Erstmals seit 40 Jahren: „Marsch für das Leben“ in Norwegen
Rund 1.000 Teilnehmer setzten in Oslo ein öffentliches Zeichen für den Schutz ungeborenen Lebens
Erstmals seit vier Jahrzehnten haben sich in Oslo wieder Lebensrechtler zu einem „Marsch für das Leben“ versammelt. Rund 1.000 Teilnehmer trotzten am 13. Juni 2026 Wind und Regen, um für den Schutz ungeborener Kinder zu demonstrieren. Veranstalter war die Pro-Life-Organisation Velg Livet, wie das katholische Nachrichtenportal CNA berichtete.
Die Veranstaltung begann mit einer Kundgebung und führte anschließend in einem Demonstrationszug durch die norwegische Hauptstadt bis vor das Parlament. Dort sprachen Vertreter aus Medizin, Kirche, Gesellschaft und Politik über die Würde des menschlichen Lebens. Transparente und Slogans der Pro-Life-Bewegung machten auf die Zahl der Abtreibungen seit der Liberalisierung des Gesetzes aufmerksam und betonten das Recht jedes Kindes auf Leben.
Nach Angaben der Organisatoren wurde der Marsch bewusst als Reaktion auf aktuelle Entwicklungen in der Abtreibungsgesetzgebung initiiert. Besonders auffällig sei die starke Beteiligung junger Menschen gewesen, die ein wachsendes Interesse an ethischen Fragen rund um Lebensschutz zeigten. Auch Vertreter der Kirche, darunter Mitglieder der norwegischen Bischofskonferenz, nahmen teil und hoben die konfessionsübergreifende Zusammenarbeit hervor.
Der römisch-katholische Bischof Fredrik Hansen von Oslo wertete die Demonstration als Zeichen eines breiteren gesellschaftlichen Wandels in Norwegen. Der Marsch könne dazu beitragen, die öffentliche Debatte neu zu beleben und langfristig als jährliche Veranstaltung etabliert werden. Neben der politischen Dimension betonten die Teilnehmer auch den geistlichen Charakter des Treffens und riefen zu Gebet und Engagement für eine „Kultur des Lebens“ auf.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bulgarien Sanktionen gegen Patriarch Kyrill blockiert.