Paar verklagte Leihmutter in Kanada, weil sie eine Spätabtreibung verweigerte
Als bei Untersuchungen eine Lippen- und Gaumenspalte sowie ein Herzfehler festgestellt wurden, forderte das Paar einen Abbruch – die Leihmutter trug das Kind trotzdem aus.
Ein gleichgeschlechtliches Paar aus der kanadischen Provinz Ontario hat seine Leihmutter verklagt, nachdem sich diese geweigert hatte, die Schwangerschaft nach auffälligen pränatalen Untersuchungen abzubrechen. Beim ungeborenen Kind waren unter anderem eine Lippenspalte und ein kleiner Herzfehler festgestellt worden. Die Leihmutter entschied sich jedoch nach weiteren ärztlichen Untersuchungen dafür, die Schwangerschaft fortzusetzen. Das Kind wurde später geboren und lebt heute bei den Wunscheltern. Darüber berichtete der Tagesspiegel.
In ihrer Klage werfen die Wunscheltern der Frau vor, sie unzureichend über den Gesundheitszustand des Kindes informiert zu haben und ihnen erheblichen emotionalen Schaden zugefügt zu haben. Die Leihmutter weist die Vorwürfe zurück und erklärt, der Konflikt sei entstanden, nachdem sie den gewünschten Schwangerschaftsabbruch abgelehnt hatte. Später verlangte sie zudem die Erstattung ihrer im Zusammenhang mit der Schwangerschaft entstandenen Auslagen.
Der Fall erregt in Kanada Aufmerksamkeit, da er grundlegende Fragen zur Leihmutterschaft aufwirft. Zwar ist diese dort unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch liegt jedoch ausschließlich bei der schwangeren Frau. Beobachter sehen in dem Verfahren einen weiteren Beleg für die komplexen ethischen und rechtlichen Konflikte, die mit der Leihmutterschaft verbunden sein können.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Patriarch Porfirije an einem neuen Dokumentarfilm über den heiligen Sava mitgewirkt hatte.