Suche nach den Reliquien der heiligen Anastasia Şaguna in Budapest
Rumänisch-ungarisches Expertenteam untersuchte das Familiengrab – bislang ohne Ergebnis
Rumänische und ungarische Spezialisten haben auf dem Budapester Kerepesi-Friedhof am Montag, dem 22. Juni 2026, Untersuchungen zur Identifizierung der sterblichen Überreste der rumänisch-orthodoxen heiligen Anastasia Şaguna durchgeführt. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit ihrer bereits erfolgten Heiligsprechung durch die Rumänisch-Orthodoxe Kirche im Jahr 2025, wie das Patriarchat berichtete.
Im Mittelpunkt stand die Öffnung des Grabes der Familie Grabovsky, in dem die Mutter des heiligen Hierarchen Andrei Şaguna sowie deren Kinder vermutet werden. An den Arbeiten beteiligten sich neben Fachleuten auch Vertreter kirchlicher und wissenschaftlicher Institutionen, darunter das Institut für Gerichtsmedizin „Mina Minovici“ in Bukarest und das ungarische Kulturerbe-Institut. Auch der rumänisch-orthodoxe Bischof Siluan von Ungarn nahm an den Untersuchungen teil.
Nach ersten Beobachtungen konnten jedoch keine eindeutigen Hinweise zur Identifizierung der Überreste der Heiligen festgestellt werden. Bischof Siluan kritisierte, dass die Untersuchungen oberflächlicher als erwartet verlaufen seien und wichtige Analysen vor Ort nicht durchgeführt werden konnten. Zugleich verwies er auf vorhandene Elemente im Grab, die weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen rechtfertigen könnten.
Trotz des vorläufig ergebnislosen Abschlusses besteht bei den Beteiligten aus Rumänien die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Forschungen. Voraussetzung sei ein intensiverer institutioneller Dialog zwischen den beteiligten Ländern, um die Untersuchungen auf höherem fachlichen Niveau wiederaufzunehmen. Unabhängig davon betonte Bischof Siluan die geistliche Bedeutung Anastasia Şagunas (1785–1836) als verehrte Heilige und Mutter eines großen Hierarchen der rumänischen Kirche.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine Initiative für Karfreitag als gesetzlichen Feiertag in Österreich gescheitert ist.