Gay-Pride-Parade in Jerusalem abgehalten
Die liberale Opposition Israels verwandelte die jährliche LGBT-Veranstaltung in eine groß angelegte politische Demonstration gegen die amtierende Regierung.
Am 4. Juni 2026 fand in Jerusalem die jährliche Gay-Pride-Parade statt, die in diesem Jahr einen deutlich politischen Charakter annahm. Die Veranstaltungsroute wurde geändert und führte die Teilnehmer direkt zum Gebäude der Knesset, des israelischen Parlaments, wo Aktivisten ihre Forderungen an die Abgeordneten richteten. Darüber berichtet The Times of Israel.
Die Teilnehmer trugen symbolische Wahlurnen und skandierten Parolen für „Demokratie“ sowie gegen die aktuelle Regierungskoalition. Die Veranstaltung wurde offen von führenden Vertretern der liberalen Opposition unterstützt, darunter auch Yair Lapid, der den Marsch als Einsatz für „ein Judentum, das den Anderen annimmt“ bezeichnete.
Für die Sicherheit der Veranstaltung sorgten mehr als 2.000 Polizeibeamte, die zentrale Bereiche der Stadt mit Metallbarrieren absperrten. Entlang der Route protestierten Mitglieder der konservativen Organisation „Lehava“.
Die Gegner der Veranstaltung riefen Parolen wie „Jerusalem ist nicht Sodom“ und bezeichneten den Umzug als „Marsch der Abscheulichkeit“. Sie argumentierten, dass derartige Demonstrationen in der Heiligen Stadt keinen Platz hätten.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der Erzbischof von Zypern dem Metropoliten Tychikos mit der Polizei drohte.