubensgemeinschaften zu fördern.
Scharfe Kritik kam unter anderem vom ehemaligen Hofkaplan Gavin Ashenden, der inzwischen zur katholischen Kirche übergetreten ist. Er sprach von einem „Verrat am Glauben“ und warf dem König vor, sich von seinem christlichen Amt und Krönungseid zu entfernen. Auch das konservativ-evangelikale Christian Institute kritisierte die Neuausrichtung und betonte die besondere Bedeutung des Christentums für die britische Rechts- und Kulturgeschichte.
Der Titel „Defensor fidei“ („Verteidiger des Glaubens“) war König Heinrich VIII. 1521 von Papst Leo X. für seine Verteidigung der katholischen Lehre gegen Martin Luther verliehen worden. Nach der Trennung Englands von Rom wurde ihm der Titel zunächst aberkannt, 1543 jedoch vom englischen Parlament erneut verliehen – nun als Bezeichnung für den Schutz des anglikanischen Glaubens.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Unbekannte in Istanbul einen armenischen Kirchenfriedhof geschändet hatten.