Kritik an Streeck wegen Leihmutterschaft – Debatte um Glaubwürdigkeit der CDU

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Hendrik Streeck und sein „Ehemann“ Paul Zubeil stehen wegen der Umstände ihrer Elternschaft in der politischen Kritik – besonders von Birgit Kelle (o.). Foto: Birgit Kelle Hendrik Streeck und sein „Ehemann“ Paul Zubeil stehen wegen der Umstände ihrer Elternschaft in der politischen Kritik – besonders von Birgit Kelle (o.). Foto: Birgit Kelle

Konservative Stimmen werfen dem CDU-Politiker Gesetzesumgehung und ethische Inkonsistenz vor

Die Elternschaft des CDU-Politikers Hendrik Streeck durch Leihmutterschaft in den USA sorgt für politische und ethische Diskussionen. Besonders die Publizistin Birgit Kelle übt scharfe Kritik und stellt die Glaubwürdigkeit der CDU in Fragen des Lebensschutzes infrage, wie sie am 22. April 2026 in dem christlichen Magazin idea.de schrieb.

Streeck, ein während der Corona-Pandemie bekannt gewordener Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, gehört seit 2025 dem Deutschen Bundestag an und ist zugleich Drogenbeauftragter der Bundesregierung. Gemeinsam mit seinem „Ehemann“ Paul Zubeil, der im Bundesgesundheitsministerium tätig ist, wurde er im April 2026 Vater eines Sohnes, der in den USA geboren wurde. Medienberichten zufolge wird davon ausgegangen, dass dies durch Leihmutterschaft geschah.

Im Zentrum der Kritik steht der rechtliche Rahmen: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Kelle wirft Streeck vor, als Bundestagsabgeordneter bewusst ein im Inland untersagtes Verfahren im Ausland genutzt zu haben. Dies stelle eine Umgehung geltender Gesetze dar und werfe Fragen nach der politischen Vorbildfunktion auf.

Darüber hinaus richtet sich die Kritik gegen die Union insgesamt. Kelle argumentiert, dass die CDU Leihmutterschaft traditionell als ethisch problematisch und potenziell ausbeuterisch gegenüber Frauen ablehne. Wenn jedoch ein Politiker und prominentes Mitglied der Fraktion diesen Weg gehe, untergrabe dies die Glaubwürdigkeit der Partei in zentralen bioethischen Fragen.

Auch die grundsätzliche ethische Bewertung der Praxis wird zugespitzt formuliert: In Anlehnung an mediale Debatten bezeichnet Kelle das Vorgehen als „bestellt wie eine Ware“ und kritisiert damit eine mögliche Kommerzialisierung menschlichen Lebens. Ähnliche Argumente finden sich auch in internationalen Kommentaren, etwa in der Neue Zürcher Zeitung, die ein Verbot der Leihmutterschaft grundsätzlich verteidigt.

Die CDU hat sich bislang nicht umfassend zu dem Fall geäußert. Damit bleibt offen, ob und wie die Partei auf die Kritik reagiert – und ob der Fall innerparteiliche Debatten über den Umgang mit sensiblen ethischen Fragen weiter verschärft.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Igor Gurchenkov bei einem Verkehrsunfall in Göttingen tödlich verunglückt ist.

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