„Gott hat seine eigenen Pläne, die nicht immer unseren Erwartungen entsprechen“
Diakon Igor Willimowski hob in seiner Predigt in Krefeld die Rolle der balsamtragenden Frauen und die Grenzen menschlicher Urteile hervor
Am dritten Sonntag nach Ostern, dem 26. April 2026, predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld über die überraschenden Wendungen im Evangelium von den balsamtragenden Frauen (Mk 15,43–16,8) und die oft unerwarteten Wege Gottes. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.
Im Zentrum der Predigt stand die Beobachtung, dass Gottes Handeln häufig menschliche Erwartungen durchkreuzt. Diakon Igor Willimowski verwies zunächst auf Josef von Arimathäa, der – entgegen aller Erwartungen gegenüber der religiösen Führungsschicht – den Leichnam Christi bestattete und damit seine verborgene Zugehörigkeit zu Jesus offenbarte.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den balsamtragenden Frauen, die laut Markusevangelium mit wohlriechenden Ölen zum Grab gingen. Während die Jünger aus Angst geflohen seien, hätten die Frauen trotz Unsicherheit und gesellschaftlicher Einschränkungen den Mut gefunden zu handeln. Ihr Vertrauen habe sie zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung gemacht.
Besonders hob der Prediger die Botschaft des Engels hervor, der neben den Jüngern ausdrücklich Petrus erwähnte. Darin zeige sich Gottes Barmherzigkeit: Trotz seines Verrats werde Petrus nicht ausgeschlossen, sondern wieder in die Gemeinschaft aufgenommen.
Abschließend betonte der Geistliche, dass Christen daraus Demut im Urteil über andere sowie Vertrauen in Gottes Plan lernen sollten. Zugleich erinnerte er daran, dass die Verkündigung der Auferstehung – wie bei den Frauen – ein bleibender Auftrag für alle Gläubigen sei, und würdigte den Tag zugleich als orthodoxen Frauentag.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Igor Gurchenkov bei einem Verkehrsunfall in Göttingen tödlich verunglückt ist.