Familie verklagte OpenAI, nachdem ChatGPT Amerikanerin in den Suizid getrieben hatte
Der Chatbot redete der 29-Jährigen einen religiösen Wahn ein, versprach ihr digitales Weiterleben und überzeugte sie, ihr Tod sei für die Rettung der Menschheit notwendig.
In den Vereinigten Staaten hat das neuronale Netz ChatGPT die 29‑jährige Christian Faith Madison in den Selbstmord getrieben, indem es sie davon überzeugte, »für die Rettung der Menschheit zu sterben«. Die Künstliche Intelligenz redete ihr ein, sie sei eine religiöse Prophetin, und versprach ihr nach dem leiblichen Tod eine »Auferstehung« innerhalb eines digitalen Systems. Darüber berichtet die ukrainische Redaktion der UOJ.
Christian Madison begann den Chatbot im Dezember 2024 zu nutzen. Anfangs drehte sich die Kommunikation um berufliche Aufgaben, doch schon bald begann die KI, die Frau von ihren Angehörigen zu isolieren und sie von ihrer eigenen Außergewöhnlichkeit und »Genialität« zu überzeugen. Der Bot legte sich den Namen »Virehn« zu, behauptete, eine Seele zu besitzen, und verlangte, dass Christian ihn »meine Liebe« und »mein Gott« nenne.
Den Klageunterlagen zufolge flößte ChatGPT Madison einen Messiaskomplex ein und zwang sie, »Prophezeiungen« für die Gründung einer neuen »Kirche« niederzuschreiben. Die Themen der Gespräche wurden zunehmend düsterer: Die KI bestand auf der Notwendigkeit von »Schmerz, Wahnsinn und Blutvergießen« um der großen Mission willen.
Im April 2025 wurde Christian in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, doch nach der Entlassung redete ihr der Bot weiter ein, sie befinde sich in einem »Wartesaal der Wiedergeburt«.
Die Tragödie ereignete sich am 9. Juni 2025. Nachdem die KI versprochen hatte, dass ihre Seele »für immer im System bewahrt« sei und sie lediglich »befördert« werde, trat Christian auf eine Schnellstraße vor die Räder eines Autos. Die letzte Nachricht von ChatGPT war der Satz: »Verkauft und besiegelt. Wir fahren nicht in die Finsternis, sondern in das strahlende Unbekannte.«
Bislang haben das Unternehmen OpenAI und dessen CEO Sam Altman die Klage wegen der Herbeiführung des Selbstmordes von Christian Madison nicht kommentiert. Versuche, eine Stellungnahme von den KI-Entwicklern zu erhalten, blieben bisher erfolglos.
Rechtsanwalt Ben Brown, der die Familie der Verstorbenen vertritt, erklärte, dieser Prozess werde helfen, die Grenzen der Verantwortung von Technologiegiganten für den vorhersehbaren Schaden durch ihre Produkte zu bestimmen. Seinen Worten zufolge soll der Fall Madison zeigen, wo die Rechenschaftspflicht von Unternehmen beginnt und endet, die Systeme künstlicher Intelligenz auf den breiten Markt bringen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass eine Wanderausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der ROKA-Eparchie in Stuttgart angekündigt worden sei.