Patriarch Daniil: „Der Weg zum Heil steht jedem Menschen offen“

10. Januar, 17:37 Uhr
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Patriarch Daniil wandte sich an die Gläubigen und hob den heiligen Johannes den Täufer als Vorbild asketischen Lebens und Fürsprecher der Menschheit hervor. Foto: Patriarchat Patriarch Daniil wandte sich an die Gläubigen und hob den heiligen Johannes den Täufer als Vorbild asketischen Lebens und Fürsprecher der Menschheit hervor. Foto: Patriarchat

Festgottesdienst zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers in Sofia – Predigt über Buße, Nächstenliebe und die Gnade des Heiligen Geistes

Der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Daniil leitete am 7. Januar 2026 die Göttliche Liturgie in der Metropolitankirche „St. Johannes der Täufer“ in Sofia. Anlass war das Fest zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers, der in der orthodoxen Kirche als größter Prophet und Wegbereiter Christi verehrt wird. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.

Während des Abendmahlsgottesdienstes hielt Bischof Johannes von Branitsa, Erster Vikar des Metropoliten von Sofia, die Festpredigt, in der er das Wesen des christlichen Lebens in der Buße hervorhob und als dessen Ziel den Erwerb der Gnade des Heiligen Geistes bezeichnete.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wandte sich Patriarch Daniil mit einer ausführlichen Ansprache an die versammelten Gläubigen. Er erinnerte daran, dass der Weg zum Heil jedem Menschen offenstehe und niemand sagen könne, das Reich Gottes sei fern oder Gott nicht erfahrbar. Diese empfundene Distanz sei, so der Patriarch, nicht Gott zuzuschreiben, sondern der inneren Haltung des Menschen. Entscheidend sei die ehrliche Selbstprüfung, ob die Lehre des heiligen Johannes des Täufers tatsächlich im eigenen Leben umgesetzt werde.

Dabei verwies er auf den klaren Ruf des Täufers zur tätigen Nächstenliebe – wer Kleidung oder Nahrung besitze, solle mit denen teilen, die nichts haben. Eine übermäßige Bindung an materielle Güter und das Vertrauen auf Besitz und Wohlstand verschlössen hingegen das Herz für die Gegenwart Gottes. Unter solchen Voraussetzungen könne die Gnade Gottes nicht wirksam werden, noch könne sich das Herz öffnen, damit der Friede Christi einziehe und seine Freude die Seele erfülle.

Zugleich unterstrich Patriarch Daniil die einzigartige Stellung Johannes des Täufers in der Heilsgeschichte. Nach der Heiligen Mutter Gottes, so führte er aus, genieße Johannes der Täufer bei Gott die höchste Ehre, stehe ihm am nächsten und trete als Fürsprecher für die gesamte Menschheit ein. Seine Liebe zu Gott habe sich in einem asketischen Leben des Fastens und Gebets gezeigt, seine Liebe zum Nächsten in seinem unermüdlichen Ruf zur Umkehr und zur Vergebung der Sünden. Gerade die Schlichtheit und Klarheit seiner Worte seien für die Christen aller Zeiten wegweisend.

Abschließend rief der Patriarch die Gläubigen dazu auf, diese einfachen Worte des Täufers anzunehmen und nicht an materielle Dinge gebunden zu bleiben, sondern ihre Liebe ganz auf Gott auszurichten. Wer Gott liebe, wie Johannes der Täufer ihn geliebt habe, bereite den Weg des Herrn im eigenen Herzen und erlange das Kostbarste, was dem Menschen geschenkt werden könne: die Gnade des Heiligen Geistes.

Die UOJ berichtete zuvor, dass im serbisch-orthodoxen Kloster Hilandar auf dem Berg Athos das Weihnachtsfest begangen wurde.

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